«Einer der Besten der Welt»

  07.07.2026 Sport, Fussball

An der Weltspitze

Fedayi San ist «Kopf des Monats» Juni

Fedayi San aus Arni ist nicht nur in der Schweiz einer der besten Fussball-Schiedsrichter. An der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA hat er nun schon sieben Spiele als Video Assistant Referee souverän begleitet und gehört auch dort zu den Besten seines Fachs. Die Redaktion kürte ihn für seine ausserordentlichen Leistungen zum «Kopf des Monats» Juni.

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Kopf des Monats: Fedayi San ist als Video Assistant Referee (VAR) an der Fussball-WM – und erledigt seinen Job stark

Fedayi San vom FC Tägerig schafft es auf die grösstmögliche Fussballbühne. Die Familie in Arni fiebert bei seinen Einsätzen mit, der Verband ist riesig stolz – und er selbst stellt sich stets in den Hintergrund. Fedayi San wurde für seinen Einsatz für den Sport und seine starke menschliche Art von der Redaktion zum Kopf des Monats gewählt.

Stefan Sprenger

«Er selbst ist sein grösster Kritiker. Fedayi San will es immer perfekt machen.» Diese Worte stammen von einem der grössten Experten im Schiedsrichterwesen. Der Sarmenstorfer Sascha Amhof, Leiter Ressort Schiedsrichter beim SFV und Schiri-Experte während den WM-Spielen im Schweizer Fernsehen. Amhof kennt Fedayi San schon viele Jahre. Als Mensch sei er «humorvoll, positiv und er trägt das Herz auf der Zunge.» Als Schiedsrichter gehört Fedayi San zur absoluten Elite. «Er ist eine grosse Nummer. Nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit», sagt Amhof.

Das 1000. WM-Spiel war «kein Zufall»

Sein Palmarès ist riesig: San ist der «dienstälteste» Referee der Super League und zudem auch Rekordhalter in Sachen Einsätzen in der höchsten Schweizer Liga (246 Spiele hat er bislang geleitet). Seit 2015 ist er FIFA-Schiedsrichter, leitete Spiele in der Champions-League-Qualifikation, der Nations League oder Europa League. Als VAR darf er die ganz grossen Spiele der Champions League begleiten. Barcelona, Real Madrid, Bayern München – mehr geht nicht auf Klub-Ebene.
An der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA hat er bislang sieben Spiele als VAR oder Assistenz-VAR begleitet. Darunter auch das 1000. WM-Spiel. «Das ist kein Zufall. Dass er dieses Spiel erhielt, war ein Vertrauensbeweis an ihn», sagt Amhof. San ist zudem der erste Schweizer überhaupt, der als VAR an einer WM dabei ist. «Man kann seine Leistungen kaum genug hoch einschätzen», so Amhof. Seine Leistungen an der WM beurteilt er als «einfach überzeugend». San habe «ein grosses Fussballverständnis, ein sehr gutes Gespür für das Spiel, Empathie für die Fussballer – und er ist ein Bauchmensch, der stets auf sein Gefühl vertraue.»

Ein Fehler, ein Lernprozess

Es gab auch Momente, die Fedayi San zum Nachdenken anregten. Im der K.-o.-Phase der Champions League der Frauen «hat er einen Fehler gemacht und bei einer Szene nicht interveniert», wie Amhof sagt. Er setzte eine Zeit lang aus, machte sich seine Gedanken, zog die Lehren daraus. «Er lernt aus seinen Fehlern. Auch das ist eine grosse Stärke von ihm», wie der Freiämter Amhof sagt.

Der Schiriboss der Schweiz ist froh, dass San an der WM ist. «Denn er bringt seine internationalen Erfahrungen zurück in die Schweiz. Und wir profitieren dann davon.»

Jennifer Arman ist die Frau von Fedayi San. Sie sind seit einem Jahrzehnt zusammen, haben gemeinsam drei kleine Jungs, mit denen sie seit wenigen Monaten in Arni wohnen – und natürlich die Spiele mitverfolgen, wo der Papa im Einsatz ist. Arman, die eine Beratungsagentur im Sportbusiness führt, sagt: «Die WM ist ein absolutes Highlight für ihn. Ein grosser Traum ging für ihn in Erfüllung. Das 1000. Spiel war eine riesige Ehre und hat ihn enorm gefreut».

Auf dem Platz souverän, «mit den Kids ein Clown»

Für die Familie bedeutet die WM aber auch, dass der Papa lange Zeit weg ist, rund sieben Wochen. San ist im VAR-Hauptquartier in Dallas stationiert. «Fedayi ist ein Familienmensch. Er vermisst die Kinder sehr. Wir telefonieren oft mit ihm», sagt seine Frau. Zu Hause sei er «ein enorm lustiger Mensch, mit den Kids spielt er oft den Clown», wie Arman sagt. Auf dem Fussballplatz oder im VAR-Raum ist er dann stets souverän und – natürlich – ernst. Für sie – die ihn in- und auswendig kennt – ist das «sehr spannend zu beobachten». Gemäss seiner Frau fühle er sich wohl an der WM. «Er kennt viele der anderen VAR, die in Dallas sind. Er geht in seiner wenigen Freizeit trainieren, spielt Pickle-Ball, geht Velofahren und hat sich auch schon WM-Spiele als Zuschauer im Stadion in Dallas angesehen. Es ist aktuell sehr heiss in Dallas – und er mag das nicht sonderlich», sagt sie.

Wenn er zurück ist, gehts in die Ferien

Arman ergänzt: «Aber ich glaube, er geniesst diese Zeit sehr. Auch dass es Spezialbehandlungen gibt für die VAR-Leute. Beispielsweise werden sie bei einem Transport von der Polizei patrouilliert. Wohl auch deshalb erlebt er gerade besondere Tage. Er wird aber auch froh sein, wenn er wieder nach Hause zur Familie kann.» Wann das ist, weiss man noch nicht genau. Kommt darauf an, wie lange Fedayi San an der Weltmeisterschaft im Einsatz stehen wird. Vielleicht bis im Final am 19. Juli. «Es braucht Flexibilität in der Familie. Aber ich kenne es nicht anders», sagt Arman. Sie sei die Organisatorin, ihr Mann eher der spontane Typ. Was aber ganz sicher geplant ist: Sobald Fedayi San von der WM zurück ist, gehts mit der ganzen Familie ein paar Tage in den Urlaub.

FC Tägerig: «Eigentlich unglaublich»

Last but not least: Der FC Tägerig, für den Fedayi San seit vielen Jahren lizenziert ist. Stefan Peterhans, Verantwortlicher für die Schiedsrichter beim FC Tägerig, ist natürlich «enorm stolz» auf das Aushängeschild. «Der kleine Verein FC Tägerig hat einen Schiedsrichter an der WM. Eigentlich unglaublich. Als er bei uns startete vor vielen Jahren, konnte man das nicht ahnen. Ein Glücksfall», sagt Peterhans. «Er dient als riesiges Vorbild für junge Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Er ist an der Spitze der Spitze. An einer WM. Das ist ganz viel harte Arbeit und viel Qualität. Nur die Allerwenigsten schaffen das. Er ist einer der Besten der Welt in seinem Fach. Darauf darf nicht nur der FC Tägerig stolz sein, sondern die ganze Schweiz.»


Die bisher Gekürten

Als Kopf des Monats Januar wurde Melanie Müller gekürt. Sie ist seit zwei Jahren Leiterin der Bibliothek Wohlen. Sie war die treibende Kraft bei der Organisation des Jubiläumsanlasses «50 Jahre Bibliothek». Im Februar wurde Daniel Güntert gewählt. Am 13. Februar feierte das Schweizer Strohmuseum seinen 50. Geburtstag. Güntert arbeitet die Geschichte des Museums unermüdlich auf. Kopf des Monats März ist die Bremgarter Tanzlehrerin Christel Hell. Unter ihr sind die jährlichen Auftritte der Bremgarter Schülerinnen und Schüler im Casino zum Spektakel geworden. Im April hiessen die Gewählten Andreas Stierli (Handball Wohlen) und Pitsch Müller (HC Mutschellen). Die Zusammenarbeit der beiden Vereine gipfelte im 1.-Liga-Aufstieg. Luigia Giroud wurde zum «Kopf des Monats» Mai von der Redaktion gewählt. Für 40 000 Franken einen neuen Spielplatz bauen, so lautete der Auftrag an den Gemeinderat. Eine Spielplatzkommission setzte sich in Kallern dafür ein, dass mehr Geld investiert werden konnte und sammelte dieses gleich selbst. An der Spitze: Luigia Giroud.

--red

 


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