«Darum Wohlen!»
04.08.2026 WohlenKreative Festrede von Dennis Lück öffnete neue Wege für die Bundesfeier
Die Bundesfeier auf dem Sternenplatz bot den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ein unterhaltsames, vielseitiges Programm und mit der Festrede von Dennis Lück über seine ...
Kreative Festrede von Dennis Lück öffnete neue Wege für die Bundesfeier
Die Bundesfeier auf dem Sternenplatz bot den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ein unterhaltsames, vielseitiges Programm und mit der Festrede von Dennis Lück über seine neue Heimat Wohlen ein unterhaltsames Highlight.
Walter Minder
Pünktlich um 18 Uhr eröffnete die aus einer Fasnachts-Rhythmusgruppe entstandene Frauen-Steelband Lipsticks den Anlass mit Sehnsucht weckenden karibischen Klängen. Das Festzelt war bereits gut besetzt, sodass das 25-köpfige Team des Turnvereins Wohlen deutlich vor der offiziellen Eröffnung der Festwirtschaft wortwörtlich richtig Gas geben musste. Da die Bratwürste wiederum von der Gemeinde offeriert waren, bildete sich schon bald eine Schlange vor der Grillausgabe. Aber man spürte: lieber hier etwas anstehen als im Stau vor dem Gotthard-Tunnel...
In seiner Begrüssung bedankte sich Gemeindeammann Roland Vogt bei den Lipsticks, «ihr Auftritt hat gezeigt, wie vielfältig das kulturelle Vereinsleben in Wohlen ist». Er wies zudem darauf hin, dass dank Festzelt mit integrierter Bühne der traditionelle Anlass künftig wetterunabhängig auf dem Sternenplatz stattfinden kann. Der Bundesbrief der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden von 1291 sei das älteste Verfassungsdokument der Schweiz. «Unsere Freiheit, Unabhängigkeit, Zusammenarbeit und Vielfalt sind Eigenschaften, denen wir gerade in der aktuellen Weltlage Sorge tragen müssen.» Und auch der kulturellen Vielfalt, die anschliessend sowohl durch die in Wohlen bestens bekannten Ländlerfrönde Freiamt als auch durch die Volkstanzgruppe Eggenwil dem begeisterten Publikum mit heimatlichen Klängen hör- und sichtbar präsentiert wurde.
Trittst im Morgenrot daher ...
Nach dem Glockengeläut der beiden Ortskirchen lud Gemeindeammann Vogt Besucherinnen und Besucher ein, als Kompromiss nur die ersten beiden Strophen der Landeshymne zu singen, «aber bitte kräftig wie die Eishockey-Nationalmannschaft und nicht wie unsere Fussballer ...». Eine humorvolle Aufforderung, die hörbar Wirkung zeigte.
Und dann war das Mikrofon frei für die Festrede von Dennis Lück, der vor fünf Jahren zusammen mit Raphael Brinkert die erfolgreiche Kommunikationsagentur brinkertlück gegründet hat, die an ihren Standorten in Zürich und Hamburg für namhafte Unternehmen tätig ist. Lück lebt seit 14 Jahren in Wohlen und gewann in den vergangenen Jahren zahlreiche Branchen-Auszeichnungen wie etwa 2017 den Titel «Werber des Jahres».
Wieso in aller Welt Wohlen?
Die Besucherinnen und Besucher genossen eine Festrede, wie sie wohl kaum jemals zu hören gewesen ist. Seine Festrede sei inspiriert von der Frage, die er seit 14 Jahren immer wieder hört: «Wieso in aller Welt in Wohlen?». Er und seine Frau lebten vorher in Richterswil, doch da die Familie grösser wurde, schauten sie sich nach einem kleinen Häuschen um. In Zürich und Umgebung ein Ding der Unmöglichkeit, gibt es da doch eine längere Schlange an Interessenten als vor dem gut organisierten Grillstand. Dank Homegate seien sie glücklicherweise auf die kleine Oase in der Wohler Steingasse gestossen und bei der Besichtigung nicht nur die Einzigen gewesen, sondern sogar freundlich empfangen worden. «Wir wussten sofort, das ist es. Wohlen ist es.»
Sie haben sich eingelebt, gleichzeitig klopfte der weltweite berufliche Erfolg an die Tür, die Vitrine mit Titeln wie Kreativ-Weltmeister oder Agentur des Jahres hat sich gefüllt. «Sogar ein Deutscher Kanzler wurde hier mitgemacht. Zuerst wurden wir dafür gefeiert, doch später mussten meine deutschen Kollegen dafür Prügel einstecken. Hier in Wohlen war es ein bisschen einfacher, ich erhielt nur regelmässig Whatsapps von Walter Dubler, die oftmals sehr nett und hilfreich gemeint waren ...»
Wir sind so herrlich normal
Weil in Wohlen See und Berge fehlen und das Dorf nicht zu den schönsten Schweizer Städten zählt, liege der Fokus der Einwohnerinnen und Einwohner auf dem Job und dem Menschlichen. «Und seien wir dankbar, dass uns keine Touris überfallen.» Sein beruflicher Erfolg habe dazu geführt, dass plötzlich ein Job-Angebot aus New York auf seinen Tisch flatterte. Und dann ging es hin und her wie etwa: «In New York haben wir die besten Restaurants des Welt», hiess es dann. «Aber es gibt keine Pouletflügeli von Theres im Piccadilly», so die Antwort Und so wurde aus «Warum Wohlen?» eben «Darum Wohlen!». Lück: «Man fühlt sich hier einfach wohl, die Gemeinschaft schlägt alles!»
Die weitere Rede bildete einen Dialog zwischen Lück und dem Publikum, denn dieses war aufgefordert, zu passenden Stellen jeweils laut die Antwort «Wohlen» zu geben. Lück: «Vor 14 Jahren kam ich hier an, bescheiden und auf leisen Sohlen, nun hiess es: Herzlich willkommen bei uns in Wohlen!» Oder: «Ich gebe es zu, liebes Wohlen, du hast mein Herz gestohlen.» Oder: «Wer die Welt verändern will, muss es nicht nur können, sondern auch Wohlen.»
Mein persönliches Fazit, angelehnt an die spannenden, humorvollen Ausführungen des Festredners: «Mit einer Premiere viel Publikum zu holen, schafft nur ein Ort, und das ist Wohlen ...»





