Einheimisches Schaffen gewürdigt
16.01.2026 Widen, Mutschellen, BerikonJahreskonzert der «Harmonie» mit Überraschungen
Drei Berner standen im Zentrum des abwechslungsreichen und unterhaltsamen Jahreskonzerts des Musikvereins Berikon: Mani
Matter, Polo Hofer und – weniger bekannt – der Komponist Mario ...
Jahreskonzert der «Harmonie» mit Überraschungen
Drei Berner standen im Zentrum des abwechslungsreichen und unterhaltsamen Jahreskonzerts des Musikvereins Berikon: Mani
Matter, Polo Hofer und – weniger bekannt – der Komponist Mario Bürki.
Erika Obrist
Das Licht ist aus, doch die Stühle auf der Bühne im Berikerhus bleiben leer. Da ertönt unvermittelt ganz hinten im Saal das Lied «Es Burebüebli», gespielt von einer Blaskapelle. Beziehungsweise von einem Teil des Musikvereins Harmonie Berikon. Die einzelnen Strophen werden zudem von den Mitgliedern dieser Kapelle gesungen, derweil der Rest der Formation auf die Bühne geht und sich auf die dort aufgestellten Stühle setzt. «Made in Switzerland», das Motto des Jahreskonzerts, ist gesetzt. Ein überraschender Auftakt.
Gerüstet fürs Eidgenössische
Das Motto wurde konsequent durchgezogen: Sämtliche Stücke, die vorgetragen wurden, stammten aus der Feder von Schweizer Komponisten – mit Ausnahme einer Zugabe. Allen voran von Mario Bürki, dem 48-jährigen Berner Blasmusikkomponisten. Mit seinen Stücken hat er diverse Preise eingeheimst und er wird von Institutionen und Verbänden immer wieder beauftragt, Teststücke für kantonale, eidgenössische und internationale Wettbewerbe zu schreiben. Ein solches Teststück ist auch «Brassica», das die «Harmonie» am kommenden Eidgenössischen Musikfest im Mai in Biel vortragen wird. Natürlich durfte dieses anforderungsreiche Werk nicht fehlen am Jahreskonzert. Sämtliche Register waren hier nach und nach gefordert. Mal verspielt leise, mal kräftig und volltönend, mal sogar mit den Füssen stampfend. Der Vortrag ist gut gelungen, die Formation scheint fürs «Eidgenössische» gerüstet zu sein. Vom zweiten Berner Komponisten und Bandleader Polo Hofer spielte die «Harmonie» ein Medley bekannter Songs. So waren unter anderem der «Kiosk» zu hören und «giggerig». Das Publikum im Saal hatte seine helle Freude, aber mitzusingen wagte niemand.
Unverkennbar und doch anders
Eine Überraschung war auch der Auftritt des Trios Mattermania. Mänu (Ivo Roesch), Mättu (Gabriel Kramer) und Simu (Simon Zürrer) trugen Werke vor des längst verstorbenen Berner Liedermachers Mani Matter. In einem ersten Teil zusammen mit den Musizierenden des Musikvereins, im zweiten Teil als Trio auftretend mit Begleitung von Kontrabass, Gitarre und Mundharmonika. Die Mani-Matter-Lieder waren unverkennbar, auch wenn sie mal jazzig und mal rockig daherkamen. Dabei zeigte das Trio nicht nur sein musikalisches, sondern auch sein komödiantisches Können. Es war wirklich ein Genuss.
Mit beigetragen zu einem gelungenen Jahreskonzert haben in erster Linie die heimischen Musikantinnen und Musikanten sowie der Dirigent Robert Rüegsegger. Es war das erste Jahreskonzert der «Harmonie» unter seiner Leitung. Drei der Musizierenden hob Präsident Andreas Kamer besonders hervor. Er ehrte Sarah Blaser für 25 Jahre aktives Musizieren, Yvonne Stöckli für 35 Jahre und Stephan Haag für 50 Jahre. Ebenfalls beim Publikum gut angekommen sind Andrea Urech und Christian Stebler vom Bundesamt für Musikangelegenheiten, die durchs Programm führten und kontrollierten, ob das Motto «Made in Switzerland» tatsächlich eingehalten wurde. Natürlich liess das Publikum – wegen der schwierigen Strassenverhältnisse war die Halle nicht bis auf den letzten Platz gefüllt wie sonst üblich – nach einem so stimmigen Konzert die Formation nicht ohne Zugabe von der Bühne. Nach «Up in the Sky», dem einzigen «Ausländerstück», ertönte am Schluss «D’w Nuss vo Bümpliz» von Patent Ochsner. Noch so eine Berner Band. Vortrefflich umsorgt und verköstigt wurden die Besucherinnen und Besucher jedoch von Einheimischen. Da der Musikverein allein einen solchen Anlass nicht zu stemmen vermag, wie es Präsident Andreas Kamer ausdrückte, halfen unter anderem der Männerchor Berikon, die Theatergruppe Widen, die Jugi und viele mehr.

