Grüne Oase fürs Ortszentrum
03.03.2026 Kelleramt, Oberlunkhofen, BaugewerbeDer Dorfplatz in Oberlunkhofen soll aufgewertet werden – die Pläne liegen öffentlich auf
Ein neu gestalteter Dorfplatz für Oberlunkhofen? Ein entsprechendes Baugesuch wurde vergangene Woche publiziert. Die Pläne können noch bis zum 24. ...
Der Dorfplatz in Oberlunkhofen soll aufgewertet werden – die Pläne liegen öffentlich auf
Ein neu gestalteter Dorfplatz für Oberlunkhofen? Ein entsprechendes Baugesuch wurde vergangene Woche publiziert. Die Pläne können noch bis zum 24. März auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden.
Thomas Stöckli
Mehrwert dürfe die Bevölkerung keinen erwarten, dämpft Bauherrin Evelyne Beeler von der Beeler Immobilien AG die Erwartungen. Der Grund für die geplanten Massnahmen sei pragmatischer Natur: «Die Tiefgarage ist undicht und muss saniert werden.» Welche Auswirkungen das auf den Platz darüber haben sollte, sei ein Knackpunkt gewesen, sagt Beeler und verweist auf die vielen verschiedenen Interessen des Kantons sowie der Mitbesitzer, der Stockwerkeigentümerschaft Dorfplatz. Nebst zwei privaten Parteien sind dies an der Zugerstrasse 20 die Post und die Gemeinde sowie an der Zürcherstrasse 1 die Raiffeisenbank.
Bauminseln um den Brunnen
«Man war sich einig, dass der Platz nicht einfach ein Platz sein soll», so Evelyne Beeler. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass der Platz zu klein sei für Dorfanlässe. «Daher wurde er nie als Dorfplatz genutzt.» Um die Atmosphäre dennoch aufzuwerten, wolle man ihn nun begrünen. Konkret soll das bereits im 2. oder 3 Quartal des laufenden Jahres erfolgen.
Die entsprechende Gestaltungsidee kommt von Fabio Stutzer, WurzelRaum GmbH. Die bestehende Pflästerung, die bis zur Kirche hin prägendes Element war, wird teilweise aufgenommen und in einer unkonventionellen Verlegeart uminterpretiert.
Bleiben soll auch der markante Brunnen, allerdings leicht nach Norden verschoben. Um ihn herum werden insgesamt sieben «Bauminseln» in runden Stahltrögen angeordnet. Ergänzend dazu soll eine Pflanzenrabatte entstehen.
Karge Bedingungen
Die grösste, etwas abgesetzte Bauminsel soll mit vier Kleinbäumen bepflanzt werden, einer Elsbeere, einer Steinweichsel, einer Zerreiche und einem Felsenahorn. Direkt am Brunnen sind in je einem Stahltrog drei Solitärbäume vorgesehen, eine Waldkiefer, ein Feldahorn und ein nordamerikanischer Geweihbaum.
Mit Ausnahme von Letzterem sind es heimische, aber eher mediterrane Gehölze. «Dort findet man die Pflanzen, die an diesem Extrem-Standort lebensfähig sind», erklärt Stutzer. Es sind Bäume, die in der Natur auch auf Felsklippen gedeihen. Pflanzen, die mit wenig Mutterboden auskommen. «Direkt über der Tiefgarage und ringsum mit versiegelter Fläche, das ist etwas vom Schwierigsten, das eine Pflanze antreffen kann.»
Mehrwert für Mensch und Natur
Die Bäume sollen nicht nur schön anzusehen sein, sondern darüber hinaus auch Schatten generieren und den Wasserhaushalt regulieren, also möglichst viel von dem Regen, der hier anfällt, auch hier verdunsten lassen, was wiederum einem zu starken Aufheizen des Platzes im Sommer vorbeugt. Darüber hinaus habe er darauf geachtet, so Fabio Stutzer, möglichst ökologisch wertvolle Bäume auszuwählen. Ziel sei zudem eine weitgehend selbstfunktionale Bepflanzung. Will heissen, dass der Bewässerungsaufwand dank trockenheitsresistenten Pflanzenarten möglichst tief gehalten werden kann.
Entgegen der eingangs zitierten Aussage der Bauherrin dürfte die Aufenthaltsqualität durch die Aufwertung deutlich gesteigert werden. Vor mehr nächtlichem Lärm müssen sich die Anwohnerinnen und Anwohner deswegen allerdings kaum fürchten. Ob der Platz denn auch tatsächlich belebt wird, hängt wohl deutlich mehr vom Restaurantbetrieb ab als von der Gestaltung.


