Ein Zuhause für die Biber-Familie
26.03.2024 Kelleramt, ArniEin Meilenstein für die Biber
In Arni feierte der Jugend Circus Biber mit dem Spatenstich den Baubeginn der Trainingshalle
Acht Jahre träumte der Jugend Circus Biber von einer eigenen Trainingshalle. Mit dem Spatenstich wird diese nun ...
Ein Meilenstein für die Biber
In Arni feierte der Jugend Circus Biber mit dem Spatenstich den Baubeginn der Trainingshalle
Acht Jahre träumte der Jugend Circus Biber von einer eigenen Trainingshalle. Mit dem Spatenstich wird diese nun Realität.
Celeste Blanc
Angefangen hat es vor 40 Jahren. Damals wollte der 14-jährige Beat Rhyner «einfach nur Zirkus» machen. Auf dem Spielplatz in der Chälmatt wurden die ersten Nummern geübt. «Und das Fieber hat meine ‹Gspänli› angesteckt», erzählt er. Dass dieses «Biber-Fieber» noch bis heute in Arni um sich geht und gut vier Jahrzehnte später viele Jugendliche begeistert, ist für den Initianten eine bewegende Sache. Dies merkt man auch an diesem Wochenende, als mit dem Spatenstich der Jugend Circus Biber seine langersehnte eigene Trainingshalle bekommt. «Dass heute noch das Engagement für die Sache so gross ist, berührt mich. Da kommen einem die Tränen.»
Lange war der Weg gewesen
Gross gefeiert wurde der Spatenstich mit Vertretern der Gemeinde, ehemaligen und aktuellen Weggefährten sowie vielen Zirkusartistinnen und -artisten sowie ihren Eltern. Mittendrin dabei war Daniel Walter, Präsident Stiftung Biberbau. Seit dem Projektbeginn im Jahr 2016 setzt er sich an vorderster Front für den «Biberbau» ein. «Mit diesem Meilenstein fällt mir persönlich ein Stein vom Herzen», meint er. «Denn lange ist der Weg bis zu diesem Moment gewesen.»
Der Jugend Circus Biber feierte am Wochenende gross den Spatenstich
Nun steht der eigenen Trainingshalle nichts mehr im Weg: Mit dem offiziellen Spatenstich beginnen im April die Bauarbeiten des Biberbaus. Gefeiert wurde dieser Meilenstein mit langjährigen Wegbegleitern.
Celeste Blanc
Das Wetter stand auf der Kippe. Noch ein paar Stunden vor dem offiziellen Spatenstich stürmte und regnete es. Eine Besserung war nicht in Sicht. Doch dann, genau auf die Eröffnungsrede von Daniel Walter, Präsident Stiftung Biberbau, tat es auf – und die Sonne brach sogar hervor.
Fast ein wenig sinnbildlich stand das Wetter an diesem Tag für den langen Weg, den der Arner Verein für eine eigene Trainingshalle zurückgelegt hat. Nach zahlreichen Planungsstunden, viel Engagement, dem Durchführen verschiedenster Anlässe, der langjährigen Suche nach Stiftungen und zuletzt Einsprachen gegen das Bauvorhaben hat man es nun endlich geschafft: Der Biberbau wird endlich Realität.
Immer Unterstützung erfahren
Kein Wunder also, dass die Stimmung mehr als ausgelassen war. Immer wieder werden Daniel Walter die Hände geschüttelt und Gratulationen kundgetan. «Einfach nur sensationell», meint dieser. «Ein Meilenstein für den Verein, der mir meinen persönlichen vom Herzen fallen lässt.» Wie viele Menschen zu diesem Meilenstein beigetragen haben, zeigt sich auch bei Walters Rede. Dankbar sei man für das Engagement von vielen Vereinsmitgliedern, aber auch Biber-Freunden, das nun seit 40 Jahren anhält. So durfte man etwa jahrelang in Scheunen von Privatpersonen trainieren, allen voran die «Biber-Scheune» von Martha Huber an der Zürichstrasse. «20 Jahre verlangte sie von uns nur eine Miete von 100 Franken. Vielen war nie recht bewusst, was sie damit für den Verein getan hat», blickt Walter zurück. Als dann 2016 die Nachfolgegenerationen andere Pläne mit der Liegenschaft hatte, musste sich der Verein neu orientieren. «Ein Schock», sei es damals gewesen, denn «über Alternativen hatte man nie nachgedacht.»
So war fortan der Verein gefragt, eine nachhaltige Lösung für sich zu finden. Nach zahlreichen Sitzungen war für die eingesetzte Projektgruppe dann klar: Um alle Anforderungen erfüllen zu können, müsse eine eigene Trainingshalle her. Autonom, nachhaltig und in Arni verwurzelt sei dabei die Devise gewesen, so Walter.
Grundstein für die Zukunft
Über die folgenden acht Jahre sollten verschiedene Phasen folgen; nebst dem Rückhalt innerhalb der Biber-Familie kamen ein Crowd-Funding-Projekt, Charity-Events und das Aufsuchen von zahlreichen Stiftungen hinzu. «Vor allem Stiftungsgelder anfordern war eine schwere Aufgabe in all der Zeit», so Walter. Trotz der nicht immer leichten Umstände habe man nun das Ziel erreicht. Dank dem Engagement ist es dem Verein möglich, die Baukosten von 960 000 Franken mit 700 000 Franken grösstenteils selbst zu tragen. Für die restlichen 200 000 Franken wird eine Hypothek aufgenommen. «Ein unglaublicher Effort, der geleistet wurde», so Walter, der nicht ganz ohne Stolz meint: «Ich kenne keinen Verein, dem das gelungen ist.»
Auch Vizeammann Kurt Süss gratulierte im Namen des Gemeinderates zum Erfolg. Und betonte die Wichtigkeit eines Spatenstichs für Bauvorhaben. «Der Akt ist banal: Es wird Erde mit einer Schaufel aus dem Boden gehoben. Dennoch wird in diesem Moment ein bedeutender Moment für die Zukunft gelegt.» Und er zeigt sich über den Erfolg des Zirkus begeistert: «Sie schaffen es, die Jungen für viele Jahre zu motivieren, sich im Verein zu engagieren. Demnach leistet der Jugend Circus Biber ganz wertvolle Arbeit für die Jugend im Dorf.»
«Einfach nur Zirkus machen»
Viele ehemalige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren am Spatenstich anwesend. Allen voran auch Beat Rhyner. Er hat im Jahr 1984 den Grundstein für den Jugend Circus gelegt. Damals 14 Jahre alt, wollte er «einfach nur Zirkus machen», erzählt er. Zuerst auf dem Spielplatz, danach in Scheunen in der Nachbarschaft wurde anfänglich trainiert. Fortan engagierte er sich 20 Jahre stark für den Verein. «Ich habe immer Herzblut in den Biber gesteckt. Dass die Idee nach all den Jahren immer noch weitergetragen wird und so erfolgreich ist, das ist einfach der Hammer», sagt er.
Offizieller Baustart ist am Dienstag, 2. April. Läuft alles nach Plan, ist der Biberbau bereits im Januar 2025 bezugsbereit. Weiter erfüllt sich der Circus Biber heuer zum 40-Jahr-Jubiläum einen weiteren Traum: Im Sommer wird das neue Zirkuszelt eingeweiht.