Ein Fest für die Sinne
31.03.2026 Bremgarten, Musik, SchuleBezaubernde Tanzaufführung der Musikschule Bremgarten im Casino
Wenn das Publikum sich beim Schlussapplaus erhebt, wenn 126 Kinder und Jugendliche auf der Bühne den Namen ihrer Lehrerin wiederholt laut rufen, dann kann man mit Fug und Recht von einer ...
Bezaubernde Tanzaufführung der Musikschule Bremgarten im Casino
Wenn das Publikum sich beim Schlussapplaus erhebt, wenn 126 Kinder und Jugendliche auf der Bühne den Namen ihrer Lehrerin wiederholt laut rufen, dann kann man mit Fug und Recht von einer äussert gelungenen Tanzaufführung sprechen.
Erika Obrist
Wer schon einmal eine Tanzaufführung der Musikschule Bremgarten besucht hat, der weiss: Frühzeitiges Erscheinen ist ein Muss für alle, welche die Darbietung der tanzenden Mädchen und Buben im Casino sitzend verfolgen möchten. So hat sich auch am letzten Samstag bereits eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn eine grosse Traube gebildet vor dem Eingang. Erwartungsfroh sehnten sie unter den schützenden Schirmen die Türöffnung herbei.
Im Nu waren drinnen die Stühle besetzt, nachdem dem Warten ein Ende bereitet worden war. Einzig in die erste Reihe wollte sich kaum jemand setzen. Dann doch lieber hinten neben dem Eingang stehen und der Dinge, die da kommen sollten, harren. 116 Kinder und Jugendliche waren angekündigt, aufgeteilt in zwölf Altersgruppen. Kurzfristig wurde noch eine 13. Gruppe mit jungen Erwachsenen ins Programm aufgenommen. Ehemalige Schülerinnen der Tanzlehrerin Christel Hell.
Freude an der Bewegung
Mucksmäuschenstill wurde es im Saal, als sich der Vorhang öffnete. Das Bild, das präsentiert wurde, war ein Versprechen für die folgenden anderthalb Stunden. Zwei prächtige Libellen breiteten ihre Flügel aus. Ihnen zu Füssen fauchten und knurrten kleine Löwen und Geparde. Die Gesichter der Kindergärtler wunderbar geschminkt, die Haare kunstvoll geflochten. Unterstützt von älteren Schülerinnen, begannen die wilden Tiere zur Musik zu hopsen und zu hüpfen, sich im Kreis zu drehen und dabei dem Publikum das strahlende Gesicht zuzuwenden. Schon hier wurde eine Maxime der Tanzlehrerin Christel Hell erfahrbar: «Der Zusammenhalt in der Gruppe ist mir wichtig. Das Miteinander, das Sich-gegenseitig-Unterstützen.» Und dass die tanzenden Mädchen und Buben Freude haben an der Bewegung. «Sie sollen ihren Körper spüren.» Was so spielerisch-leicht begonnen hatte, setzte sich mit jeder auftretenden Gruppe fort. Je älter die Auftretenden waren, desto anspruchsvoller wurden die Darbietungen: das Eingehen auf die Musik intensiver, das Zusammenspiel von Gestik und Mimik eindringlicher, die Schrittabfolgen schwieriger. Und trotzdem scheinbar noch immer spielerisch-leicht. Dass dahinter – neben monatelangem Üben – auch Kraft und Ausdauer stecken, merkte man lediglich beim heftigen Atmen der Kinder und Jugendlichen beim Schlussakkord des Lieds, zu dem sie getanzt haben.
Ohne helfende Hände nicht durchführbar
Der Auftritt der 13 Gruppen war ein Fest für die Sinne. Musik, Licht, Kostüme, Choreografie: ein harmonisches Gesamtkunstwerk. «Ohne die mithilfe von Müttern und Vätern sowie von Bekannten wäre eine solche Aufführung nicht möglich», sagte Tanzlehrerin Christel Hell, die seit neun Jahren in Bremgarten unterrichtet. Kostüme nähen, Ton- und Lichttechnik ins Casino bringen, das diesbezüglich spärlich ausgestattet ist, den Saal stuhlen und auch wieder aufräumen, Garderobe, Maske, die kleinen Kinder betreuen beim Warten auf das grosse Finale: An die zwei Dutzend Helferinnen und Helfer haben zur gelungenen Aufführung beigetragen. «Das Gestalten und Nähen der Kostüme hat bereits Monate vorher angefangen», weiss Christel Hell.
In Gedanken schon am nächsten Auftritt
Die Tanzlehrerin hat sämtliche Choreografien selber erarbeitet. Die Ideen für Schrittfolgen nehme sie meist beim Beobachten der Menschen im Alltag. «Wenn ich nicht unter Druck schaffen muss.» Dann gelte es, die Eingebungen schriftlich festzuhalten und anschliessend daran zu feilen, bis das von ihr gewünschte Resultat vorliege. Das ist dann oft so gut wie beispielsweise bei der Gruppe der Musikschule Bremgarten, die am Wettbewerb «School Dance Award» im Finale den vierten Platz belegt hat. Selbstverständlich hat die Gruppe ihren Wettbewerbsbeitrag am letzten Samstag dem Publikum im Casino präsentiert. Gemessen am Applaus wäre auch ein Podestplatz dringelegen.
Zum Schlussbild kamen nochmals alle Aufführenden auf die Bühne. Für die Tanzlehrerin gab es einen Blumenstrauss. «So einen schönen Strauss habe ich noch nie erhalten.» Für die Tänzerinnen und Tänzer gab es lang anhaltenden Applaus, wobei sich das Publikum von den Sitzen erhob. «Eine Standing Ovation hatten wir noch nie», freute sich Christel Hell. Die Kinder und Jugendlichen skandierten laut den Namen ihrer Lehrerin. «Da war ich froh, dass ich mich am Maskottchen Leo festhalten konnte, so gerührt war ich.»
Und wie zufrieden ist Christel Hell selber mit der Aufführung? «Als Perfektionistin bin ich nie zufrieden», sagt sie. Es sei aber schön zu sehen, dass alle Aufführenden ihr Bestes gegeben und sich gegenseitig unterstützt haben. Nun mache sie sich daran, die Aufführung zu analysieren: Was gut gelaufen ist, weiterführen und ausbauen, was nicht so gut gelungen ist, verbessern oder ausmerzen. Dies bereits mit Blick auf die nächste Tanzaufführung. «Ich bin bereits am Kreieren neuer Tänze.»
Darauf darf man sich heute schon freuen. Und nicht vergessen: Frühzeitiges Erscheinen und Warten auf den Einlass wird mit einem Sitzplatz belohnt.


