hat den Abschluss der Erschliessungsarbeiten Mühlegg gefeiert
Hoch über Unterlunkhofen warten fünf Hektaren Land mit Fernblick und Abendsonne auf ihre Überbauung. Am Fest zum Abschluss der Erschliessung wird deutlich, welche Bedeutung die ...
hat den Abschluss der Erschliessungsarbeiten Mühlegg gefeiert
Hoch über Unterlunkhofen warten fünf Hektaren Land mit Fernblick und Abendsonne auf ihre Überbauung. Am Fest zum Abschluss der Erschliessung wird deutlich, welche Bedeutung die Mühlegg für die weitere Entwicklung der Gemeinde hat.
Thomas Stöckli
«Ihr schaut alle in die falsche Richtung», wendet sich Gemeindeammann Peter Hochuli an die Festgemeinde, die sich über Unterlunkhofen eingefunden hat, um die Erschliessung Mühlegg zu feiern. Die Blicke sind zu diesem Zeitpunkt auf ihn gerichtet. Doch Hochuli lenkt sie durch die offene Seitenwand des Festzelts auf das Reusstal und in die Berge. Dieser Blick ist es, der das Land hier so besonders macht. Und natürlich die Tatsache, dass es sich mit über fünf Hektaren Fläche um das grösste zusammenhängende Baugebiet im Kanton Aargau handelt.
Gletscher und Wachstum
400 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner dürfte die Mühlegg dem Dorf dereinst bringen. «Wir werden damit die 2000er-Grenze knacken», blickt der Gemeindeammann voraus aufs nächste Jahrzehnt. Und: «Wir freuen uns auf die neuen Bürgerinnen und Bürger.»
Anton Burkart richtet den Fokus derweil auf die Vorgeschichte: «Ich darf nicht lange machen, darum fange ich erst bei der letzten Eiszeit an», scherzt er, der sich mit zwei Hüten für die Weiterentwicklung der Gemeinde eingesetzt hat, als Vertreter der IG Erschliessung einerseits, als Alt-Gemeindeammann aber auch mit Blick für die Interessen der Gemeinde andererseits. Burkart schildert, wie die Eiszeit die Landschaft formte, wie später die Reuss begradigt und die Landschaft zunehmend besiedelt wurden. Aber auch vom Spannungsfeld zwischen Siedlungsdruck, Landwirtschaft und Naturschutz. Von der Reuss als Energielieferantin, vom Flachsee als Vogelreservat von internationaler Bedeutung und vom Kampf von Unterlunkhofen um sein Wachstumspotenzial, der bis vors Bundesgericht führte.
Kompromisse gefragt
«Es ist ein Privileg, in einer so wunderschönen Landschaft zu leben», findet Peter Hochuli. Als er mit seiner Frau nach Unterlunkhofen zog, seien sie die Einwohner Nummer 855 und 856 gewesen. Einen grossen Wachstumsschub hat die Gemeinde seither schon erlebt. Ein nächster wird nun folgen. Trotz unterschiedlicher Ansichten, Ideen und Meinungen sei es gelungen, eine Lösung zu bekommen. «Das kann nur gelingen, wenn man miteinander spricht und Kompromisse findet», nennt der Gemeindeammann als Erfolgsrezept für das Gelingen der ersten privaten Erschliessung überhaupt in der Gemeinde.
Roland Stöckli, Präsident der IG Erschliessung Mühlegg, knüpft in seinem philosophischen Ausblick daran an: Etwas zu bauen, das heisse immer, sich auf einen Weg zu machen. «Nicht immer entsteht dabei ein Projekt, das auch umgesetzt wird», weiss er. Schliesslich kommt jeweils eine grosse Gruppe von Menschen zusammen, deren Interessen ganz unterschiedlich sind: Es geht ums Ortsbild und die Ästhetik, um Nutzung und Rendite. «Was bleibt, sind Begegnungen und Erfahrungen», so Stöckli, «sowie die Erinnerung an intensive Diskussionen und einige emotionale Momente.»
Sportliche Attraktionen
«Ich wünsche mir, dass das Gebiet Mühlegg vernünftig überbaut und dass der Dorfcharakter beibehalten wird», sagt Burkart. Klare Vorgaben dazu gibt der Gestaltungsplan, der von 2010 bis 2019 erarbeitet wurde. Darin verankert sind auch zwei Grünkorridore, um das Erscheinungsbild der künftigen Überbauung aufzulockern.
Nach dem anstrengenden Gang auf den Hügel bei brütender Sommerhitze lockt im Festzelt das reichhaltige Apéro-Buffet der Landfrauen. Und für die Kinder verschiedene Attraktionen. Besonders beliebt ist offenbar die lange Wasserrutschbahn. Und auch im Rahmen des Gemeindeduells konnten Bewegungsminuten gesammelt werden.