20 Jahre Ortsmuseum Waltenschwil: Am 6. und 7. Juni wird das runde Jubiläum gefeiert
Es ist ein Zeichen, dass Waltenschwil seine Wurzeln kennt und pflegt, das Ortsmuseum im Dorfzentrum. Seit 20 Jahren wird hier regionale Identität bewahrt und am Leben erhalten. ...
20 Jahre Ortsmuseum Waltenschwil: Am 6. und 7. Juni wird das runde Jubiläum gefeiert
Es ist ein Zeichen, dass Waltenschwil seine Wurzeln kennt und pflegt, das Ortsmuseum im Dorfzentrum. Seit 20 Jahren wird hier regionale Identität bewahrt und am Leben erhalten. Zum Jubiläum locken verschiedene Attraktionen.
Thomas Stöckli
«Was bedeutet PTT?» Für die Jubiläumsfeier 20 Jahre Ortsmuseum Waltenschwil hat sich die Museumskommission einiges einfallen lassen. Unter anderem eine «Entdeckungsreise für Familie», einen Rätselparcours mit 25 Fragen. Jeweils drei Antworten sind möglich, im Falle der PTT sind dies «Post – Transport – Tarif», «Post – Telefon – Telegraph» und das lautmalerische «Post – Tatü – Tata». Die richtige Lösung liefert einen Buchstaben, aneinandergereiht ergeben diese Buchstaben dann einen Lösungssatz.
Erlebnis, das Generationen verbindet
Das erwähnte Beispiel zeigt: Der Humor kommt auf diesem Parcours nicht zu kurz. Die Museumskommission hat die kreative Herausforderung mit Freude angenommen, zu den kniffligen Fragen nicht nur eine richtige Antwort, sondern auch die eine oder andere unterhaltsame Alternative zu liefern. Herausgekommen sind Kreationen wie das «Versteck für Spickzettel», integriert ins alte Schulpult, das «Gewicht für die erwünschte Bettschwere» im Schlafzimmer oder der «Schweissfuss» in der Schuhmacher-Werkstatt. Manchmal erweist sich die vermeintlich klare Lösung allerdings als Trugschluss. So empfiehlt die Museumskommission etwa, bei der letzten Aufgabe in der «Waltenschwiler Ecke» nicht vorschnell zu antworten, sondern sich genau umzusehen.
Nicht zu leicht, aber doch lösbar sollten sie sein, die Fragen. Mit Zweitklässlern – seinen Enkeln – hat Hubert Küng, Präsident der Ortsmuseumskommission, den Rätselparcours getestet. «Sie hatten Freude», so die wichtigste Erkenntnis. Die Idee ist allerdings auch, dass die Eltern auch mal etwas erklären. «Das ist die Möglichkeit, den Kindern das Museum näherzubringen», so Anton Stierli von der Museumskommission. Und dieses Vermitteln zwischen Generationen ist durchaus ein Thema: «Wenn ich Viertklässler durch die Ausstellung führe und sie auffordere, am Telefon ihre Nummer zu wählen, kann niemand auf Anhieb mit der Wählscheibe umgehen», veranschaulicht Hubert Küng den Technologiegraben anschaulich.
Fotoausstellung zur Geschichte des Ortsmuseums
Die Objekte werden nochmals deutlich spannender, wenn jemand da ist, der Geschichten darüber erzählen kann. «Da hören die Kinder gerne zu», weiss Küng aus Erfahrung. Die Viertklässler besuchen das Museum jeweils, wenn die eigene Gemeinde im Unterricht Thema ist. «Für sie habe ich Arbeitsblätter gestaltet», so Hubert Küng, der selber 44 Jahre lang in Waltenschwil unterrichtet hat.
Der eigentliche Festakt zum 20-jährigen Bestehen findet am Samstag, 6. Juni, statt. Dann wird auch die Fotoausstellung zur Geschichte des Ortsmuseums im einstigen Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert am Kirchweg 5 eröffnet. Hier bietet sich Einblick in die Entwicklung des Museums und in die zahlreichen Sonderausstellungen, mit denen die Kommission für Belebung sorgt. Mit Vorliebe werden alte Handwerke gezeigt, als Ergänzung zum Sammelsurium an früheren Alltagsgegenständen aus Haushalt, Beruf und Freizeit.
Begegnungen sind erwünscht
Am Sonntag, 7. Juni, gehen die Jubiläumsfeierlichkeiten von 10 bis 16 Uhr weiter, mit Festbeiz und verschiedenen Attraktionen. So werden etwa ein Kinderkarussell, eine Schuhbändel-Maschine und eine mobile Bürstenmacher-Werkstatt für Unterhaltung sorgen. Gespannt sein darf man auch auf die jüngste Errungenschaft des Ortsmuseums: ein Rennrad, mit dem ein ehemaliger Waltenschwiler zweimal die Tour de Suisse bestritten hat.
Das Gesellige ist wichtiger Bestandteil der Kultur – unter den fünf Kommissionsmitgliedern ebenso wie mit den Besuchern. Es geht um Begegnung. Begegnung mit Objekten, aber auch zwischen Menschen. Wenn das Museum jeweils am ersten Sonntag im Monat seine Türen öffnet, ergeben sich immer mal wieder Überraschungsbesuche, sei es eine Velogruppe, die spontan reinschaut, oder Oldtimer-Traktoren auf einer Rundfahrt. «Letztes Jahr hatten wir so ganz spontan eine Traktorenausstellung vor dem Haus», erinnert sich Alfred Haegi, Aktuar der Museumskommission.
Ungezwungen gesellig soll auch die Jubiläumsfeier werden. «Einige kommen ohne ‹Umweg› durchs Museum direkt ins Kafi», weiss Haegi aus Erfahrung.