TSV Rudolfstetten / Volley Mutschellen – einer der ältesten Vereine des Dorfs feiert Jubiläum
Seit 90 Jahren bewegt der Turnverein Rudolfstetten die Region. Was als klassischer Turnverein begann, ist heute eine erfolgreiche Symbiose aus Tradition und ...
TSV Rudolfstetten / Volley Mutschellen – einer der ältesten Vereine des Dorfs feiert Jubiläum
Seit 90 Jahren bewegt der Turnverein Rudolfstetten die Region. Was als klassischer Turnverein begann, ist heute eine erfolgreiche Symbiose aus Tradition und boomendem Volleyballsport und verbindet Generationen.
Sabrina Salm
Seit 1936 wird beim Turnverein Rudolfstetten gemeinsam geschwitzt, gelacht und angepackt. Der Verein hat den strammen Drill der Anfangszeiten jedoch hinter sich gelassen und den polysportiven Gedanken zur DNA gemacht. «Man bewegt sich miteinander, man begegnet sich», heisst es im Verein. Der polysportive Gedanke zählt und steht mehr im Vordergrund als Leistung um jeden Preis.
Diese Haltung lebt auch Volley Mutschellen. Die Volleyball-Sektion des TSV ist aus dem Ursprungsverein hervorgegangen und wurde zu dessen kräftigstem Herzschlag. «Ohne den Turnverein gäbe es Volley nicht», stellt Vorstandsmitglied Lea Brem klar, die seit 15 Jahren im Verein aktiv ist. Peter Oggenfuss, Ehrenpräsident und seit 63 Jahren Vereinsmitglied, setzt nach: «Und ohne das Volley gäbe es den Turnverein nicht mehr.»
Der Anfang des Zusammenspiels
Anfang der 1980er-Jahre spielten viele Turnerinnen und Turner regelmässig Volleyball. «So kam die Idee auf, eine eigene Untergruppe im Verein zu machen», erzählt Oggenfuss, der von Anfang an hinter der Volley-Gruppe stand. Schon 1984/85 trat der damals noch KTV Rudolfstetten mit einer Herrenmannschaft an der Aargauer Meisterschaft an. 1986 wurde die Sektion Volleyball gegründet, 1987 folgte die Fusion mit den Volleyballerinnen des DTV Widen. Volley Mutschellen war geboren. Neben Oggenfuss war Bernd «Charly» Neumann die treibende Kraft hinter dieser Entstehung. Heute besteht der Gesamtverein aus den Riegen Fitness (Turnen für jedermann und -frau) und Volleyball (Damen, Herren, Juniorinnen, Mini).
Lea Brem erzählt, dass das Volleyball einen anhaltenden Aufschwung erlebt: «In den letzten fünf Jahren boomt Volleyball. Besonders bei den Jungs.» Aus einer einzigen Mannschaft wurden 17 Teams, der Altersdurchschnitt im Volley liegt bei 21 Jahren. Die höchste Spielklasse ist die 2. Liga. Kinder starten ab der 1. Klasse – und bleiben. Der TSV zählt heute rund 170 Mitglieder, die meisten aus Rudolfstetten-Friedlisberg. Das rasante Wachstum bringt jedoch logistische Probleme mit sich. «Wie jeder Verein haben auch wir mit Platzmangel zu kämpfen», so Brem. Doch die Teams sind konstant. «Wer kommt, der bleibt», meinen beide lachend.
Der Mittwochabend bleibt der Fixpunkt des Ursprungsvereins: «Sport für alle» – ein Team, das die Turngruppe kittet. «Wir sind noch ein eingefleischtes Kernteam, welches die Turngruppe zusammenhält. Das wird uns auch in Zukunft gelingen», zeigt sich Oggenfuss zuversichtlich.
Herkunft als Kompass, Zukunft als Teamaufgabe
Zusammenhalt zeigt sich im TSV nicht nur im Spiel, sondern auch daneben. Ob Barbetrieb beim «kino uf em dorfplatz» oder an der MEGA, wobei sie für ihr Risotto bekannt sind – Turnerinnen, Turner und Volleyballerinnen, Volleyballer helfen gemeinsam mit. Generationenkonflikt? Nicht beim TSV Rudolfstetten / Volley Mutschellen. Wir unterstützen uns gegenseitig», bekräftigt Peter Oggenfuss. «Mit Freude darf ich feststellen, dass die Saat Früchte trägt.» Das generationenübergreifende Zusammenspiel funktionierte auch beim 90-Jahr-Jubiläum, das vereinsintern im kleinen Rahmen gefeiert wurde.
Der Blick nach vorn bleibt damit klar und bescheiden zugleich. Lea Brem formuliert den doppelten Wunsch: wachsen und sich treu bleiben. «Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.» Gleichzeitig soll der Kern bewahrt werden: «Dass wir die Philosophie beibehalten können. Wir immer daran denken, woher wir kommen, und dass wir den guten Geist wahren können.» Der TSV Rudolfstetten und Volley Mutschellen zeigen so, dass man Herkunft und Gegenwart ernst nehmen muss, damit Zukunft geschaffen werden kann.