Ende gut, alles gut
20.06.2023 Schwingen, SportJoel Strebel holt am Schwarzsee seinen sechsten Bergkranz
Einen Kranz angesagt, einen Kranz geholt. Nach Startschwierigkeiten dreht Joel Strebel auf und landet auf dem starken 4. Rang. Dies auch mit dem Support des verletzten Eidgenossen Andreas Döbeli.
...Joel Strebel holt am Schwarzsee seinen sechsten Bergkranz
Einen Kranz angesagt, einen Kranz geholt. Nach Startschwierigkeiten dreht Joel Strebel auf und landet auf dem starken 4. Rang. Dies auch mit dem Support des verletzten Eidgenossen Andreas Döbeli.
Stefan Sprenger
33 Kränze hat Joel Strebel auf dem Konto. Sechs davon sind Bergkränze. Und die sind immer besonders schwierig zu holen. «Ein Bergkranzfest ist kein Kindergeburtstag, da ist es immer sehr schwierig», meint Joel Strebel. Am idyllischen Schwarzsee im Kanton Freiburg gelang dem Freiämter das Kunststück des Bergkranz-Gewinns mit einer starken Vorstellung. Bei perfektem Wetter und vor 4000 Zuschauern hatte der 26-Jährige aber etwas Startschwierigkeiten.
«Er hat mich erwischt»
Gegen den unangenehmen Berner Michael Ledermann versuchte Strebel alles, um den Sieg zu holen. Zuletzt duellierten sich die beiden Eidgenossen 2022 auf dem Stoos. Damals endete der Gang gestellt. «Gegen ihn ist es immer sehr schwierig. Es gibt keinen Schwinger, der gerne gegen Ledermann antritt», sagt Strebel. Auch er nicht. Ledermann ist kaum auf den Rücken zu kriegen. Und am Boden ist er sackstark. Genau das wird Strebel zum Verhängnis. «Er hat mich erwischt.» Strebel verliert zum Auftakt.
Doch Strebel geht seinen Weg ruhig und gelassen weiter. Gegen Philipp Aellen gewinnt er mit Maximalnote 10. Gegen den Brocken Jan Wittwer ist im 3. Gang ein Sieg Pflicht, falls der Freiämter um den Festsieg noch ein Wörtchen mitreden will. Im letzten Jahr endete dieses Duell am Nordwestschweizerischen mit einem Gestellten. So ist es auch jetzt am Schwarzsee-Schwinget. «Ich habe alles versucht, leider hat es nicht geklappt», so Strebel, der fortan mit der Entscheidung um den Festsieg nichts mehr zu tun hat.
Unterstützung von Döbeli ist wertvoll
Aber den Kranz, den will er sich holen. Und das tut er auch. Florian Weyermann, Eidgenosse Stefan Gäumann und Fabian Stucki legt er allesamt ins Sägemehl, zwei Mal mit Note 10. Am Ende ist er auf dem 4. Rang. Sackstark. Der Kranz ist ihm sicher. Strebel sagt zu seinem holprigen Start am Morgen und zur Steigerung am Nachmittag: «Auch am Morgen war meine Leistung gut. Aber der Plan geht eben nicht immer auf. Am Ende bin ich zufrieden. Ich habe alles versucht, mit vielen Schwüngen gearbeitet. Und im Grossen und Ganzen war es gut.»
Strebel ist damit der bestplatzierte Gast am Schwarzsee. Er schafft den Triumph auch dank dem verletzten Eidgenossen Andreas Döbeli. Der Sarmenstorfer war als technischer Leiter des Freiämter Schwingklubs beim Schwingfest dabei und gab Strebel jeweils wertvolle Tipps. «Wir reden zwischen den Gängen, das bringt mir viel. Seine Unterstützung ist für mich sehr wertvoll.»
Joho verliert keinen Gang
Und auch für die anderen beiden Freiämter am Schwarzsee-Schwinget ist Döbeli Gold wert. Lukas Döbeli fehlt verletzt, doch die Sarmenstorfer Joho-Brüder sind dabei. Stark: Philip Joho verliert keinen einzigen Gang. Das Problem: Er gewinnt auch nur einmal. Die fünf gestellten Gänge bringen ihn auf Rang 17b. Besser läuft es seinem Bruder Pascal. Drei Gestellte, zwei Siege und nur eine Niederlage gegen Michael Ledermann. Das gibt Rang 10 a (und Joho ist damit vor Eidgenossen wie Nick Alpiger oder Benjamin Gaspany klassiert). Strebel meint zu den Joho-Brüdern: «Beide waren nicht schlecht und dürfen zufrieden sein mit ihren Resultaten. Aber sie dürften sich mehr trauen. Sie sollten mehr Risiko eingehen.»
Den Schlussgang bestritten die beiden Berner Fabian Staudenmann und Adrian Walther. Das Duell endete mit einem Gestellten, was Staudenmann zum Sieg reichte. Es wurden 13 Kränze vergeben, davon 7 für die Berner Schwinger, 5 Kränze für die Gäste aus der Nordwestschweiz und ein Kranz für die Südwestschweizer Schwinger.
Für Joel Strebel geht es am kommenden Sonntag weiter mit dem Bernisch-Kantonalen in Tramelan. Eine weitere Chance auf einen Bergkranz wird er am Weissenstein-Schwinget (22. Juli) und Schwägalp-Schwinget (20. August) haben. Im Fall des Schwarzsee-Schwingets gilt für Joel Strebel nach dem holprigen Start und dem dann doch souveränen Kranzgewinn jedenfalls das Motto: Ende gut, alles gut.


