Glücklich über die Nachfolge
16.02.2024 Mutschellen, BerikonÜbernahme durch den TCS
Rettungsdienst Intermedic wechselt
Das Beriker Traditionsunternehmen Intermedic gehört neu der «Swiss Ambulance Rescue» des Touring-Clubs Schweiz (TCS). Am 8. Februar konnten für diese Übernahme die ...
Übernahme durch den TCS
Rettungsdienst Intermedic wechselt
Das Beriker Traditionsunternehmen Intermedic gehört neu der «Swiss Ambulance Rescue» des Touring-Clubs Schweiz (TCS). Am 8. Februar konnten für diese Übernahme die letzten Dokumente unterzeichnet werden. Gegründet wurde der Rettungsdienst Intermedic 1987 von Bruno Nägeli. Er bleibt Direktor des autonomen Betriebs. --red
Der Rettungsdienst Intermedic gehört neu zur grossen TCS-Familie
Seit 1987 betreibt Bruno Nägeli den Rettungsdienst Intermedic in Berikon. Nun hat er das Unternehmen an die «Swiss Ambulance Rescue» des Touring-Clubs Schweiz (TCS) verkauft. Die Intermedic bleibt in Berikon. Bruno Nägeli steht dem Stützpunkt als Direktor vor.
Erika Obrist
Die weissen Rettungsfahrzeuge mit den roten Streifen der Intermedic kennt auf dem Mutschellen jedes Kind. Sie gehören seit 1987 quasi zur DNA der Region. Mulmiges Gefühl inklusive, wenn die Fahrzeuge mit Blaulicht und Sirene unterwegs sind. Gegründet und aufgebaut hat das Unternehmen Bruno Nägeli. Heute sind an die vierzig Mitarbeitende inklusive Freelancer für die Intermedic tätig. Zehn Fahrzeuge sind jederzeit einsatzbereit. Einen zweiten Stützpunkt betreibt Nägeli im Kanton Zürich.
«Gedanklich beschäftige ich mich seit bald einem Jahrzehnt mit der Nachfolgeregelung», sagt der bald 62-Jährige. Konkret wurde es vor fünf Jahren, als ein international tätiger Konzern im Rettungswesen in die Schweiz expandierte und bei ihm anklopfte. Zu einem Abschluss kam es nicht. «Zum Glück, denn das Unternehmen ist inzwischen wieder aus der Schweiz verschwunden», so der ausgebildete Rettungssanitäter. Eine betriebsinterne Nachfolgeregelung kam auch nicht zustande.
Angenehm, aber anstrengend
Irgendwann habe er eine E-Mail vom TCS erhalten mit der Bitte um Kontaktaufnahme, fährt Nägeli in seiner Rückschau weiter. Der Kontaktaufnahme folgten Verhandlungen, die rund ein Jahr lang dauerten. «Es war anstrengend, aber angenehm», fasst Nägeli zusammen. Die Visionen des Touring-Clubs hätten ihn überzeugt: Der TCS wolle nicht nur die weitherum bekannte Pannenhilfe anbieten, sondern auch die Unterstützung in medizinischen Notfällen ausbauen, die er bereits im Zusammenhang mit dem ETI-Schutzbrief erbringt. Deshalb rief der TCS im Jahr 2021 die «Swiss Ambulance Rescue» ins Leben. Sie ist in den Kantonen Zürich, Aargau, Luzern, Zug, Waadt und Genf tätig und umfasst 14 Stützpunkte mit insgesamt rund fünfzig Fahrzeugen. Seit Anfang Februar gehört nun auch die Intermedic dazu: Am 8. Februar wurden in Bern die letzten Dokumente der Nachfolgeregelung unterzeichnet. «Ich bin glücklich, nun zur grossen TCS-Familie zu gehören», so Nägeli. Es sei zwar nicht einfach, sein «Baby» loszulassen. «Ich bin stolz auf meine Leistung in den letzten 37 Jahren – und stolz, dass es mit der Intermedic weitergehen wird.»
Betrieb läuft autonom
Die Aktienmehrheit hat nun die «Swiss Ambulance Rescue» des TCS, bei der Intermedic auf dem Mutschellen bleibt vorerst alles, wie es seit 1987 gewesen ist. Die Mitarbeitenden und die Fahrzeuge bleiben, Bruno Nägeli steht dem autonomen Betrieb als Direktor vor. «Ich werde mit der gleichen Leidenschaft im Unternehmen tätig sein, wie ich sie in den letzten Jahrzehnten gelebt habe.» Mit den Jahren könnten die Fahrzeuge, wenn neue angeschafft werden müssen, die Farbe wechseln: von Intermedic-Weiss auf TCS-Gelb.
Unverändert bleiben auch die Dienstleistungen, die angeboten werden. Neben der Notfallrettung gehören Verlegungsfahrten, Flughafentransfers, Rückführungen und der Sanitätsdienst bei Veranstaltungen dazu. «Heute Abend sind wir beim Laura-Pausini-Konzert im Hallenstadion in Zürich im Einsatz», so Nägeli beim Gespräch gestern.
Es ist dem Unternehmer anzumerken, wie zufrieden er ist, die Intermedic beim TCS in guten Händen zu wissen. Und er freut sich über das Wohlwollen, das der Intermedic auf dem Mutschellen entgegengebracht wird. «Die Leute sind dankbar, dass es uns gibt», sagt Nägeli. Und dass das auch in Zukunft so sein wird.