Hand in Hand im Einsatz
02.07.2024 MuriBlaulichttag: «Füür ond Flamme» für die Rettungsdienste
Der zweite Blaulichttag am vergangenen Samstag versprach einiges an Attraktion. Dabei schätzt die Bevölkerung die Arbeit aller Akteure des Bevölkerungsschutzes und ist trotzdem ...
Blaulichttag: «Füür ond Flamme» für die Rettungsdienste
Der zweite Blaulichttag am vergangenen Samstag versprach einiges an Attraktion. Dabei schätzt die Bevölkerung die Arbeit aller Akteure des Bevölkerungsschutzes und ist trotzdem froh, sie nicht zu brauchen. Und falls doch, dass dieser so gut funktioniert.
Monica Rast
Die Faszination am Blaulicht ist ungebrochen. Jeder kleine Junge möchte doch mindestens einmal Polizist oder Feuerwehrmann sein. Doch bei einem Ernstfall sind manchmal noch viele andere «Helden» im Einsatz. Das OK des Blaulichttages möchte genau dies aufzeigen. Ganz nach dem Motto «Gemeinsam sind wir stark».
Vor acht Jahren fand der erste Murianer Blaulichttag statt und lockte zahlreiche Menschen auf den Parkplatz vor dem Feuerwehrmagazin. Die Rückmeldung aus der Bevölkerung war so positiv, dass sich das gleiche OK zusammenschloss und vor rund einem Jahr begann, einen weiteren Blaulichttag zu organisieren.
Ein Blick hinter die Kulissen
Es brauchte keine grossen Überredungskünste bei den Partnerorganisationen, damit sie an diesem Tag anwesend waren. «Es ist schön, einem Publikum unsere Arbeit zu präsentieren», erklärt Agnes Zarzycki von Redog und zeigt neugierigen Kindern, wie ihr Hund Leni über eine Treppe gehen kann. Redog ist eine Freiwilligenorganisation und rund um die Uhr bereit, in den Einsatz zu gehen.
Jede der Partnerorganisationen führte einen Posten und gab einen Einblick in ihr Spezialgebiet und stand Rede und Antwort. Ein riesiges Arsenal an Fahrzeugen, Maschinen, Spezialwerkzeugen, diversen Hilfsmitteln und auch neuster Technik steht den meist freiwilligen Rettern bei einem Einsatz im Notfall zur Verfügung. Wie das genau funktioniert, zeigten sie in einer gemeinsamen Übung vor grossem Publikum, welches die Vorführung von sicherer Entfernung aus verfolgen konnte.
Ein Spielplatz für ein Grossaufgebot
Folgende Situation fanden die Einsatzkräfte vor: Ein Personenwagen hatte einen Unfall verursacht und war in ein Gebäude gefahren. Dieses war durch den Aufprall teilweise eingestürzt und zudem einsturzgefährdet. Es galt, die Personen im Fahrzeug zu bergen, eine verschüttete Person zu finden, das Gebäude zu sichern und zu guter Letzt den flüchtenden Autofahrer zu stellen und einen Brand zu löschen. Es wurde Hand in Hand gearbeitet, währenddessen die Abläufe von den jeweiligen Organisationen kommentiert wurden. Für die Kantonspolizei war Thomas Amrein zuständig. Über die Arbeit des Rettungsdienstes gab Stefan Haber Auskunft. Fabian Niederberger war der Sprecher für das kantonale Katastrophen-Einsatzelement und Michael Stocker war für die Zivilschutzorganisation zuständig. Die Erklärungen für Redog übernahm Barbara Bütler und über den Feuerwehreinsatz informierte Marcel Schaffhauser. «Es ist wichtig, dass man in einer Krise die Köpfe kennt», ergänzte der Kommandant der Stützpunkt-Feuerwehr Muri+ Thomas Strebel. Nicht selten sind andere Rettungsorganisationen bei einem Einsatz beteiligt. So war das Szenario keinesfalls unrealistisch. Sogar der landende Helikopter passte perfekt in die Übung. «Dies ist der Lohn für das OK», meint Schaffhauser. Denn ursprünglich war die Ankunft auf Mittag geplant gewesen. Doch der Heli war gleich mehrmals im Einsatz und fand deshalb erst am Nachmittag Zeit für einen Abstecher nach Muri. Doch schon kurz darauf wurde er wieder für einen weiteren Einsatz aufgeboten.
Für alle Beteiligten waren die zahlreichen Besucher eine wohltuende Bestätigung für ihre Arbeit. Immer wieder hörte man, wie gut die einzelnen Schritte rübergebracht wurden, obwohl nicht alle Zuschauer alles sahen. Waren doch die Landung und die Erfassung des Flüchtigen zum Teil hinter dem Feuerwehrauto versteckt. Doch alles in allem war die Rückmeldung sehr positiv.
Aus nächster Nähe
Rot glänzend stehen die mächtigen Fahrzeuge der Stützpunkt-Feuerwehr Muri+ in der Halle und werden mit grossen Augen bestaunt. Daneben sind die Polizeiautos mit ihrem Blaulicht eher klein, faszinieren aber gleichermassen. Auch die Ausstattung des Rettungsfahrzeuges stösst auf grosses Interesse. Unter Aufsicht ein Feuer löschen oder im Helikoptersimulator eine Runde drehen waren nur zwei der Attraktionen. Etwas Mut brauchte es auch beim Aufprallsimulator. Gerade mal 4,5 und 7,2 Stundenkilometer war der Aufprall, doch eine eindrückliche Erfahrung. «Man glaubt gar nicht, wie heftig schon ein Aufprall mit 7,2 Stundenkilometern ist», erklärt Christoph Huber sein Erlebnis. Auch die Schülerin Soraya Rüttimann brauchte ein wenig Mut, sich auf das Abenteuer Aufprall einzulassen.