Identisches Original
19.05.2026 Muri, AutoDer Aktivanlass führt in die traditionsreiche Garage Louis Frey in Muri
Die Aktivanlässe der Freiämter Regionalzeitungen AG sind bei den Abonnenten beliebt und bieten unter anderem seltene Einblicke. Wie in die Garage von Louis Frey in Muri, wo nicht nur ...
Der Aktivanlass führt in die traditionsreiche Garage Louis Frey in Muri
Die Aktivanlässe der Freiämter Regionalzeitungen AG sind bei den Abonnenten beliebt und bieten unter anderem seltene Einblicke. Wie in die Garage von Louis Frey in Muri, wo nicht nur die Fahrzeuge Geschichten erzählen, sondern auch das Gebäude selbst.
Monica Rast
Es wird eng im kleinen Raum, der von Fenstern umgeben ist. In ihm stehen alte Motoren und Motorräder wild durcheinander. Überall hängt der Geruch von Benzin und Diesel in der Luft.
Die Garage von Louis Frey ist ein Familienbetrieb, der bereits in dritter Generation geführt wird. Durch Erfahrungen, die vom Vater an den Sohn weitergegeben wurden, ist die Garage im Stande, auch für ungewöhnliche Probleme eine Lösung zu finden. Die Freys begnügen sich nicht damit, defekte Teile einfach auszutauschen, sondern versuchen, diese wenn möglich zu reparieren oder neu herzustellen.
Neue Garage nicht im Sinne des Familienunternehmens
«Wir sind seit 1919 ein identisches Original», lacht Louis Frey, «und sind immer noch am gleichen Standort wie bei der Firmengründung.» Etwas anderes käme für die Familie auch nicht infrage. «Eine neue Garage wäre nicht in unserem Sinne», meint er aus Überzeugung. Obwohl man beim Gang in den Keller den Kopf einziehen muss.
«Die Menschen werden immer grösser und manchmal ist sogar ein Oldtimer zu klein für mich», schmunzelt Frey. Laut dem Automechaniker muss man das alte Autogewerbe leben, spüren und schmecken. Dies sei bei den elektronischen Autos nicht mehr das Gleiche. «Wenn jemand mit seiner elektrischen Scheibe Probleme hat, ist er in dieser Garage definitiv falsch. Manche Oldtimer besitzen nicht mal Scheiben. Die heutigen Automechaniker können eher einen Fernseher reparieren als einen Oldtimer.»
In dieser Garage werden Fahrzeuge älteren Jahrgangs bevorzugt. Egal ob für einen Umbau, Restauration oder einfach für die Sammlung. «Wir beherbergen europaweit die grösste Sammlung», meint der Firmeninhaber stolz. Viele Stücke finden durch Zufall den Weg nach Muri. Wie unterschiedliche Jaguartüren. Frey wurde angefragt, ob er Interesse an zwei drei Türen hätte. Schlussendlich waren es über 30. Oder die Überbleibsel von Motoren abgestürzter Flugzeuge.
«Und manchmal hängt am eigentlichen Ausstellungsobjekt noch ein Rad dran», meint Louis Frey lachend, als er den Anwesenden einen Teil eines Fliegermotors zeigt. Für ein Nachtessen gab es einen alten Baggermotor, der heute noch läuft, und daneben steht ein kleiner Fordmotor, der ebenfalls frisch revidiert wurde.
Dass er das alte Autogewerbe liebt, ist überall spürbar. Zu jedem Motor oder Fahrzeug weiss er einiges zu berichten. Egal ob Jahrgang, Produktion oder Einsatz – Louis Frey kennt die Geschichte dahinter. So ist der Sulzer-Motor ein geniales Produkt und die alte Indian hat nur hinten eine Bremse. «Wenn man mit solchen Fahrzeugen auf der Strasse unterwegs ist, ist man nicht auf der Flucht», mein er lachend und erzählt, wie er mit dem Motorrad in eine Kontrolle kam. «Ich war mit der Indian unterwegs und wurde von einem Dorfpolizisten angehalten. Die Geschwindigkeit passte, aber die Lederkappe die ich passenderweise zum Fahrzeug trug, war fragwürdig.»
Gespannt hören die Anwesenden den Ausführungen zu und bei manchen Objekten fangen bei einigen die Augen an zu leuchten. Wie beim Motor einer Supermarine Spitfire. Ein Jagdflugzeug aus britischer Produktion. «Als wir den Motor testeten, flogen im Waschbereich die Plättli von der Wand», erinnert sich Frey.
Damit die Anwesenden ein Gespür für einen ähnlichen Motor bekommen, lässt er den Motor seines eigenen Fahrzeuges, aufheulen – extrem laut, Funken sprühend und mit viel Rauch. Das Auto wurde aus verschiedenen Komponenten von Louis Frey zusammengebaut und ist seit 15 Jahren bei Bergrennen im Einsatz. «Hier gibt es keine Helferli beim Lenken und bei Vollgas ist ein Satz Reifen nach 300 Kilometern flach», informiert der Hobbyrennfahrer.
Eine Ehre für die Garage Louis Frey
Vor rund zweieinhalb Jahren kam eine Offertenanfrage für einen legendären 1931 Rolls-Royce Phantom II Estate Wagon (bekannt als «Schweizerhof»- Hotelbus). Gefunden in Australien und damals in Interlaken im Einsatz.
Aus Erfahrung weiss Louis Frey, dass eine Offerte für eine solche Restaurierung fast unmöglich ist. «Nach oben ist alles offen», erklärt er den Anwesenden und teilte dies auch so dem Eigentümer mit. Trotzdem bekam er den Zuschlag mit der Begründung: Seine Offerte sei die einzige, die hält, was sie verspricht. «Der Zuschlag war eine Ehre für die kleine Garage Frey in Muri», meint der Automechaniker stolz. Kürzlich konnte das Fahrzeug dem Eigentümer übergeben werden. Somit ist ein weiteres Kapitel Geschichte abgeschlossen.



