Duell in Spitzengruppe
20.03.2026 Muri, Fussball2. Liga: FC Muri – FC Suhr (Sonntag, 14.30 Uhr, Brühl)
Für den FC Muri beginnt die Rückrunde mit einem Duell gegen einen Gegner, mit dem noch eine Rechnung offen ist. Die Klosterdörfler haben eine gute erste Saisonhälfte hinter sich und ...
2. Liga: FC Muri – FC Suhr (Sonntag, 14.30 Uhr, Brühl)
Für den FC Muri beginnt die Rückrunde mit einem Duell gegen einen Gegner, mit dem noch eine Rechnung offen ist. Die Klosterdörfler haben eine gute erste Saisonhälfte hinter sich und wollen an diesen Leistungen anknüpfen. Die Planungen für die kommende Saison sind ebenfalls schon im Gange.
Josip Lasic
Für 2.-Liga-Verhältnisse wirkt das Team des FC Muri wie ein kleines Starensemble. Die Ex-Profis Alessio Passerini und Alain Schultz sind Sportchef und Trainer. Gemeinsam haben sie eine qualitativ starke Mannschaft zusammengestellt. Die Spieler stammen grösstenteils aus dem Freiamt oder dem näheren Umkreis der Region. Und dennoch bringen sie viel Erfahrung aus höheren Ligen mit. 2. Liga interregional, 1. Liga classic und Promotion, teilweise sogar Challenge League.
Mit dieser Truppe steht Muri nach der Vorrunde auf Rang 5 mit 23 Punkten. Zu wenig für so ein starkes Team? Nicht, wenn es nach den Klosterdörflern geht. Die Mannschaft hat drei schwere Jahre hinter sich. Jahre, in denen das Team von der 1. Liga classic in die regionale 2. Liga durchgereicht wurde. Dementsprechend hielt man sich vor der Saison bewusst zurück, was die Ziele betrifft. «Wir können uns mit diesem Team nicht hinstellen und sagen, dass der Klassenerhalt das Ziel ist. In der Liga streben wir einen Platz unter den ersten vier an», sagte Trainer Alain Schultz damals. Dementsprechend ist er mit der ersten Saisonhälfte zufrieden. Sein Team ist punktgleich mit dem viertplatzierten Baden II. Die Mannschaften auf den Rängen 2 und 3 haben nur einen Zähler Vorsprung und auch Leader Lenzburg ist mit fünf Punkten mehr noch in Reichweite. «In der Meisterschaft sind wir in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen. Ein Top-4-Platz ist noch absolut realistisch. Gemessen an der Personalsituation, wo wir doch viele Absenzen hatten in der Vorrunde, haben wir glaube ich das Maximum rausgeholt.» Und was für den Trainer besonders wichtig ist: Das Team hat es geschafft, im Aargauer Cup zu überwintern. Die Murianer stehen im Halbfinal. Dort wartet auf sie das Freiämter Derby gegen den FC Mutschellen.
Weiterhin auf regionale Spieler fokussiert
Muri will in der zweiten Saisonhälfte daran anknüpfen. «Unsere Ziele bis Saisonende sind klar: In der Meisterschaft wollen wir vorne mitspielen und im Cup den Sieg», sagt der Trainer. Der Verein denkt darüber hinaus. Die Verträge von Schultz und Sportchef Passerini wurden bereits verlängert.
Schultz: «Jetzt beginnt auch schon die Kaderplanung für den nächsten Sommer. Wir wollen den Grossteil des Teams zusammenhalten, damit in den nächsten Jahren in Muri wieder etwas entstehen kann.» In dieser Saison besteht kein Druck. Für die Zukunft sind aber durchaus Ambitionen vorhanden bei den Freiämtern. Passerini: «Langfristig gehört der FC Muri wieder in die 2. Liga interregional. Wir wollen aber nichts erzwingen, sondern etwas Nachhaltiges aufbauen.»
Die Mannschaft wurde im Winter punktuell verstärkt. Burim Hasanramaj kam von Ligarivale Erlinsbach. Ausserdem ist Edison Imeri neu beim FC Muri. Er spielte zuletzt in Österreich. Seine Eltern leben allerdings in Aristau. «Damit bleiben wir der Linie treu, dass wir Spieler aus dem Freiamt oder einem Umkreis von rund 20 bis 30 Kilometern holen», sagt Passerini.
Abgänge gab es keine. Allerdings wird der Trainer in der Rückrunde auf Devin Weibel und Dylan Bruggmann verzichten müssen. Die beiden Eigengewächse des FC Muri pausieren. Weibel wegen der Rekrutenschule, Bruggmann wegen seiner Lehre. In der Vorbereitung wurden dafür mit Ermal Krasniqi und Ermond Iseni zwei weitere Spieler aus der eigenen Juniorenabteilung an die erste Mannschaft herangeführt.
Mit dem Spirit von Real Madrid
Mit der Vorbereitung ist Schultz insgesamt zufrieden. Die Murianer haben sieben Testspiele absolviert. Dazu gab es ein Team-Weekend in Madrid. «Das war richtig cool. Wir waren von Samstag bis Montag dort, haben eine schöne Zeit verbracht und auch ein bisschen was für das Teambuilding gemacht», erzählt der Trainer. Einer der Höhepunkte war dabei die Besichtigung des Bernabéu, des Stadions des spanischen Rekordmeisters Real Madrid. «Das war sehr eindrücklich und für viele natürlich das Highlight der ganzen Reise. Das Wochenende hat uns gutgetan. Die Mannschaft ist noch enger zusammengewachsen. Obwohl wir bereits einen starken Teamgeist hatten, glaube ich, dass wir in diesem Bereich weitere Fortschritte machen konnten. Jetzt freuen wir uns aber, dass es endlich losgeht, nach so langer Vorbereitung.» Vielleicht nehmen die Murianer etwas vom Spirit von Real Madrid mit. Denn zum Auftakt werden sie gleich gefordert.
Muri empfängt übermorgen Sonntag, 14.30 Uhr, den FC Suhr. Der Gegner ist momentan Tabellendritter mit einem Punkt mehr als die Klosterdörfler. Zum Saisonstart musste sich Muri noch mit 2:3 geschlagen geben. «Sie sind eine ambitionierte Zweitligamannschaft, die seit Jahren vorne mitspielt. Suhr hat viele erfahrene Spieler und spielt sehr körperbetont wie ihre 61 Strafpunkte zeigen. Wir wissen, dass uns ein sehr intensives Spiel erwartet, und müssen von Beginn an mithalten. Das ist uns in den ersten zehn Minuten des Hinspiels nicht gelungen. Aber jetzt wissen wir, was auf uns zukommt. Aber wir freuen uns darauf. Ich habe Vertrauen in meine Jungs, und wir sind bereit und hoffen auf einen starken, erfolgreichen Saisonstart.»

