Drei Männer, ein Sitz
13.02.2026 Region Unterfreiamt, Wahlen, BüttikonAn der Ersatzwahl in den Gemeinderat hat die Büttiker Stimmbevölkerung eine Auswahl
Das Dorf soll nicht stillstehen, Investitionen brauche es. Gleichzeitig müsse die Finanzpolitik verantwortungsvoll sein. Die Antworten der drei Kandidaten Michele Cioffi, ...
An der Ersatzwahl in den Gemeinderat hat die Büttiker Stimmbevölkerung eine Auswahl
Das Dorf soll nicht stillstehen, Investitionen brauche es. Gleichzeitig müsse die Finanzpolitik verantwortungsvoll sein. Die Antworten der drei Kandidaten Michele Cioffi, Roland Frei und Markus Hiebl sind ähnlich. Der Steuerfuss und der notwendige zusätzliche Schulraum sind die heissen Themen in Büttikon.
Annemarie Keusch
In der Aussenwahrnehmung gäbe es attraktivere Momente, um für einen Gemeinderat zu kandidieren. Die Zeiten in Büttikon sind stürmisch. An der letzten «Gmeind» wurden sowohl Budget als auch Kreditantrag für die Schulraumerweiterung abgelehnt. Die Stimmung war hitzig, der Ton wurde nicht selten scharf. Der Rücktritt von Michael Erismann erfolgte kurz nach der Gemeindeversammlung. Das hält aber gleich drei Männer nicht davon ab, für den einen freien Sitz im Gemeinderat zu kandidieren: Roland Frei (parteilos), Markus Hiebl (SVP), Michele Cioffi (parteilos).
Hiebl will zuhören
Markus Hiebl betont: «Ich bin überzeugt, dass es jetzt Menschen braucht, die zuhören, vermitteln und Verantwortung übernehmen.» Ihm gehe es nicht darum, Öl ins Feuer zu giessen. Stattdessen wolle er mit gesundem Menschenverstand und Sachlichkeit zu einer konstruktiven Dorfpolitik beitragen. Hiebli ist 61-jährig, selbstständig tätig als Plattenleger und Hauswart und seit 30 Jahren Präsident des örtlichen Schützenvereins. Er lebt in einer Beziehung und ist Vater zweier Töchter und hat drei Enkelkinder. Mit seinem beruflichen Hintergrund sei er sich gewohnt, Entscheidungen abzuwägen und auch unbequeme Themen sachlich anzugehen. «Mir ist Verlässlichkeit wichtig. Ich stehe zu dem, was ich sage», betont Hiebl. Als Gemeinderat wolle er Verantwortung übernehmen. «Hier kann man etwas bewirken. Ich kenne Büttikon, die Menschen hier und die Anliegen aus dem Alltag. Genau deshalb interessiert mich die Dorfpolitik. Sie ist ehrlich, direkt und nah bei der Bevölkerung.» Büttikon sei Heimat. Er schätze das Miteinander und wolle als Gemeinderat seinen Beitrag leisten.
Und angesprochen auf das Budget und die Schulraumerweiterung – die heissen Themen – sagt Markus Hiebl: «Mir ist ein haushälterischer Umgang mit den Steuergeldern sehr wichtig. Gleichzeitig dürfen wir notwendige In-Entscheidend sei für ihn, dass Projekte realistisch geplant, verständlich kommuniziert und finanziell tragbar umgesetzt werden. «Transparenz und Augenmass sind dabei zentral.»
Cioffi setzt auf offenen Dialog
Ähnlich ist Michele Cioffis Antwort, angesprochen auf diese Themen, die die Wogen hochgehen liessen. «Gerade in herausfordenden Phasen ist sachliche und lösungsorientierte Arbeit gefragt.» Als diplomierter Ingenieur könne er vieles zu fundierten und gut vorbereiteten Entscheiden beitragen. Seine analytische und strukturierte Denkweise sieht er als Vorteil. «Ich will Verantwortung übernehmen und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit beitragen.» Deshalb habe er sich bewusst jetzt für eine Kandidatur entschieden. Ein offener Dialog sei wichtig. «Für mich ist zentral, dass Massnahmen finanziell tragbar, langfristig sinnvoll und transparent begründet sind.» Niemand bezahle gerne mehr Steuern. «Wenn die Mittel jedoch sinnvoll, transparent und langfristig eingesetzt werden, kann dies eine Option sein.» Schliesslich seien Investitionen notwendig, um die Attraktivität, Funktionsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Dorfes auch für die kommende Generation sicherzustellen.
Da spricht Michele Cioffi auch seine beiden Kinder an, die in Büttikon die Schule besuchen. Er ist 47-jährig, verheiratet, Vater zweier Töchter und zählt Lesen, Padel-Tennis und das Sammeln und Restaurieren alter Videospiele zu seinen Hobbys. Büttikon ist sein Lebensmittelpunkt. «Ich schätze den dörflichen Charakter, den persönlichen Austausch und die gute Organisation der Gemeinde», hält er fest. Für die Politik im Dorf interessiert er sich, weil in den nächsten Jahren wichtige Weichen für die Weiterentwicklung von Büttikon gestellt werden. «Ich möchte diesen Prozess aktiv, verantwortungsvoll und konstruktiv mitgestalten.»
Frei will Verantwortung übernehmen
Roland Frei sagt, dass er für eine verantwortungsvolle Finanzpolitik einstehe. «Ich kann höhere Ausgaben und Steuern vertreten, wenn sie sauber vorbereitet, verständlich erklärt und langfristig tragbar sind.» Überraschungen lehne er ab. Hingegen seien ihm Transparenz und frühzeitige Information wichtig. «Ich kandidiere, weil ich Verantwortung übernehmen kann und zu einer offenen, nachvollziehbaren Gemeindepolitik beitragen möchte.» Er bringe dafür Führungserfahrung, finanzielles Fachwissen und Entscheidungsstärke mit. «Ich kann komplexe Themen strukturieren, unterschiedliche Interessen abwägen und lösungsorientiert handeln.» An der Kommunalpolitik fasziniert ihn, dass Entscheidungen unmittelbar wirken. «Ich will gestalten, Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass politische Prozesse nachvollziehbar und fair ablaufen.»
Seit 1993 ist Büttikon Roland Freis Lebensmittelpunkt. «Ich stehe hinter der Entwicklung unserer Gemeinde und setze mich dafür ein, dass sie verantwortungsvoll geführt wird, hohe Lebensqualität bietet und für die Steuerzahlenden attraktiv bleibt.» Frei ist 66-jährig, ehemaliger Geschäftsführer der Haus- und Versicherungsverwaltung, verheiratet, Vater zweier Töchter und Grossvater von vier Enkelkindern. Zu seinen Hobbys zählt er das Wandern, das Radfahren und das Turnen im TV Büttikon.
Kampfwahl um Vizeammann-Amt
Eine Auswahl hat die Büttiker Stimmbevölkerung auch bei der Neubesetzung des Vizeammann-Postens. Mit Désirée Widmer-Hübscher kandidiert eine bisherige Gemeinderätin. «Ich stelle mich als Frau Vizeammann zur Verfügung, weil mir unser Dorf am Herzen liegt und ich mich mit Engagement und Verantwortung einsetzen möchte», sagt Widmer-Hübscher. Sie sei mit Herzblut dabei und die Menschen und das Dorf seien ihr wichtig. Neu Gemeinderat und gleich Vizeammann werden will Roland Frei. «Das zeigt, dass ich bereit bin, mich mit voller Überzeugung einzusetzen.» Ihm sei wichtig, nicht nur mitzureden, sondern Verantwortung zu übernehmen. Warum die Bevölkerung ihn als Vizeammann wählen soll? «Ich kann entscheiden, erklären und Verantwortung tragen.» --ake



