Herausfinden, was gefragt ist
29.08.2025 Kelleramt, ArniSeit Anfang Jahr gibt es in Arni eine Alterskommission – diese lädt nun zum Treffpunkt 60plus
Der Laufträff ist das erste Angebot. Weitere werden folgen – etwa ein Wandertag oder Anlässe im einstigen Schützenhaus. Die Alterskommission Arni ...
Seit Anfang Jahr gibt es in Arni eine Alterskommission – diese lädt nun zum Treffpunkt 60plus
Der Laufträff ist das erste Angebot. Weitere werden folgen – etwa ein Wandertag oder Anlässe im einstigen Schützenhaus. Die Alterskommission Arni hat ihre Arbeit aufgenommen. Der zuständige Gemeinderat André Huber spricht über die Aufgaben und die Ziele.
Annemarie Keusch
Vielleicht braucht es das alles nicht. Vielleicht ist die Alterskommission in Arni künftig nur dazu da, um die Fülle an Angeboten für die ältere Bevölkerung zu sammeln und zu verbreiten. Vielleicht sind die Angebote im Dorf aber auch gefragt. «Das wissen wir alles nicht und wollen es entsprechend herausfinden», sagt André Huber, der im Gemeinderat für das Ressort Soziales zuständig ist. Ein bunter Strauss an Angeboten soll helfen, zu eruieren, was die ältere Dorfbevölkerung von Arni will. Jassnachmittage, Vorträge, ein Wandertag, gemütliches Beisammensein. Die Ideen sind vielfältig. Und geht es nach der Alterskommission, sollen sie noch vielfältiger werden.
Auch darum organisiert sie am 4. September, 18 Uhr, einen Treffpunkt 60plus im Foyer der ökumenischen Kirche. Hier soll die Bevölkerung ihre Vorstellung von Angeboten im Alter darlegen können. «Entsprechend hoffen wir auf viele Teilnehmende», sagt André Huber. Rund 20 Personen sind bisher angemeldet, Huber hofft auf 50 Teilnehmende. «Damit wir auch wirklich den Puls der älteren Bevölkerung spüren können.»
Als Drehscheibe in Altersthemen
Überhaupt erst ein Thema wurde die Alterskommission als Folge des Altersleitbildes, das die Gemeinde im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit der Pro Senectute ausarbeitete. Im Anhang dessen formulierte die Gemeinde einen Massnahmenkatalog. Die Bildung einer Alterskommission, die sich des Themas annimmt, gehörte dazu. Seit 1. Januar ist diese konstituiert. Neben André Huber zählen Sabine Ender, Christa Huber und Erich Rütimann dazu. «Wir wären gerne noch mehr Mitglieder», sagt André Huber. Damit die Aufgaben besser verteilt werden können, vor allem im Hinblick darauf, dass die Kommission doch einige Anlässe lancieren will. Huber hofft, dass sich aus dem «Treffpunkt 60plus» nächste Woche vielleicht das eine oder andere zusätzliche Kommissionsmitglied ergibt. «Der Anlass ist eine Mischung zwischen Werbung, Information und Abholung der Bedürfnisse», sagt er.
Dabei hat die Alterskommission bereits mit ersten Veranstaltungen losgelegt. Wöchentlich treffen sich Interessierte zum Laufträff. «Ganz ungezwungen», sagt Huber. Sie spazieren im und ums Dorf und erfahren spannende Anekdoten. Wer etwas weiss, erzählt es. Bis zu 20 Leute sind jedes Mal dabei. «Es zeigt, dass dieses Angebot ankommt», zieht Huber eine erste Zwischenbilanz. Denn das ist ihm wichtig. «Es geht nicht darum, möglichst viel anzubieten, ohne dass die Bevölkerung das auch will und daran teilnimmt.» Er verstehe die Alterskommission als Drehscheibe, um das Angebot anderer – Pro Senectute, Kirche, Rotes Kreuz, Nachbarschaftshilfe, KISS – zu verbreiten. «Und mit Anlässen im Dorf zu ergänzen, sofern das gefragt ist.»
Einstiges Schützenhaus öffnen
Für André Huber ist klar, dass ein solches Angebot für die ältere Generation wichtig ist. «Weil die Leute so ins Gespräch kommen miteinander, sich treffen.» Dies umso mehr, als es in Arni seit Jahren kein Restaurant mehr gibt. Im Zuge des Laufträffs sei in der Gemeindescheune eine Art Pop-up-Café entstanden. Die Alterskommission plant, das einstige Schützenhaus sporadisch für solche Treffen zu öffnen. «Dies war einst zur Nutzung durch Vereine geplant», weiss André Huber. Noch diesen Herbst wolle die Kommission da ein Miteinander ermöglichen. «Es ist gut möglich, dass später hier auch Anlässe stattfinden. Vom Spielenachmittag über Vorträge bis hin zu Workshops – Ideen sind auch in diesem Bereich viele da.» Die möglichst bald um einige Interessierte ergänzte Alterskommission soll entscheiden, welche im neuen Jahr dann auch realisiert werden.
Apropos 2026. Auch hierfür hat die Kommission bereits erste Pläne. Regelmässige Wandertage sind ein Thema. Und es ist geplant, den früher jährlich stattfindenden Seniorenausflug wieder ins Leben zu rufen. Kommt hinzu, dass der Gemeinderat auch politische Themen rund um die ältere Bevölkerung aufnimmt. Eines der Stichworte heisst: altersgerechtes Wohnen. «Aktuell gibt es bei uns kein solches Angebot», weiss André Huber. Entsprechende Projekte seien angedacht, aber noch nicht konkret und damit spruchreif.
Durchmischung aufrechterhalten
André Huber betont aber auch, dass es zwar wichtig sei, sich um die ältere Bevölkerung zu kümmern, man dabei aber die jüngere nicht vergessen wolle. «Gerade im Bereich Wohnraum, der hier schwer zu finden ist.» Denn Arni ist eine Gemeinde, in der der demografische Durchschnitt relativ tief liegt, im Vergleich zu anderen. «Auch bei uns wird die Bevölkerung älter, aber wir dürfen sagen, dass die altersmässige Durchmischung im Dorf sehr gut ist.» Das soll auch weiterhin so sein. Obwohl mit dem Altersleitbild und der Alterskommission aktuell der Fokus stärker auf Seniorinnen und Senioren liegt.
Anmeldungen für den «Treffpunkt 60plus» vom 4. September, 18 Uhr, im Foyer der ökumenischen Kirche an Christa Huber,
Mail huber_christa@bluewin.ch oder Tel. 079 570 08 12.