Die gute Struktur erhalten
01.05.2026 Jonen, Kelleramt, BaugewerbeSanierungsbedarf in Jonen
Rund 7,4 Millionen Franken will der Gemeinderat Jonen ins Gemeindehaus und in die Mehrzweckhalle investieren. Nach 44 Jahren weisen die Gebäude nämlich erheblichen Sanierungsbedarf auf. Weiter gilt es unter anderem, eine ...
Sanierungsbedarf in Jonen
Rund 7,4 Millionen Franken will der Gemeinderat Jonen ins Gemeindehaus und in die Mehrzweckhalle investieren. Nach 44 Jahren weisen die Gebäude nämlich erheblichen Sanierungsbedarf auf. Weiter gilt es unter anderem, eine behindertengerechte Erschliessung sicherzustellen. Der Verpflichtungskredit ist für die Gemeindeversammlung vom 11. Mai traktandiert. An der Informationsveranstaltung wurde das Fehlen einer «grossen Vision» gerügt. --red
Informationsabend zur Sanierung von Gemeindehaus und Mehrzweckhalle in Jonen
Für rund 7,4 Millionen Franken sollen Gemeindehaus und Mehrzweckhalle saniert werden. Die aus den Achtzigerjahren stammenden Gebäude bedürfen einer Sanierung. Ein zusätlicher Geräteraum, mehr Platz in der Verwaltung sowie der barrierefreie Zugang zu den Gebäuden sind nur einige der Themen.
Verena Anna Wigger
Daniel Lang ist ehemaliger Fiko-Präsident von Jonen. Er sagt: «Mir fehlt die grosse Vision.» Dabei stellt er Fragen zu Gastroküche und Raumnutzung im Verwaltungsgebäude. Für ihn geht es über das gute Raumklima eines modernen Verwaltungsbüros hinaus. Er fragt, wie sich die Verwaltung einer kleinen Gemeinde wie Jonen in den nächsten Jahrzenten entwickelt. «Braucht es die Grösse der Verwaltung längerfristig noch vor Ort?» Seinen Überlegungen nach müssen sich kleinere Gemeinden in den nächsten Jahren mit Fragen der Zentralisierung auseinandersetzen. Diese Fragen stellte er dem Gemeinderat und wünschte sich dabei, dass die Politik sich hier öffnet. Denn fachlich qualifiziertes Personal zu finden, würde auch in der Verwaltung nicht einfacher. Daher werde es in der Zukunft wohl mehr zentral geführte Stellen geben. Gegen das Projekt und die Vorschläge des Gemeinderats ist Lang nicht. Er möchte anregen, sich Gedanken zu machen, was dieser Weg für die Gemeinde längerfristig bedeutet.
Wünschte sich kritisches Mitglied
Lang betonte mehrfach, er sei nicht gegen die Vereine. Ihm geht es um die längerfristige Perspektive, da das Projekt den Anspruch hat, einen Zeitraum über die nächsten Jahrzehnte abzudecken. Dabei ist sein zweiter Fokus bei der Mehrzweckhalle (MZH) auf der Gastroküche. Sie wird im Rahmen der Sanierung ebenfalls überholt. Zudem hat es in zwei nahe liegenden Gebäuden drei Küchen, die unterhalten werden müssen. Dazu komme, dass die Gastroküche nur minimalst genutzt wird. Er fragt sich, wie die Vereine in den nächsten Jahren ihre Gäste an grösseren Veranstaltungen verpflegen werden? Gemeinderat Franz Odermatt, der für den Turnverein immer wieder in der Küche steht, ist überzeugt: «Wenn wir keine leistungsfähige Küche hätten, dann wären viele Feste anders verlaufen, als dass sie es sind.» Dies sei auch das Ziel der neuen Küchengestaltung, so der Gemeinderat. Denn hier wurden die Vereine miteinbezogen und konnten ihre Bedürfnisse bekannt geben, erklärt Gemeinderat Odermatt. Er ergänzt, dass sie dies auch kritisch durchleuchtet haben. Ein Konzept, welches ein Unternehmen für Gastroplanung ausgearbeitet habe, wurde von den Vereinen als unbrauchbar zurückgewiesen. Als Verein hätte man andere Bedürfnisse an eine Veranstaltungsküche. Gemeinderat Odermatt ist überzeugt, zusammen mit den Vereinen eine zeitgemässe Lösung für die nächsten Jahre gefunden zu haben.
Lang hätte sich gewünscht, dass ein kritisches Element in der Baukommission Einsitz genommen hätte und nicht nur Nutzungsvertreter und Architekten, so sein Votum an der Informationsveranstaltung. Gemeinderat Odermatt, der seit vier Monaten im Amt ist, zeigte sich überzeugt, dass man diesen Aspekt miteinbezogen hat. «Wir machen das, was notwendig ist. Es wird nichts gemacht, was nicht notwendig ist.»
Energetische Sanierung
Denn Odermatt ist sich bewusst, «dass die Sanierung des Gemeindehauses und MZH ein grosses Projekt für Jonen ist». Das Projekt sieht beim Verwaltungsgebäude eine energetische Sanierung vor. Fenster und Dach des Gemeindehauses werden saniert. Dazu wird das Dach abgedeckt und eine neue Isolation eingebaut. «Die Konstruktion wird nicht angefasst», sagt Architekt Jan Humbert, der an diesem Abend den vierzehn Anwesenden das Projekt vorstellte. Im Untergeschoss des Gemeindehauses sollen die ehemaligen Räume der Militärunterkunft entfernt und Lagerräume für Vereine und Verwaltung entstehen. Hier soll auch die neue Lüftungsanlage für das Verwaltungsgebäude eingebaut werden. «Die Heizung wurde bereits in den letzten Jahren saniert», erklärte Architekt Humbert.
Weiter geplant sind eine Bereinigung der Notausgänge und Abtrennung von Treppenhäusern und Fluchtwegen. Nach der Sanierung werde «das Gebäude mehr oder weniger gleich dastehen», so Humbert. Bei der Haustechnik ist eine Totalerneuerung der Sanitäranlagen und Sicherstellung der Wasserhygiene vorgesehen. Die Elektroinstallationen sollen teilerneuert werden, was zur Folge hat, dass die Beleuchtung ersetzt wird. Dazu sollen im Gebäude eine Liftanlage und eine behindertengerechte Toilettenanlage eingebaut werden. Das Treppenhaus im Gemeindehaus wird neu bis ins Dachgeschoss geführt, damit die brandschutztechnischen Vorschriften erfüllt werden können. Dazu soll die Raumaufteilung in den einzelnen Stockwerken angepasst werden, damit mehr Arbeitsplätze in einem zeitgemässen Standard geschaffen werden können. «Man kann sich immer über Ausführung, Details und Kosten streiten», ist sich Odermatt bewusst. Doch sei es auch ein Zeichen gelebter Demokratie, die verschiedenen Meinungen zu hören und abzuholen.
Finanzierung und Folgekosten
Eine Frage aus der Runde kam zu den Kosten. Wie aus der Einladung zur Gemeindeversammlung zu entnehmen ist, beläuft sich das Projekt auf 7,39 Millionen Franken. Gemeinderat Franz Odermatt sagt: «Das war schon 1982 ein grosses Projekt für Jonen.» Dies sei es auch heute noch. Doch die dafür notwendigen Finanzmittel seien im Finanzplan 2026 bis 2030 vorgesehen. Die daraus resultierende Abschreibung von rund 275 000 Franken würde in die Budgets der Folgejahre eingestellt. Hier bekräftigt der Gemeinderat, dass der 2025 festgesetzte Steuerfuss von 83 Prozent zukünftig beibehalten werde. Denn die baulichen Massnahmen führten zu Minderausgaben, dies durch die konsequente Umrüstung auf LED-Leuchtmittel und den Einsatz modernisierter Technik. Dazu wird zurzeit eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für die PVA gemacht.
Fragen aus der Runde
«Man könnte bedeutend mehr ausgeben», sagte Odermatt. Doch sie wollen Augenmass halten, betont er. «Wir mussten lernen, dass es Vorschriften und Abhängigkeiten gibt, die Kostenfolgen haben», sagt Gemeinderätin Doris Haas. In der Sporthalle wird zudem der Boden ausgetauscht. In der Halle wird auch die Bühnentechnik erneuert und die Wände werden nach den neuen Vorschriften glatt gestaltet. Dazu kam die Frage aus der Runde: «Verliert die Halle nicht ihre heimelige Stimmung?» Worauf Architekt Jan Humbert erklärt, dass Klinkerbelag und Optik in der MZH identisch bleiben. Die Dachfenster der Halle gaben auch zu reden, sie seien noch nicht so alt, war ein Votum. Worauf der Leiter Haus- und Werkdienste Thomas Hausherr anfügte, dass einige der Fenster bereits defekt seien.
Der Zeitplan und die Umsetzung
Wenn die Stimmbürger an der Einwohnergemeindeversammlung vom 11. Mai dem Antrag des Gemeinderates folgen und der Genehmigung des Verpflichtungskredits zustimmen, würde das Baubewilligungsverfahren mit den entsprechenden Ausschreibungen im Sommer 2026 in die Wege geleitet, sodass im Herbst/Winter das Provisorium für die Gemeindeverwaltung im Säntissaal eingerichtet werden könnte und im Frühling 2027 mit dem Umbau des Gemeindehauses begonnen werden kann. Die Mehrzweckhalle würde ebenfalls im Frühling bis Herbst 2027 realisiert. Dies in Absprache mit den Vereinen, welche jeweils Anfang Jahr ihre grossen Fasnachtsbälle und Theatervorführungen organisieren. Dazu würde ein grosses Zelt auf dem Roten Platz gestellt, damit die Schule und die turnenden Vereine bei Regenwetter dort ihre Trainings abhalten könnten. Würde alles wie geplant laufen, rechnen die Verantwortlichen mit dem Abschluss des Projekts in zwei Jahren.
Traktandenliste
Die Traktanden der Einwohnergemeindeversammlung vom 11. Mai um 20 Uhr im Säntissaal in Jonen sind: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Jahresrechnung der Einwohnergemeinde und Spezialfinanzierungen. 4. Verpflichtungskredit von 7,39 Millionen Franken für die Gesamtsanierung von Mehrzweckhalle und Gemeindehaus. – 5. Gesuch um Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an: Ramadan Djeladini, nordmazedonischer Staatsangehöriger. – 6. Verschiedenes.

