Der Abstimmungskampf zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative (Keine 10-Millionen-Schweiz) ist allgegenwärtig. Täglich konfrontieren uns die Medien mit neuen Begriffen und Schlagwörtern.
Allen voran der «Dichtestress». Ein Wort, das bis vor Kurzem ...
Der Abstimmungskampf zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative (Keine 10-Millionen-Schweiz) ist allgegenwärtig. Täglich konfrontieren uns die Medien mit neuen Begriffen und Schlagwörtern.
Allen voran der «Dichtestress». Ein Wort, das bis vor Kurzem noch nicht zu meinem täglichen Wortschatz gehörte. Es gehe hier unter anderem um die vollen Züge und die verstopften Autobahnen, wird mir von den Befürwortern der Initiative erklärt. Die Lösung sei einfach: Die Zuwanderung massiv bremsen oder – wenn es sein muss – gleich ganz stoppen.
«Ist das so?», frage ich mich und schaue mich auf meiner dienstäglichen Reise nach Aarau im 06.55-Uhr-Zug ab Bremgarten um. Ja, der Zug ist sehr voll; voll mit Menschen, die früh aufstehen, um zur Arbeit, in die Berufsschule oder in die Kantonsschule nach Wohlen, Lenzburg und Aarau zu fahren. Wird dieser Zug leerer, wenn wir die Zuwanderung bremsen? Ja, vielleicht. Aber geht es uns und der Schweiz besser, wenn die Züge halbleer sind, weil es weniger Menschen gibt, die sich weiterbilden, täglich zur Arbeit fahren, unsere Wirtschaft am Leben erhalten, die AHV-Kasse speisen und dafür sorgen, dass es sich auch in 10 Jahren noch lohnt, früh aufzustehen?
Karin Koch Wick, Mitte-Grossrätin, Bremgarten