Eisbär zu Besuch
09.04.2024 Merenschwand, Region OberfreiamtMartin Denk sprach im Postlonzihaus über die Beeindruckende Schönheit Grönlands
Der in Dietwil lebende Martin Denk nahm zahlreiche Interessierte mit auf eine eindrückliche Reise ins für viele unbekannte Grönland. Sich durch die ...
Martin Denk sprach im Postlonzihaus über die Beeindruckende Schönheit Grönlands
Der in Dietwil lebende Martin Denk nahm zahlreiche Interessierte mit auf eine eindrückliche Reise ins für viele unbekannte Grönland. Sich durch die wunderschönen Bilder und tollen Erzählungen in die Welt der kargen Landschaft, Fjorde und riesigen Eisberge zu begeben, war ein tolles Erlebnis.
«Die Arktis hat es mir angetan.» Gross ist die Faszination von Martin Denk für Grönland. Seit 30 Jahren bereist der heute 52-järige Bayer dieses Land immer wieder aufs Neue. Die atemberaubenden Bilder, die vor seiner Präsentation über die Leinwand flimmerten, zogen auch gleich die zahlreich Erschienenen in ihren Bann. «Grönland ist 52-mal grösser als die Schweiz, beherbergt jedoch nur etwa 57 000 Menschen», so Denk.
Eine eindrucksvolle Reise mit vielen Herausforderungen
Es gibt keine Strassen. Die Fortbewegungsmittel reichen von Flugzeugen, Helikoptern über Boote bis hin zu Hundeschlitten. Die meisten Menschen leben an der Westküste, wo es eisfreiere Gebiete gibt als im Osten. Martin Denks Expedition führte ihn 2022 entlang der Ostküste von Tasiilaq nach Nanortalik über eine Strecke von 1336 Kilometern. Mit zwei Freunden ging es los. Acht bis zehn Kilometer weit kam man pro Tag, da man sich durch das Frühlingseis kämpfen und teilweise die Kajaks über die Eisschollen ziehen musste. Nach rund acht Tagen und 100 Kilometern erreichten sie das erste Ziel, die Siedlung Isortoq. Über verschiedene Abenteuer sprach Denk. Und nicht immer ging alles so vonstatten, wie man es geplant hatte. So, wie ursprünglich nach der Hälfte der Reise ein Depot mit Lebensmitteln und Brennstoffen für die Kocher errichtet werden sollte. Die Reise musste umgeplant werden, was vor neue Herausforderungen stellte. Von Isotoq ging es mit vollen Kajaks weiter Richtung Süden, vorbei an gigantischen Eisbögen, Tafeleisbergen und Gletschereis. «Flexibilität ist bei einem solchen Unterfangen überlebenswichtig», gibt Denk Einblick in seine Erfahrungen.
Schüsse in die Luft vertreiben unerwünschte Gäste
Auch gestaltete sich die Reise nicht immer als ganz ungefährlich. «Schlafplätze zu finden war teilweise eine Herausforderung, weil die Gletscherabbrüche keine Anlandung zuliessen», erklärte Denk. Zeitweise musste die ganze Ausrüstung noch 60 Höhenmeter hochgeschleppt werden. Ebenfalls zugegen in der Natur sind Eisbären. «Wir haben immer mit einer entsicherten Waffe im Zelt geschlafen. Im Notfall muss es schnell gehen», meinte Denk. Eines Nachts bekamen sie Besuch von einem Eisbären am Camp. «Da geht dir der Arsch auf Grundeis», erzählte er mit ernster Miene. «Es war der erste, den ich live gesehen habe.» Nachdem der Eisbär mit Schüssen in die Luft vertrieben wurde, hielten Denk und seine Begleitung abwechslungsweise Wache.
Nach der Hälfte der Tour gab es kein Wintereis mehr, was bedingte, dass es mehr Wellen und Wind gibt. Das macht die Tour potenziell gefährlicher. Ebenfalls das Grün kehrte zurück. «Das ist ein Genuss für die Augen», schmunzelt Denk. Weiter ging die Reise Richtung Prins Christian Sund wo die zwei Abenteurer das erste Mal wieder andere Menschen auf Kreuzfahrtschiffen sahen. «Wir haben acht Wochen niemanden gesehen und werden nun zum zoologischen Ausstellungsobjekt», witzelt Denk über die lange Zeit der Einsamkeit. Nicht nur ewiges Eis, auch lernte Denk auf seiner Expedition andere Schönheiten der Sommermonate in Grönland kennen. So wachsen etwa Heidelbeeren, Birkenpilze und auch Bäume in der Arktis. Nach einem zweitägigen Stop in Äppilatoq nahmen sie die restlichen 80 Kilometer unter die Kajaks und erreichten nach 58 Tagen das Ziel in Nanortalik.
Ausführungen inspirieren
Die wunderschönen Bilder und die spannenden Einblicke, die Martin Denk mitbrachte, entlockten dem Publikum viele begeisterte Ausrufe.
«Wenn ihr heute nach Hause geht und kein Eis mehr sehen mögt, ich kanns nachvollziehen», meinte Denk schmunzelnd. Davon war nach diesem Vortrag aber nicht auszugehen – manch einer und eine überlegten sich anschliessend, Grönland auch zu besuchen. --gro