Doch mit Neuzuzügeranlass
25.11.2025 Muri, Abstimmungen«Gmeind» genehmigt höheren Steuerfuss
Von 102 auf 106 Prozent. Der Souverän sagt mit nur vereinzelten Gegenstimmen Ja zum Budget und damit zum höheren Steuerfuss. Dass dies wohl in Zukunft weitere Male nötig sein wird, zeigt ein Blick in die ...
«Gmeind» genehmigt höheren Steuerfuss
Von 102 auf 106 Prozent. Der Souverän sagt mit nur vereinzelten Gegenstimmen Ja zum Budget und damit zum höheren Steuerfuss. Dass dies wohl in Zukunft weitere Male nötig sein wird, zeigt ein Blick in die Finanzplanung. Aktuell sind für 2027 und 2030 weitere Erhöhungen à je drei Prozentpunkte geplant. «Es mag wie eine Hiobsbotschaft oder eine Drohung tönen, ist aber die Realität. Nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Gemeinden», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. In den nächsten Jahren stehen grosse Investitionen an: Verwaltungsstandort, Badi, Luzernerstrasse, Busbahnhof, Gemeindestrassen, Provisorium und Ersatz Roos. «Das eine oder andere wird sich wohl verzögern. Aber Ja, diese Projekte wollen wir alle realisieren.»
Es gibt aber auch Verkäufe, die Budmiger aufzeigt. Roos, Tennisplatz, Liegenschaften am Bahnhof. «Wir werden morgen nicht alles ausschreiben, sondern genau überlegen, was wir wofür brauchen», betont Budmiger. Mit all diesen Plänen werde sich das Nettovermögen, das aktuell bei rund 2000 Franken liegt, in eine Nettoschuld von bis zu 4000 Franken verwandeln. So die aktuelle Planung. «Natürlich verändert sich diese laufend, aber die Tendenz wird so sein und darum ist es vernünftig, jetzt einen Schritt zu machen und den Steuerfuss zu erhöhen.»
«Am falschen Ort gespart»
Zumal auch mit diesem höheren Steuerfuss ein Minus von 1,6 Millionen Franken budgetiert ist. «Die tieferen Steuereinnahmen betreffen uns stärker als erwartet», gesteht Budmiger. Hinzu kommen nicht direkt beeinflussbare Kosten, die steigen. Nach dem ersten Budget-Entwurf habe der Gemeinderat eine rigorose Sparaktion gemacht. Nicht verzichten wolle man auf den Stellenplan – mit 83 Vollzeitstellen aktuell, auf IT-Unterstützung, auf Neuerungen im Archiv und auf den Auftritt an der Gewerbeausstellung. «Aber wir verzichten auch. Schieben gewissen Unterhalt bei den Liegenschaften auf, engagieren keinen Sicherheitsbeauftragten, entwickeln keinen neuen Auftritt, schaffen keine City-Safe-Elemente an, verzichten auf den Teuerungsausgleich beim Personal, auf KI-Tools und auf den Neuzuzügeranlass», zählt Budmiger auf.
Wobei sich Widerstand dagegen regte, den Neuzuzügeranlass nächstes Jahr nicht zu realisieren. Die 5000 Franken wieder ins Budget aufzunehmen, dafür sprach sich Herbert Strebel im Namen der Mitte aus. «Es ist wenig Aufwand, um die Neuzuzüger angemessen willkommen zu heissen. Das ist gesellschaftlich ein wichtiger Anlass», findet er. Eine grosse Mehrheit sprach sich dafür aus, dass damit am falschen Ort gespart sei.
Lernort im Wald
Im Maiholzwald entsteht ein Lernort «Wald und Natur» mit Strauchparcours, Barfussweg, Totholzinsel, Jagdkanzel, Infotafeln und vielem mehr. 132 000 Franken sowie jährlich wiederkehrende Kosten von 9600 Franken genehmigte der Souverän diskussionslos und mit nur einzelnen Gegenstimmen. --ake
