Felix Bingesser, ehemaliger Sportchef des «Blick», wohnt in Waltenschwil.
Wenn Sie einem Mann begegnen, der mit seiner Zahnbürste statt mit seinem Hund an der Leine durch das Freiamt spaziert, dann könnte es sich um ...
Felix Bingesser, ehemaliger Sportchef des «Blick», wohnt in Waltenschwil.
Wenn Sie einem Mann begegnen, der mit seiner Zahnbürste statt mit seinem Hund an der Leine durch das Freiamt spaziert, dann könnte es sich um Fifa-Präsident Gianni Infantino handeln. Dem selbsternannten Fussballkönig sind in den letzten Jahren diverse Tassen aus dem Schrank gefallen.
Jedenfalls dürfen Sie unter keinen Umständen einschlagen, wenn er Ihnen eine Beteiligung an seinem seidenen Trumpantino-Fonds andrehen will. Auch wenn er schwindelerregende Renditen verspricht. Infantino verkauft alles, was ihm nicht gehört. Die Diagnose Megalomanie (Grössenwahn) ist längst gestellt.
Infantino bringt das Blut der Menschen landauf, landab in Wallung. Ärgerlich. Denn gerade in diesen Tagen sollte man ja nicht noch unnötig Kalorien verbrennen. Dass jemand derart den Boden unter den Füssen verlieren kann, ist bemerkenswert. Ausgerechnet bei einem Mann mit seiner Geschichte. Als Neugeborener ist Infantino aufgrund einer Gelbsucht dem Tod geweiht. Das Rote Kreuz findet zwei Blutspender in Belgrad und in Bristol. Das Leben des Babys in Brig wird wundersam gerettet.
Gianni wächst im Oberwallis in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater verteilt Zeitungen, die Mutter arbeitet am Bahnhofskiosk. Macht ein solcher Start ins Leben etwas demütig und bescheiden? Mitnichten.
Als frisch gewählter Fifa-Präsident bezeichnet er den vorgeschlagenen Jahreslohn von 1,9 Millionen Franken als Beleidigung. Als erste Amtshandlung bestellt er sich für sein Fifa-Appartement einen neue Matratze für 11 440 Franken.
Vor zehn Jahren war schon absehbar, wohin die Reise, die hoffentlich bald endet, geht.
Das hat auch Hans-Ueli Rihs, der Besitzer von YB, vor mehr als drei Jahren festgestellt. Damals war er zu Gast bei den Donatoren des FC Wohlen und hat ein Referat gehalten. Die Entfremdung des Fussballs weg von der Basis und die schamlose Inszenierung Infantinos hat er schon damals kritisiert. «In der Schweiz ist der Fussball noch halbwegs normal. Aber was im Ausland abgeht, ist himmeltraurig.» Rihs bezeichnet Infantino als Beleidigung für den Fussball. «Ihm würde ich die Hand nie geben. Die Profilierungsgeilheit gehört mittlerweile zum Fussball.» – Worte, die aktueller sind denn je.