Hin zum modernen Energiebetrieb
07.07.2026 WohlenJahresbericht 2025 des Abwasserverbandes Region Wohlen mit insgesamt acht Gemeinden
Die Gemeinden Wohlen, Waltenschwil, Villmergen, Sarmenstorf, Büttikon, Bettwil, Uezwil und Kallern bilden den Abwasserverband Region Wohlen. Diese sind in der ARA im Blettler bestens ...
Jahresbericht 2025 des Abwasserverbandes Region Wohlen mit insgesamt acht Gemeinden
Die Gemeinden Wohlen, Waltenschwil, Villmergen, Sarmenstorf, Büttikon, Bettwil, Uezwil und Kallern bilden den Abwasserverband Region Wohlen. Diese sind in der ARA im Blettler bestens aufgehoben.
Daniel Marti
«Das Jahr 2025 darf als ein positives, innovatives und erfolgreiches Jahr bezeichnet werden. Verschiedene neue Projekte wurden lanciert, umgesetzt und konsequent weiterentwickelt. Besonders die neue Schlammentwässerung, die Ende 2024 in Betrieb genommen wurde, erweist sich strategisch als äusserst wertvoll.» Dies schreibt ARA-Präsident Arsène Perroud im Jahresbericht des Abwasserverbandes Region Wohlen. In Kombination mit den ergänzend realisierten Teilprojekten der Faulturm- und Stapelsanierung ist die Schlammbehandlung der ARA Region Wohlen «nachhaltig gesichert und für die kommenden 15 Jahre bestens gerüstet».
Künftig das «Energiezentrum ARA Region Wohlen»
Die Tätigkeiten des Vorstandes waren im Berichtsjahr stark von der strategischen Neuausrichtung geprägt. Der Fokus liegt dabei auf dem Wandel von der klassischen Abwasserreinigung «hin zu einem modernen Energiebetrieb. Eine fortschrittliche, nachhaltige Nutzung der Ressourcen unter gleichzeitiger Gewährleistung der Betriebssicherheit steht dabei im Zentrum unserer Bestrebungen», so Perroud weiter. Zukünftige Projekte wie die Nutzung von Gas- und Abwasserwärme sowie der Ausbau der Solarenergie sollen das «Energiezentrum ARA Region Wohlen» definieren und stärken.
Wegweisende Schritte wurden durch den Vorstand bereits eingeleitet. Dazu zählen insbesondere die Projektvorbereitungen zur Abwasserwärmenutzung, zur Biogasaufbereitung mit Einspeisung ins örtliche Gasnetz sowie zur Erweiterung der Solaranlage über den Nachklärbecken. «Diese Investitionen sind ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit unserer Anlage.» Spannende Aufgaben und ein starker Zusammenhalt prägen laut Perroud die ARA Region Wohlen. Die acht Verbandsgemeinden begleiten die strategische Ausrichtung konstruktiv und sie tragen sie auch finanziell mit. Perroud spricht dabei von einem «bedeutenden Vertrauensbeweis».
Arsène Perroud blickt auch gerne in die Zukunft. Mit grosser Freude schaut man auf die kommenden Aufgaben und «die Weiterentwicklung der bereits aufgegleisten Projekte. Dem Abwasserverband Region Wohlen steht eine wegweisende Zukunft bevor», so der Präsident.
Für gelebten Umweltschutz
Weiter wird im Jahresbericht betont, dass Wasser eine Grundlage allen Lebens ist. Zugleich ist es Spiegel der Gesellschaft. Was täglich in Haushalten, Gewerbe und Industrie im Einzugsgebiet der ARA Region Wohlen genutzt wird, trift man auf der Abwasserreinigungsanlage an. Der Weg vom «Abwasser zum Wasser» beschreibt damit weit mehr als den technischen Prozess: Er steht für Verantwortung, Innovation und gelebten Umweltschutz.
Die Abwasserreinigungsanlage des Abwasserverbandes Region Wohlen übernimmt eine zentrale Aufgabe in diesem Kreislauf. Mit moderner Verfahrens- und Energietechnik sowie einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit wird verunreinigtes Wasser in eine Ressource verwandelt, die sicher in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann. «Damit wird auch ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz und zur Lebensqualität in der Region geleistet», schreibt Pius Keusch, Betriebsleiter und Geschäftsführer. Auch darüber gibt der Jahresbericht 2025 Einblick und Auskunft. Das Berichtsjahr 2025 war jedenfalls wegweisend für die Weiterentwicklung der ARA Region Wohlen.
Ein bedeutender Meilenstein war der erfolgreiche Abschluss des Gesamtprojekts zur Erneuerung der Schlammentwässerung. «Es steht nun «eine moderne, zukunftsgerichtete Infrastruktur für eine ressourcenschonende Klärschlammentsorgung zur Verfügung», so Pius Keusch.
Parallel dazu wurden die in die Jahre gekommenen elektrischen Unterverteilungen der Schlammentwässerung vollständig erneuert – «eine wichtige Investition in die Betriebssicherheit und Verlässlichkeit der Anlage für die kommenden Jahrzehnte».
Über 2500 Analysen zur Wasserqualität
Betrieblich konnte die Anlage erneut stabile Voraussetzungen gewährleisten. Trotz des Rückgangs der gesamten Abwassermenge um 17 Prozent gegenüber dem regenreichen Vorjahr 2024 wurden die Reinigungsleistungen und Auslaufwerte konstant eingehalten. Der anfallende Klärschlamm nahm 2025 leicht zu und wird seit Inbetriebnahme der neuen Schlammentwässerung an die ARA Werdhölzli abgegeben. Insgesamt wurden 889 Tonnen Trockensubstanz entsorgt – dies ist eine moderate Zunahme von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im betriebseigenen Labor wurden 2517 Analysen zur Wasserqualität durchgeführt, unter anderem für die Zuläufe Wohlen und Villmergen sowie für den Anschluss der Dottikon ES AG. Die gesetzlich geforderte Reinigungsleistung von 85 Prozent für organischen Kohlenstoff wurde mit durchschnittlich 91,9 Prozent deutlich übertroffen. Auch beim chemischen Sauerstoffbedarf erzielte die Anlage mit 93,6 Prozent hervorragende Reinigungswerte.
Die Gasproduktion belief sich auf 399 004 m3 und lag damit im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. 99,4 Prozent der produzierten Gasmenge wurden in den beiden Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Dies sei ein Ausdruck der «hohen energetischen Effizienz der Anlage», heisst es im Bericht von Geschäftsführer Pius Keusch.
Ertragsüberschuss von einer halben Million Franken
Auch finanziell zeigt sich ein erfreuliches Bild: Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 507 584 Franken gegenüber dem Budget ab. Positive Entwicklungen bei den Energiepreisen sowie eine kosteneffiziente Schlammentwässerung haben massgeblich zu diesem Ergebnis beigetragen.
Der Betriebskostenbeitrag der Dottikon ES AG richtet sich vertraglich nach der im Labor ARA Wohlen ermittelten und angelieferten Schmutzfracht. Der Betriebsbeitrag der Dottikon ES AG beträgt im Jahr 2025 rund 57 000 Franken.
Wachstum von 30 Prozent
Beim Abwasserverband Region Wohlen und der Anlage ARA im Blettler sind acht Gemeinden angeschlossen. Dies sind Wohlen, Waltenschwil, Villmergen, Sarmenstorf, Büttikon, Bettwil, Uezwil und Kallern. In diesen Ortschaften wohnen zusammen über 34 500 Einwohnerinnen und Einwohner. Gemäss Prognose wird im Einzugsgebiet bis ins Jahr 2045 eine Bevölkerungs- und Industrieentwicklung von bis zu 30 Prozent erwartet. «Die ARA Region Wohlen ist sich der Entwicklung bewusst und stellt sich den daraus resultierenden Anforderungen mit gezielten Investitionen in die Abwasserreinigungsanlage», schreibt Pius Keusch, der Geschäftsführer.
--dm

