Gemeinsam für die Kinder
13.02.2026 Widen, Mutschellen, SchuleDie neue Elternmitwirkung Widen bringt Elternhaus und Schule näher zusammen
Seit dem Schuljahr 2025/26 gibt es an der Primarschule Widen eine Elternmitwirkung. Die Vereinigung will Brücken bauen, Ideen umsetzen und dort unterstützen, wo Ressourcen fehlen. ...
Die neue Elternmitwirkung Widen bringt Elternhaus und Schule näher zusammen
Seit dem Schuljahr 2025/26 gibt es an der Primarschule Widen eine Elternmitwirkung. Die Vereinigung will Brücken bauen, Ideen umsetzen und dort unterstützen, wo Ressourcen fehlen. Immer mit dem Ziel, den Schulalltag der Kinder zu bereichern.
Sabrina Salm
Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ist für eine erfolgreiche Bildung unerlässlich. Genau hier setzt die neu gegründete Elternmitwirkung Widen an. Seit dem Sommer ist sie aktiv und arbeitet daran, sich als feste Grösse an der Primarschule Widen zu etablieren. In enger Zusammenarbeit mit einer Projektgruppe wurde bereits vor dem offiziellen Start ein umfassendes Konzept erarbeitet, das die Rahmenbedingungen und Ziele der institutionalisierten Elternmitwirkung festhält. «Beide Seiten haben die Förderung und Begleitung der Kinder im Fokus. Es war naheliegend, Synergien und Kompetenzen besser zu nutzen», erklärt Caroline Engelmann, die im laufenden Schuljahr als Hauptkontaktperson fungiert. Sie beschreibt die Vereinigung als niederschwellige Möglichkeit für Eltern, sich einzubringen: «Bei uns kann man Ideen und Perspektiven einbringen-Dabei ist es egal, ob man sich längerfristig engagieren will oder punktuell bei einzelnen Projekten oder Anlässen mithelfen möchte.» Sie hält aber klar fest: «Bei schulischen/pädagogischen Angelegenheiten mischen wir uns gar nicht ein.»
Bereits Akzente gesetzt
Die Elternmitwirkung versteht sich dabei nicht als klassischer Verein. Es gibt keinen Präsidenten, sondern eine Kontaktperson, eine Kerngruppe von rund 16 engagierten Eltern sowie eine weitere Liste mit etwa 15 Personen, die projektbezogen mitwirken. «Eigentlich wie eine Interessengruppe», fasst Engelmann zusammen. Gerade diese Flexibilität habe wesentlich zur grossen Resonanz beigetragen. Ziel sei es, ein zusätzliches Angebot zu schaffen und Ideen zu verwirklichen, für die der Schule oft die Ressourcen fehlen oder die einzelne Eltern allein nicht stemmen könnten. «Damit man etwas bewegen kann, muss man sich verbinden», so Engelmann.
Erste sichtbare Akzente setzte die Elternmitwirkung bereits im vergangenen Herbst. Am Räbeliechtliumzug betrieben die Eltern einen Apéro-Stand mit Getränken und Hotdogs. Zudem stellten sie beim Schulanlass Fackelträger, die die Kinder beim Umzug begleiteten. «Wir haben uns gut ergänzt», sagt Engelmann rückblickend über die Zusammenarbeit mit der Schule. Ein weiteres Thema, das der Elternmitwirkung besonders am Herzen liegt, ist die Wiederbelebung des Widener Fasnachtsumzugs. Vor zwei Jahren wurde dieser eingestellt. Als Begründung nannte der organisierende Verein, dass der Aufwand zu gross sei. Nachdem sich die Schule vor Jahren zurückgezogen hatte, fehlten automatisch die Gruppen und die Zuschauenden am Strassenrand. In vielen Familien sorgte das Verschwinden dieser Tradition für Unmut. «Wir wollen sie wieder aufleben lassen», erklärt Engelmann. Für dieses Jahr sei es organisatorisch zu spät, doch für die kommende Fasnacht wolle man einen neuen Anlauf nehmen. Die Schule sei grundsätzlich offen, auch wenn der zusätzliche Aufwand für Lehrpersonen nicht zu unterschätzen sei. Erste Überlegungen seien, dass hier die Elternmitwirkung unterstützen möchte – etwa beim Basteln oder bei der Aufsicht während des Umzugs.
Mehr Eltern aus dem 2. Zyklus erwünscht
Die Zusammenarbeit mit der Schule entwickelt sich dabei partnerschaftlich. Beim nächsten Sommerfest ist eine gemeinsame Umsetzung geplant, ebenso wurden die Eltern bei der Umgebungsgestaltung des neuen Schulhauses aktiv miteinbezogen. «Dass die Schulleitung proaktiv auf uns zugekommen ist, hat uns sehr gefreut. Das ist genau der Sinn und Zweck der Elternmitwirkung», sagt Engelmann. Neben kulturellen Anlässen nimmt die Elternmitwirkung auch strukturelle Themen ins Visier. So will sich die Elternmitwirkung mit dem Schwimmunterricht auseinandersetzen. «So wie es jetzt ist, ist es unbefriedigend», lautet die klare Einschätzung. Auch die Schulwegsicherheit im Zusammenhang mit Baustellen soll im Blick behalten werden. Zwar sei man nicht politisch unterwegs, doch gewisse Themen liessen sich nicht trennen.
Aktuell sind vor allem Eltern von Kindern des 1. Zyklus vertreten. Eltern des 2. Zyklus seien noch unterrepräsentiert. «Es wäre schön, wenn sich hier noch mehr engagieren würden, damit wir auch die Bedürfnisse der älteren Kinder besser abholen können.»
An einem Strang ziehen
Auch aus Sicht der Schulleitung hat die Elternmitwirkung einen hohen Stellenwert. Die Schulleiterinnen Angela Freytag und Nelly Piukovic betonen die enge Zusammenarbeit und den regelmässigen Austausch, der im Reglement klar verankert ist. «Letztlich profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler davon, wenn Schule und Elternhaus an einem Strang ziehen», halten sie fest. Von der Elternmitwirkung erhofft sich die Schule eine weitere Stärkung des Vertrauensverhältnisses, Unterstützung bei Schulentwicklungsprozessen sowie die Nutzung elterlicher Netzwerke und Fähigkeiten. «Zudem trägt die Elternmitwirkung dazu bei, bestehende Schulanlässe aufzuwerten und durch die Teilhabe von Eltern aus verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründen die gesamte Schulgemeinschaft zu stärken», finden Piukovic und Freytag. «Dies bereichert den Schulalltag der Schülerinnen und Schüler und trägt zu einem vielfältigen, lebendigen Lernumfeld bei.»
Die Elternmitwirkung hat viel vor. Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass nicht alles auf einmal angegangen werden kann. «Wir wollen den Bogen nicht überspannen», betont Caroline Engelmann. Doch die Devise der Elternmitwirkung Widen ist klar: nicht motzen und die Faust im Sack machen, sondern mitdenken und mitanpacken. Schritt für Schritt und gemeinsam für die Kinder.

