Halle in einem Jahr wieder
23.06.2026 Kelleramt, OberlunkhofenKurze und ruhige «Gmeind» in Oberlunkhofen
Nur 45 Minuten und keinerlei Diskussionen. Nach zuletzt viel Gesprächsstoff an den Gemeindeversammlungen in Oberlunkhofen war die diesjährige sehr ruhig. Zu reden gab einzig die gestellte Rechnung der ...
Kurze und ruhige «Gmeind» in Oberlunkhofen
Nur 45 Minuten und keinerlei Diskussionen. Nach zuletzt viel Gesprächsstoff an den Gemeindeversammlungen in Oberlunkhofen war die diesjährige sehr ruhig. Zu reden gab einzig die gestellte Rechnung der Katholischen Kirchgemeinde. Und der Gemeinderat informierte über den aktuellen Stand der Turnhalle Breite.
Annemarie Keusch
Mit einer solchen Frage hatte Vizeammann Mirjam Kölliker schon gerechnet. Und sie kam dann auch. Von einem Stimmbürger, der die Jahresrechnung der Gemeinde genau angeschaut hat. Nicht wegen der Erfolgsrechnung, die mit einem Ertragsüberschuss von über 1,2 Millionen Franken abschliesst. Nicht wegen des Finanzierungsüberschusses von gut 190 000 Franken und nicht wegen der 430 000 Franken an Projektierungskosten, die im vergangenen Jahr für die Turnhalle Breite investiert wurden. Die Aussergewöhnlichkeit versteckte sich in der Sparte Umweltschutz und Raumordnung der Gemeinderechnung und betrifft die Rechnung der Katholischen Kirchgemeinde Lunkhofen. Auf 80 600 Franken beläuft sich das in Rechnung gestellte Total und umfasst die Zinsrechnung für das Baurecht, das Friedhofsareal mit Gebäude und Werkplatz.
35 000 Franken davon wurden bezahlt. «Der Rest ist bestritten», heisst es in der Broschüre zur «Gmeind». Die Einwohnergemeinden Oberlunkhofen, Rottenschwil und Unterlunkhofen hätten für den Restbetrag von 45 600 Franken Rückstellungen gebildet – Oberlunkhofen in der Höhe von 20 800 Franken.
Gericht wird entscheiden müssen
Die per 1. Januar neu gewählte Gemeinderätin und Vizeammann Mirjam Kölliker präsidiert die Friedhofskommission. Sie führte an der «Gmeind» aus: «Für den Friedhof und das Begräbnis ist die Gemeinde zuständig.» Seit knapp 50 Jahren läuft der entsprechende Baurechtsvertrag und ist noch über 50 Jahre gültig. Das Land wird alle fünf Jahre neu geschätzt und daraus entsteht jeweils der Pachtzins. «Bei der letzten Schätzung wurde der Betrag deutlich nach oben korrigiert», erzählt Mirjam Kölliker. Und damit seien die politischen Gemeinden von Oberlunkhofen, Rottenschwil und Unterlunkhofen, die gemeinsam den Friedhof betreiben, nicht einverstanden. Weil das Land als Bauland eingeschätzt wurde und weil nicht der Referenzzinssatz eingesetzt wurde.
Mehrere Gespräche hätten stattgefunden, auch in Anwesenheit eines externen Beraters. «Eine Lösung fanden wir bis anhin keine», ergänzte Kölliker. Weil der Baurechtsvertrag noch über 50 Jahre gültig ist, müsse aber eine solche Lösung zwingend gefunden werden. Dies erfolge vor dem Schieds- oder dem Bezirksgericht.
Funktionalere Anordnung
Die weiteren Traktanden lösten weder Fragen noch Diskussionen aus. Gespannt war man indes darauf, dass der Gemeinderat über den aktuellen Stand rund um die neue Turnhalle Breite informiert. An der letzten «Gmeind» wurde ein Überweisungsantrag deutlich angenommen, wonach das Projekt maximal elf Millionen Franken kosten dürfe. Gemeindeammann Alain Maître informierte, dass das Raumkonzept mittlerweile überarbeitet wurde, und spricht von einer «funktionaleren Anordnung». Zudem werde der Kopfbau so konzipiert, dass er statisch die Möglichkeit offenlässt, darauf einst eine Schulraumerweiterung vorzunehmen.
Nun werde das Vorprojekt erarbeitet und anschliessend die Submission durchgeführt. «Wir setzen auf ein Totalunternehmen, um die Kostensicherheit zu gewährleisten, aber wir wollen bei der Vergabe an Subunternehmer mitentscheiden können», führte Gemeindeammann Alain Maître aus. Ein Beispiel dafür: Es soll Holz vom eigenen Forstbetrieb verwendet werden. Nach der Submission folgt der Baukredit an der «Gmeind». «Wohl im Sommer 2027.» Also frühestens in einem Jahr.
Die Beschlüsse
Von den 1580 Stimmberechtigten nahmen 80 an der Versammlung teil. Sie genehmigten das Protokoll, den Rechenschaftsbericht und die Einbürgerung von Stefanie Brinkmann und Mathieu Guillaume ohne Gegenstimme. Gleiches gilt für die Kreditabrechnung Sanierung altes Schulhaus und die Jahresrechnung. Eine einzige Gegenstimme gabs zum Verpflichtungskredit von 205 000 Franken für den Erwerb des Sitzungszimmers von der Raiffeisenbank Kelleramt-Albis. Unter Verschiedenem wurde Josef Etterlin von Gemeindeammann Alain Maître geehrt. Etterlin engagierte sich 35 Jahre lang als Delegierter in der Vereinigten Wasserversorgung Oberlunkhofen-Arni-Islisberg.

