Eine prägende Ära für die Ara
30.12.2025 KelleramtToni Burkart engagierte sich 36 Jahre im Abwasserverband Kelleramt (AVK)
Vor 50 Jahren konnte die ARA Kelleramt den Probebetrieb aufnehmen. Schon bald kam der Name Toni Burkart ins Spiel. Er, der 1989 im Vorstand Einsitz nahm. Nach 36 Jahren, in denen drei grössere ...
Toni Burkart engagierte sich 36 Jahre im Abwasserverband Kelleramt (AVK)
Vor 50 Jahren konnte die ARA Kelleramt den Probebetrieb aufnehmen. Schon bald kam der Name Toni Burkart ins Spiel. Er, der 1989 im Vorstand Einsitz nahm. Nach 36 Jahren, in denen drei grössere Ausbauten realisiert wurden, übergibt er Ende Jahr das Zepter seinem Vorstandskollegen Stefan Strebel, Gemeinderat von Oberwil-Lieli.
Richard Gähwiler
Die Anfang der Siebzigerjahre erstellte ARA Kelleramt reinigte anfänglich die Abwässer der in einem Zweckverband zusammengeschlossenen Gemeinden Arni, Islisberg, Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli, Rottenschwil und Unterlunkhofen. Als Gemeinderat in Unterlunkhofen mit dem Bauressort war Toni Burkart ab 1989 Delegierter im Abwasserverband Kelleramt, wo er sieben Jahre später die Nachfolge von Präsident Josef Gumann übernahm. Hilfreich bei allen folgenden Entscheidungen und Arbeiten war sicher sein Job bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), wo man sich mit Umwelt im weitesten Sinne beschäftigt. Aber auch das interdisziplinäre Denken und die entsprechenden Kontakte hätten ihn bei seinen ARA-Arbeiten unterstützt, erklärte Burkart.
Jonen und Ottenbach kamen neu hinzu
«Die rasante Bautätigkeit im Verbandsgebiet in den 1990er-Jahren und die Gesetzesänderungen verlangten schon bald nach Sanierungen, Optimierungen und Erweiterungen wie zum Beispiel die dritte Reinigungsstufe zur Phosphatfällung», erinnerte sich Burkart. Aber auch der Anschluss der Gemeinden Ottenbach und Jonen blieb in seiner Erinnerung: langwierige technische und politische Diskussionen seien dem definitiven Anschluss vorausgegangen und hätten dann wiederum zu einem Ausbau der ARA auf 21 300 Einwohner geführt (2012 bis 2014).
«All diese Arbeiten, Sitzungen und Abklärungen fand ich spannend und interessant, sonst hätte ich sie nicht so lange gemacht», ergänzte Burkart lachend. Es sei aber vor allem der Team-Spirit gewesen, den er in jeder Phase seines Wirkens spürte, sowohl im Ingenieurteam, im Vorstand wie beim Klärwerk- und Verwaltungspersonal, der ihn immer wieder zum Weitermachen bewog, so Burkart weiter. Mit dem sich anbahnenden Zusammenschluss mit dem Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen sei nun der ideale Zeitpunkt für seinen Rücktritt gekommen. Die Ausarbeitung eines Vorprojektes für diesen Zusammenschluss wurde noch von Burkart in die Wege geleitet. Alle Verbandsgemeinden haben in der Zwischenzeit dem Verpflichtungskredit für dieses Vorhaben zugestimmt.
Mit wem geht es weiter?
Es warten also umfangreiche Arbeiten auf den neuen Präsidenten. Als Nachfolger hat sich Gemeinderat Stefan Strebel aus Oberwil-Lieli zur Verfügung gestellt. Seit 2021 im Vorstand des Abwasserverbandes und beruflich im Bereich Architektur und Bauplanung tätig, bringt er optimale Voraussetzungen, die Aufgaben und Entscheide zusammen mit den Vorstandsmitgliedern kompetent umzusetzen. Als Grundlage hierzu übergab ihm Burkart ein paar Kartonboxen mit prall gefüllten ARA-Dossiers, einen USB mit weiteren ARA-Daten, den Zutrittsschlüssel zur ARA sowie seine Handynummer für «ausserordentliche Fälle».
Wie bereits erwähnt wird das bewilligte Zusammenschluss-Vorprojekt den Präsidenten mit den Verbandsdelegierten in den nächsten Monaten beschäftigen. Strebel nimmt es gelassen – aus seiner Berufserfahrung kenne er die möglichen Probleme und Herausforderungen. Falls alles in geordneten Bahnen läuft, rechnet er mit einem Zeithorizont von zehn Jahren für den Zusammenschluss. «Bei der Einweihung wäre ich gerne auch mit dabei – vielleicht dann mit einer Gehhilfe», so Burkart scherzend auf sein Alter anspielend. Vorläufig ist er jedoch immer noch auf dem Rad anzutreffen, ist er doch aktives Mitglied in zwei Mountainbike-Gruppen. Toni Burkarts Rücktritt wurde auch im Kantonshauptort in Aarau mit Bedauern zur Kenntnis genommen.
Reto Bannier, Fachspezialist Abwasserreinigung in der Abteilung für Umwelt, zeigte die Wertschätzung durch seinen Besuch auf der ARA Kelleramt.
Burkart seinerseits bedankte sich in seinem letzten Jahresbericht bei allen Beteiligten. Gefreut hätten ihn vor allem die brieflichen Abschiedsworte aus den Verbandsgemeinden und natürlich das erlesene Weinpräsent. Dieses zu geniessen, wird er jetzt noch vermehrt Musse haben.

