Geschichte erleben
15.05.2026 Bremgarten, SchuleBremgarter Schüler in Dachau und München
Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Oberstufe der Schulhauses Isenlauf in Bremgarten unternahmen im Rahmen einer Projektwoche einen viertägigen Ausflug.
Ihre Projektwoche führte ...
Bremgarter Schüler in Dachau und München
Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Oberstufe der Schulhauses Isenlauf in Bremgarten unternahmen im Rahmen einer Projektwoche einen viertägigen Ausflug.
Ihre Projektwoche führte Bremgarter Teenager kürzlich nach Deutschland. Im Zentrum der Reise standen die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der Besuch historischer Lernorte und die Frage, was Erinnerung heute bedeutet.
Organisiert und geleitet wurde die Reise von Elke Trautenberg und Stefan Dietrich. Dietrich führt bereits seit 16 Jahren Schulreisen zur KZ-Gedenkstätte Dachau durch und legt dabei grossen Wert darauf, Geschichte nicht nur im Klassenzimmer zu behandeln, sondern an Orten des Geschehens erfahrbar zu machen.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Vorfeld intensiv auf die Reise vorbereitet. Sie lernten historische Personen kennen, stellten diese einander vor und nahmen deren Lebensgeschichten gewissermassen mit auf die Reise nach München und Dachau. Dadurch erhielten die historischen Ereignisse ein persönliches Gesicht. Zudem setzten sich die Jugendlichen auch mit KZ-Häftlingen aus der Schweiz auseinander und erfuhren, dass die Geschichte des Nationalsozialismus und der Konzentrationslager nicht nur eine deutsche, sondern auch eine europäische und schweizerische Dimension hat.
Nach der Ankunft in München besuchte die Gruppe das NS-Dokumentationszentrum am Max-Mannheimer-Platz. Ein kurzer Aussenrundgang zum Königsplatz und ins ehemalige Parteiviertel machte sichtbar, wie stark München historisch mit dem Aufstieg der NS-Bewegung verbunden war. Ein besonders eindrücklicher Programmpunkt war der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau. Während eines geführten Rundgangs setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Geschichte des Konzentrationslagers, dem Leiden der Häftlinge und der Verantwortung des Erinnerns auseinander. Anschliessend blieb Zeit für eigenes Erkunden und stille Reflexion.
Der Besuch in Dachau machte für viele auch deutlich, was aus der Geschichte für die Gegenwart gelernt werden kann. «Wer sieht, wie in der NS-Diktatur mit Andersdenkenden, politischen Gegnern, Minderheiten und ausgegrenzten Menschen umgegangen wurde, erkennt, wie wichtig Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und demokratische Grundwerte sind», findet Stefan Dietrich. Die Auseinandersetzung mit Dachau zeige, dass Ausgrenzung, Hass und Entmenschlichung nicht plötzlich entstehen, sondern Schritt für Schritt wachsen können, wenn ihnen nicht widersprochen wird. Gerade deshalb sei Erinnerungskultur auch heute wichtig.
Am dritten Tag stand schliesslich der Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Die Klasse besuchte dafür die Denkstätte Weisse Rose in der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort erfuhren die Jugendlichen mehr über Sophie und Hans Scholl, die mit Gleichgesinnten mittels Flugblättern mutig gegen das NS-Regime auftrat. Ein gemeinsamer Filmabend mit dem Film «Die weisse Rose» vertiefte die Eindrücke zusätzlich.
Neben den historischen Lernorten blieb auch Raum für gemeinsames Unterwegssein, Stadtspaziergänge und Gespräche. Die Reise verband Unterricht, persönliche Begegnung mit Geschichte und gemeinschaftlichen Erfahrungen. «Für viele Schülerinnen und Schüler wurde deutlich: Geschichte ist nicht nur etwas, was man aus Büchern oder Arbeitsblättern kennt. An Orten des Geschehens wird sie unmittelbarer, greifbarer und persönlicher», resümiert Lehrer Dietrich. So sei der Ausflug nach München und Dachau zu einer eindrücklichen Lernreise geworden – und zu einer wichtigen Erfahrung darüber, weshalb Erinnerungskultur auch für junge Menschen heute von Bedeutung bleibt. --zg/red

