Eine Halle voller Lachen
09.04.2024 WohlenDie Handballvereine im Freiamt haben die Inklusion gestartet – Das erste Training in Wohlen war ein voller Erfolg
Sport verbindet. Und fördert gar die Nächstenliebe. Was am vergangenen Samstag in der Hofmattenhalle abging, war herzerwärmend und ...
Die Handballvereine im Freiamt haben die Inklusion gestartet – Das erste Training in Wohlen war ein voller Erfolg
Sport verbindet. Und fördert gar die Nächstenliebe. Was am vergangenen Samstag in der Hofmattenhalle abging, war herzerwärmend und eindrücklich. Für Helfer und Teilnehmer.
Stefan Sprenger
Die Stimmung ist liebevoll und fröhlich. Die Dutzend Menschen mit Beeinträchtigung, die zum ersten Inklusionstraining im Handballsport im Aargau gekommen sind, haben sichtlich Spass. «Keine Frage. Ich komme wieder. Es war richtig toll», sagt beispielsweise Patrick Schweiger. Er ist die Sportskanone unter den Teilnehmern an diesem Samstagmorgen in der Wohler Hofmattenhalle. Regelmässig nimmt er an Läufen teil, spielt Unihockey, Fussball und holte sich auch schon Medaillen an den Special Olympics. Und jetzt hat er sich im Handball versucht.
Das erste Schnuppertraining war ein voller Erfolg. Schweizweit gibt es vereinzelt Handballvereine, die solche Inklusionstrainings anbieten. Aber es sind noch viel zu wenige. Der frühere Wohler Torhüter Stephan Jaeggi wollte das im Freiamt ändern. Auch, weil sein Sohn Silvan diesen Sport liebt. Angefragt bei Stephan Jaeggi, wie es denn war, ringt er nach Worten. Man habe es doch gespürt, in jeder Sekunde. «Eindrücklich. Hoch emotional. Sensationell. Es war über den Erwartungen», sagt er. Er habe viel Freude gespürt. «Und lauter lachende Gesichter gesehen.» Das gilt für die Teilnehmer wie auch die Dutzend Helfer. Alle drei Freiämter Handballvereine wirkten mit. Handball Wohlen, TV Muri Handball und der HC Mutschellen. Von Rivalität keine Spur. Die Delegationen jener Vereine waren für die gemeinsame Sache gerne dabei. Und auch für sie war es emotional. Das Wohler Handball-Urgestein Urs Müller meinte: «Das ist sagenhaft. Dieses Training werde ich nie mehr vergessen. Es war grossartig.»
Stephan Jaeggi, Initiant dieser Inklusion, durfte viele Schulterklopfer und Umarmungen empfangen. Doch er gibt sie gleich weiter: «Danke an alle, die mitgeholfen haben. Danke an alle, die das ermöglicht haben.» Vor rund einem Jahr stellte er seine Vision eines Inklusionstrainings an der GV von Handball Wohlen vor. Dies war der Startschuss, die Initialzündung. «Menschen mit einer Beeinträchtigung sollen Handball spielen dürfen und können», meinte er damals. Denn «Handball ist für alle da».
Und nun ist das passiert. Das erste Training vorbei. Jugendliche waren dabei genauso wie der 58-jährige Dieter Lanz von der Integra Wohlen. Es war bereichernd für alle. Die Menschen mit Beeinträchtigung hatten viel Spass an den Übungen mit Ball. Und zum Schluss gab es noch einen Plauschmatch, wo die Tore lautstark und euphorisch gefeiert wurden. Extra für dieses Spiel reisten weitere Teilnehmer von bereits bestehenden Inklusionsteams aus Basel, Unterstrass und Winterthur nach Wohlen.
Es war erst der Anfang
Im Beizli half Jaeggis Frau Manuela, seine beiden Töchter Ramona und Fabienne (beide spielen bei Handball Wohlen) waren ebenfalls in der Halle und halfen mit. Und noch ganz viele andere Menschen unterstützen diese Inklusion. Auch auf die Zuschauerränge kamen Dutzende neugierige Menschen. Und alle waren begeistert und hatten nur lobende Worte bereit. Stephan Jaeggi sagt: «Mein Sohn Silvan hatte riesig Spass. Er will Handball spielen. Jetzt erst recht.» Und so macht man sich nun an die Planung. In Zukunft sollen diese Inklusionstrainings regelmässig stattfinden. Die Halle wird dann öfters voller lachender Gesichter sein.