Holz aus dem eigenen Wald
07.07.2026 Baugewerbe, Künten, Region BremgartenEhre für Holzwerk
In Künten darf man sich über eine Auszeichnung freuen. Eine Familie hat für ihren Neubau einen eidgenössischen Holzpreis erhalten. Teilweise stammt das für das Projekt verwendete Holz aus dem eigenen Wald.
...Ehre für Holzwerk
In Künten darf man sich über eine Auszeichnung freuen. Eine Familie hat für ihren Neubau einen eidgenössischen Holzpreis erhalten. Teilweise stammt das für das Projekt verwendete Holz aus dem eigenen Wald.
--red
Die Familie von Alois Kohler erhält für ihren Neubau den Holzpreis
Wo über zwei Jahrhunderte lang der Familiensitz der Kohlers in Künten im Ortsteil Sulz stand, wurde in den letzten eineinhalb Jahren ein Haus mit sechs Wohnungen gebaut. Das Besondere: Es besteht aus 45,5 m2 Holz, das aus der Schweiz stammt.
Roger Wetli
«Für uns ist es das erste Mal, dass wir derart konsequent mit diesem Label und mit Schweizer Holz gearbeitet haben», erklärt Reto Saxer, Geschäftsführer der R. Saxer Holzbau GmbH in Hägglingen. Er leitet das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder Roger Saxer. Besonders ist dieser Neubau für die beiden aber nicht nur aufgrund dieser neuen Erfahrung. «Als Kinder haben wir im und um das Haus hier gespielt, das abgerissen wurde. Unsere Mutter ist eine Schwester von Alois Kohler», erklärt Roger Saxer. «Das Gebäude war also unser Grosselternhaus.»
CO2 wird gebunden statt freigesetzt
Die neue Erfahrung von Roger und Reto Saxer widerspiegelt sich nicht nur in der Herkunft des Holzes, sondern auch darin, dass sie verschiedene Angaben dem Verband Lignum Holzwirtschaft Schweiz einreichen mussten. Dazu gehörten zum Beispiel die Lieferscheine für das Holz, die Mengen und Fotos. «Insgesamt bedeutete das wohl zwei Tage Arbeit», so Reto Saxer. Umso glücklicher ist er, dass es mit der Auszeichnung geklappt hat. Auf dem Zertifikat wird nun ausgewiesen, dass für die Dachkonstruktion und die Fassade inklusive Unterkonstruktion nachweislich 45,5 m? gelabeltes Schweizer Holz verarbeitet wurden. Das Objekt entspreche den Anforderungen gemäss Reglement des Labels Schweizer Holz.
Begeistert ist auch Förster Guido Schibli. Er leitet den Forstbetrieb Reusstal und konnte einige Stämme für den Neubau liefern. «Für den Forst ist das eine gute Sache», erklärt er. «Dieses Holz hat die Schweiz für die Verarbeitung und Montage nie verlassen. Die Wege waren also kurz.» Zudem werde in diesem Gebäude jetzt das CO2 langfristig gespeichert, welches die Bäume beim Wachstum banden. «Das ist anders, wenn das Holz verbrannt wird.» Zudem mache es ihm Freude, wenn er an Häusern vorbeifahre, die aus Holz aus seinem Forst gebaut wurden.
Verkraftbare höhere Kosten
Alois Kohler und seine Söhne liessen das Haus zusammen erstellen. Er unterstreicht: «Ein Teil des Holzes stammt aus unserem eigenen Wald. Neben dem Forstbetrieb Reusstal berücksichtigten wir weitere Betriebe aus der Umgebung.» Wichtig ist ihm auch, dass das Material unbehandelt verbaut wurde und deshalb keine Chemikalien enthält, die in der Umwelt Schäden anrichten könnten. «Gerade das Lärchenholz ist sehr widerstandsfähig gegen Witterung und Insekten und Pilze. Es enthält viel Harz, das es schützt.» Stolz ist er, dass nicht nur der sichtbare Teil aus Schweizer Holz besteht, sondern auch der Unterbau. Damit es langfristig halte, sei die installierte Hinterlüftung wichtig. Kohler betont aber auch, dass die Kosten durch die Verwendung von Schweizer Holz rund 10 bis 15 Prozent höher sind als für aus dem Ausland importiertes. «Auch wir müssen auf das Geld schauen. Ich bin aber überzeugt, dass sich diese Nachhaltigkeit langfristig auch auszahlen wird.»
Für Architekt Roman von Arx von der Martin von Arx GmbH spielt es dagegen weniger einer Rolle, ob das Holz aus der Schweiz stammt oder nicht. «Das Material ist das gleiche», erklärt er. «Herausfordernder war bei diesem Bau die Einhaltung der Vorgaben des Ortsbildschutzes. Wobei wir mit dem Gemeinderat und dem zuständigen Ortsbildschützer ein gutes Einvernehmen pflegen.» Entscheidend sei diesbezüglich gewesen, die Gemeinde bereits beim Vorprojekt einzubeziehen.
Alle Wohnungen vermietet
Alois Kohler möchte mit diesem Gebäude ein Zeichen setzen. «Es ist ein gutes Beispiel, dass ein solcher Bau mit Schweizer Holz funktioniert und auch bezahlbar ist. Das Material muss nicht aus dem Ausland kommen.» Diese Philosophie sei sicher auch für die Mieter spürbar. «Diese danken es. Denn die Verträge für alle sechs Wohnungen sind bereits unterschrieben.»

