Gemeinsam für einen sicheren Schulweg: Prävention von Polizei, TCS und Schule in Rottenschwil
Nach den Sommerferien haben sich zahlreiche Kinder erstmals auf den Kindergarten- und Schulweg gemacht. Die Fähigkeit, Gefahren richtig einzuschätzen, ...
Gemeinsam für einen sicheren Schulweg: Prävention von Polizei, TCS und Schule in Rottenschwil
Nach den Sommerferien haben sich zahlreiche Kinder erstmals auf den Kindergarten- und Schulweg gemacht. Die Fähigkeit, Gefahren richtig einzuschätzen, müssen sie erst noch lernen.
Thomas Stöckli
Geblitzt wurden sie nicht, vor dem Fussgängerstreifen haben sie vorbildlich angehalten. Trotzdem winkt der Polizist sie heraus. Den Gesichtern der Fahrzeuglenkenden ist ein mulmiges Gefühl anzusehen: «Was habe ich falsch gemacht?», scheinen sie sich zu fragen. «Wenn wir Autofahrer anhalten, ist es halt sonst nicht so erfreulich», kommentiert Harald Hirzel, Chef Verkehrsinstruktion, für die anwesenden Medienleute.
Geschenk fürs Anhalten
Diesmal droht allerdings weder Rüge noch Busse. Stattdessen bedanken sich die Erstklässlerinnen und Erstklässler mit kleinen Geschenken bei jenen Automobilisten, die sich korrekt verhalten, also die zulässige Geschwindigkeit eingehalten, vor dem Fussgängerstreifen den Kindern den Vortritt gewährt und damit zur allgemeinen Verkehrssicherheit im Schulumfeld beigetragen haben.
Bevor sich die Kinder am Fussgängerstreifen in Position bringen, geht Harald Hirzel mit ihnen nochmals das richtige Vorgehen durch: «Warte, luege, lose, laufe.» Wobei wichtig ist, dass die Räder des Fahrzeugs sich nicht mehr drehen und dass man zügig über den Fussgängerstreifen geht, allerdings ohne zu rennen. Nach der Auffrischung klappt das gut. «Ihr habt das super gemacht!», lobt Hirzel. «Und die Autofahrer auch», fügt er an: «Sie haben alle angehalten.»
Sicher ins neue Schuljahr
Sobald der erste Schock verdaut ist, kommt die Aktion auch bei den erwachsenen Verkehrsteilnehmenden gut an: «Wenn die Kinder sich korrekt verhalten, mache ich das auch», sagt eine Autofahrerin. «Ich habe selbst zwei Kinder und finde es wichtig, dass man gut aufpasst», verrät ein Handwerker, der mit seinem Kollegen von Merenschwand kommend eine Baustelle in Unterlunkhofen ansteuert.
«Ich finde es wichtig, dass wir auch mal die Leute ansprechen, die sich richtig verhalten», sagt Harald Hirzel, «lobend und wertschätzend.» Nur gemeinsam kann es gelingen, dass die Kinder sicher ins neue Schuljahr starten können. Entsprechend appelliert die Repol an alle Verkehrsteilnehmenden, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein – gerade in der Nähe von Schulhäusern sei jederzeit mit unerwarteten Reaktionen von Kindern zu rechnen. Denn Kinder verstehen es noch nicht im gleichen Masse wie Erwachsene, Gefahren richtig einzuschätzen, mahnen die Regionalpolizeien im Kanton Aargau in einer gemeinsamen Medienmitteilung: «Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann deshalb schwere Folgen haben.»
Wichtig für die Entwicklung
Die Repol begleitet den Schulbeginn mit einer erhöhten Präsenz. Nebst Präventionskampagnen wie jener in Rottenschwil gehören dazu verstärkte Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen rund um Schulhäuser und weitere Bildungsstätten.
«Auch die Eltern leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Kinder», heisst es in der Medienmitteilung der Repol. Der Schulweg ist weit mehr als ein Transfer. Er ist ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Entwicklung: «Kinder lernen dabei, sich im Strassenverkehr richtig zu verhalten, Verantwortung zu übernehmen und Selbstvertrauen zu gewinnen.» Deshalb wird Eltern ans Herz gelegt, auf den täglichen «Taxidienst» zu verzichten. Wenn Begleitung nötig ist, dann möglichst zu Fuss.