Marco Huwyler, Redaktor.
Wer hat schon gerne 90 Meter hohe Kolosse unter Hochspannung vor der Nase? Die Kabel feinsäuberlich unter der Erde ist weit bekömmlicher. Die Regierungen der betroffenen Gemeinden handeln deshalb im Sinne ihrer ...
Marco Huwyler, Redaktor.
Wer hat schon gerne 90 Meter hohe Kolosse unter Hochspannung vor der Nase? Die Kabel feinsäuberlich unter der Erde ist weit bekömmlicher. Die Regierungen der betroffenen Gemeinden handeln deshalb im Sinne ihrer Einwohner, wenn sie sich gegen geplante neue Freileitungen wehren.
Auf dem Rechtsweg sieht man sich indes mit einem mächtigen Gegenspieler konfrontiert. Die Swissgrid ist es sich gewohnt, dass man gegen ihre Projekte ankämpft. Das liegt in der Natur der Sache. Am Stromverbrauch beteiligen sich alle gerne – und gerne kostengünstig. Die Nebenerscheinungen will aber niemand. Mit dem Bund im Rücken und dem Totschlagargument des nationalen Interesses kann die Netzbetreiberin diesen Widerständen aber aus einer starken Position entgegentreten.
Umso wichtiger, dass man bei den Gemeinden nun geeint bleibt, nüchtern seine Standpunkte vertritt und die besseren juristischen Argumente vorbringt. Dann scheinen die Chancen intakt zu sein – zumindest für Teilsiege. Zumal es sich beim Freiamt nicht um eine Einöde handelt, sondern um dicht besiedeltes Gebiet, mit Naturperlen und Entwicklungspotenzial, das es zu schützen gilt.