Coole Typen mit toller Show
02.04.2026 Wohlen, MusikDie einheimische Band Lemon Cut vor dem Heimspiel im Kulturwerk Bleichi am Freitag, 10. April
Sie lieben Live-Auftritte auf der Bühne, aber ganz so einfach sind solche Engagements eben nicht. Darum freuen sich die vier Typen von Lemon Cut auf ihr Heimspiel in Wohlen. ...
Die einheimische Band Lemon Cut vor dem Heimspiel im Kulturwerk Bleichi am Freitag, 10. April
Sie lieben Live-Auftritte auf der Bühne, aber ganz so einfach sind solche Engagements eben nicht. Darum freuen sich die vier Typen von Lemon Cut auf ihr Heimspiel in Wohlen.
Daniel Marti
«Wir machen einfach gerne Musik», sagt Patrick Grob. Seine drei Kollegen nicken anerkennend und machen es sich in der Polstergruppe in einem der Räume des Kulturwerks Bleichi bequem. Hier proben sie, hier haben sie am Freitag, 10. April, ihren nächsten grossen Auftritt. Patrick Grob (Vocals, Bass), Benedikt Schumacher (Drums), Alex Stirnemann (Gitarre) und Adrian Kressebuch (Synths) – das sind Lemon Cut. Gegründet im Jahr 2018. Seit acht Jahren sind sie zusammen unterwegs. Sie spielten unter anderem am Open Air Stoppelfäld, bei Dreiraumkultur Plus Wohlen und bei «Rille Kultur Showcase» in Würenlingen. Und das Quartett liebt die Bühne. Und fiebert jedem Auftritt entgegen.
Der Sound hat sich entwickelt
Vor acht Jahren haben sich die vier den Wunsch, eine eigene Band zu gründen, erfüllt. «Eine eigene Band, das wäre cool», dachten sie. Patrick Grob und Alex Stirnemann lebten damals in einer WG. Die Hälfte der Band stand also bereits. Dass Benedikt Schumacher und Adrian Kressebuch zum Bandprojekt gestossen sind, ist wenig überraschend. Man kennt sich, teilweise fast schon ewig.
Lemon Cut, das ist eine coole Zusammensetzung unter Freunden. Aber die Band musste praktisch bei null starten. Covers – Neuinterpretationen von bereits bestehenden Musikstücken – sind nicht ihr Ding. Sie wollen eigenständig und authentisch sein. Adrian Kressebuch ist ihr Soundtüftler, gleichzeitig setzt Lemon Cut auf seine Synth-Effekte. «Lemon Cut verbindet melancholischen New Wave mit treibendem Alternative Rock. Atmosphärische Synths, energiegeladene Gitarren, pulsierende Basslinien und straighte E-Drums schaffen den Sound», so umschreiben die vier ihre Musik selbst.
«Unser Sound hat sich in den letzten Jahren entwickelt», erklärt Alex Stirnemann, «und unsere Instrumente ergänzen sich.» Und Patrick Grob weiss selbstkritisch: «Wir sind keine Virtuosen. Für uns ist der Klang wichtig. Unsere Musik lebt von der Stimmung.» Lemon Cut habe zudem keine studierten Musiker an Bord, «aber wir ergänzen uns perfekt».
Depeche Mode «wie eine Inspirationsquelle»
Und Lemon Cut ist auch eine Mischung aus «The Cure» (ab 1976), «Depeche Mode» (ab 1980) und «Radiohead» (ab 1985). Sehr bekannte Namen, etwas ältere Jahrgänge. Die Musik von «Depeche Mode» habe ihn immer fasziniert, sagt Patrick Grob, «es ist der Klang aus jener Zeit. Das ist wie eine Inspirationsquelle.» Aber es müsse nicht stets nach «The Cure» oder «Depeche Mode» klingen, «das gesamte Bild zählt», so Patrick Grob weiter. «Wir haben schon unseren eigenen Stil», räumt Benedikt Schumacher ein. «Und wir liefern eine gute Show ab, damit wollen wir überzeugen», ergänzt Alex Stirnemann. «Jeder Einzelne von uns hat Ecken und Kanten», weiss Adrian Kressebuch. Persönlich wie auch musikalisch. Also auch eine brisante Mischung.
Und all das wird beim Heimspiel im Kulturwerk Bleichi am Freitag, 10. April, zu bestaunen sein. «Ein Heimspiel ist etwas Besonderes», so Patrick Grob, «und es ist mit der Hoffnung verbunden, einen guten Abend zu geniessen, hoffentlich mit vielen Leuten, die wir kennen.» Und vielleicht mit neuen Lemon-Cut-Fans. Ein spezieller Moment soll es werden. «Und wir sind stolz darauf, dass wir gleich in der ersten Saison ein Teil des Kulturwerks Bleichi sein dürfen», so Beni Schumacher. Lemon Cut bezeichnet sich selbst als Generationen-übergreifend.
«Jonas Arnet weiss, wie wir tönen wollen»
Es ist das Ziel der Gruppe, dass das Publikum die Qualität der Band kennen und schätzen lernt. Weit über den Goodwill hinaus, den eine einheimische Band im einheimischen Kulturtempel geniessen darf.
Lemon Cut spielte nicht nur an diversen Konzerten. Im Jahr 2020 wurde eine Mini-EP veröffentlicht und bald sollte ein zweites kleines Album folgen, vielleicht schon im kommenden September. Und so ganz nebenbei fallen noch zwei weitere Namen auf. Für ihre Produktionen arbeitet Lemon Cut mit Simon Huber und Jonas Arnet (Komposition) zusammen. Jonas Arnet ist Präsident des Vereins für Kultur Wohlen. Jener Verein, der auch das Kulturwerk Bleichi erschaffen hat und betreibt. «Er gibt uns wertvolle Inputs, das ist gut für unsere Auftritte, und dieser Name schafft Vertrauen», sagt Patrick Grob. «Jonas Arnet weiss genau, wie wir tönen wollen», bringt Beni Schumacher dieses Engagement wunderschön auf den Punkt. Und irgendwie ist Jonas Arnet ja auch ein Erfolgsgarant.
Bleibt noch die Frage nach dem Namen. Wie ist das Quartett auf Lemon Cut gekommen? «Wir waren am Fantasieren», sagen Patrick Grob und Alex Stirnemann praktisch gleichzeitig. Und sie waren in diesem Moment am Zitronenschneiden. Etwas bitter, etwas sauer habe das gewirkt. Genau das passt zum geraden Sound der Band, der schon mal als «schwere mentale Kost» bezeichnet werden kann. Lemon Cut hat jedoch einen Weg gefunden in eine Zeit, in der alles möglich zu sein scheint. «Das alles, selbst der Bandname, klingt etwas eckig», erklärt Patrick Grob, «aber wird sind ja eckige Typen. Eben, mit Ecken und Kanten.» Echte Typen, die vor allem zusammen unheimlich gerne Musik machen.

