Eklat im Tessin
10.09.2024 Mutschellen, SchuleSchullager abgebrochen
Kreisschule Mutschellen zog Konsequenzen
Letzte Woche wurde ein Schullager von zwei Klassen der Kreisschule Mutschellen im Tessin bereits am Donnerstag durch die Schulleitung abgebrochen. Neben Unstimmigkeiten in der Unterkunft besteht der Verdacht, ...
Schullager abgebrochen
Kreisschule Mutschellen zog Konsequenzen
Letzte Woche wurde ein Schullager von zwei Klassen der Kreisschule Mutschellen im Tessin bereits am Donnerstag durch die Schulleitung abgebrochen. Neben Unstimmigkeiten in der Unterkunft besteht der Verdacht, dass die Lehrpersonen ihren Schülern Alkohol und Zigaretten gekauft und sie diese konsumieren lassen haben. Was genau passiert ist, wird zurzeit durch die Schulleitung abgeklärt. Die beiden Klassen werden seit gestern Montagmorgen durch neue Fachkräfte unterrichtet. --rwi
Kreisschule Mutschellen: Schullager wurde vorzeitig abgebrochen
Letzte Woche wurde ein Schullager von zwei Klassen der Kreisschule Mutschellen vorzeitig beendet. Über die Hintergründe gibt es unterschiedliche Angaben.
Roger Wetli
Verschiedene Medien berichteten am letzten Wochenende über den Abbruch eines Schullagers im Tessin von zwei Schulklassen der Kreisschule Mutschellen. Dabei wird eine anonym bleibende Mutter eines Sohnes zitiert, dass nach einem Ausflug am Mittwoch ins italienische Luino am Ufer des Lago Maggiore bei der Rückkehr ein Halt eingelegt wurde. Dort seien durch Lehrpersonen Zigaretten und Alkohol für die Schüler gekauft worden. Die Gruppe habe anschliessend den letzten Bus zurück ins Lager verpasst und hätte im Dunkeln zurücklaufen müssen. Die Mutter wird zitiert, dass die Verantwortlichen der Kreisschule bei der Unterkunft bereitgestanden seien und das Lager am nächsten Tag abgebrochen worden sei. Verschiedene Medien berichten zudem, dass die verantwortlichen Lehrer mittlerweile gekündigt hätten und dass am Freitagabend ein ausserordentlicher Elternabend zum Vorfall stattgefunden habe. Zudem habe es verschiedene Vorfälle in der Unterkunft, einer Jugendherberge, gegeben, weshalb die Kreisschule Mutschellen am Mittwoch ins Tessin gereist sei.
Vorkommnisse in Jugendherberge als Grund für Reise ins Tessin
Nach mehrfachen Anfragen erhielt diese Zeitung zu den Vorfällen lediglich eine schriftliche Stellungnahme durch die Schulleitung der Kreisschule. Diese bestätigt sowohl den Abbruch des Lagers am Donnerstag, den ausserordentlichen Elternabend am Freitagabend und dass beide Klassen gestern Montagmorgen von ihren neuen Klassenlehrpersonen empfangen wurden. Die Schulleitung habe letzte Woche während des Klassenlagers widersprüchliche Informationen über mögliche Konflikte und Regelverstösse innerhalb der Jugendherberge erhalten, in der die Schülerinnen und Schüler untergebracht gewesen seien. «Die Schulleitung beschloss daher, mit einer Dreierdelegation ins Tessin zu reisen, um die Situation vor Ort einzuschätzen, zu entschärfen und einen möglichen Lagerabbruch zu vermeiden», steht im Schreiben der Schulleitung. «Nach intensiven Gesprächen und zum Wohle aller beteiligten Personen, entschied die Schulleitung, das Lager vorzeitig zu beenden.»
Dass Schülerinnen und Schüler angeblich Alkohol und Zigaretten konsumiert oder sogar von den Lehrpersonen angeboten bekommen haben sollen, sei der Schulleitung zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen. «Die Jugendlichen wurden wohlbehalten nach Hause zurückbegleitet und in die Obhut der Eltern übergeben.» Beim ausserordentlichen Informationsanlass für die betroffenen Eltern seien die anhin bekannten Fakten sachlich dargelegt und Fragen der Eltern beantwortet worden, sofern dies unter Berücksichtigung des Schutzes der persönlichen Rechte der beteiligten Personen möglich gewesen sei.
Fall wird aufgearbeitet
«Die Schulleitung und Schulsozialarbeit befassen sich bereits intensiv damit, das Geschehen aufzuarbeiten. Sollten sich die Vorwürfe gegen die Lagerleitung bestätigen, werden die nötigen Massnahmen umgehend eingeleitet», verspricht die Schulleitung. Bis dahin gelte die Unschuldsvermutung. «Für die Aufarbeitung werden die beiden Klassen durch Fachpersonen, also Schulsozialarbeit und Schulsozialpädagoginnen und -pädagogen, begleitet und betreut», erklären die Verantwortlichen. Sie bitten um Geduld: «Das Zusammentragen der verschiedenen Informationen und die Abklärungen der verschiedenen Themen erfordert seine Zeit. Die Betroffenen werden im Verlauf des Aufklärungsprozesses durch die Schulleitung informiert.»
Lager als Bereicherung
Die Verantwortlichen der Kreisschule Mutschellen betonen, dass für sie das Wohl der Jugendlichen immer an erster Stelle stehe. Trotz der aktuellen Vorfälle sieht sie generell die positive Wirkung von solchen Lagern für die Schülerschaft. «Die Schulleitung ist überzeugt, dass Lager für Schülerinnen und Schüler eine Bereicherung sind, da sie den Jugendlichen die Gelegenheit bieten, sich besser kennenzulernen und ein positives Klassenklima aufbauen zu können.»


