Auflage im Februar oder März
16.01.2026 Region Unterfreiamt, EnergieDie Swissgrid informierte über das weitere Vorgehen bezüglich Ausbau der Höchstspannungsleitung
Seit vielen Jahren zu reden gibt der Ausbau der Höchstspannungsleitung zwischen Niederwil und Obfelden. Jetzt informierte die Swissgrid, dass das ...
Die Swissgrid informierte über das weitere Vorgehen bezüglich Ausbau der Höchstspannungsleitung
Seit vielen Jahren zu reden gibt der Ausbau der Höchstspannungsleitung zwischen Niederwil und Obfelden. Jetzt informierte die Swissgrid, dass das Planungsgenehmigungsdossier im Februar oder März öffentlich aufgelegt wird.
Roger Wetli
«Es ist ein wichtiges Projekt auf der Nord-Süd-Achse», unterstrich Martin Roth, Leiter Netzprojekte der Swissgrid, die grosse Bedeutung des Ausbaus des Abschnittes Niederwil–Obfelden. «Und es ist der einzige Abschnitt zwischen Beznau und Mettlen, der noch nicht aufgerüstet ist. Wir möchten hier also einen Engpass beseitigen.» Die Swissgrid ist für den Bau und den Betrieb von Stromleitungen zuständig, produziert aber selber keinen Strom. Roth setzte an der Presseinformation den Abschnitt Niederwil– Obfelden in einen internationalen Kontext. «Die Schweiz ist im europäischen Stromnetz stark eingebunden. Vor allem die Nord-Süd-Achse ist sehr wichtig. Wir selber profitieren stark davon, weil wir im Winter Strom vom Ausland importieren müssen.» Dazu komme, dass durch den zunehmenden Verzicht auf fossile Energien der Bedarf an Strom immer weiter wachse. «Unser Ziel ist es, das Netz robuster und stabiler zu machen. Dazu sind wir aktuell an 31 Netzausbauprojekten mit einer Gesamtlänge von rund 790 Kilometern. Der Abschnitt zwischen Niederwil und Obfelden ist eines davon.»
An Freileitung festgehalten
Seit Längerem ist bekannt, dass die heute bestehende 220-Kilovolt-Leitung durch eine 380-Kilovolt-Leitung ersetzt werden soll. Umstritten ist dabei vor allem, ob diese frei hängend über Masten als Freileitung gebaut wird oder als Erdverkabelung. Möchte der Verein «Verträgliche Starkstromleitung Reusstal (VSLR)» die ganze Leitung im Boden, hat der Bundesrat im August 2022 beschlossen, dass lediglich die 4,4 Kilometer zwischen Rottenschwil und Jonen in den Boden kommen, während die restlichen rund 14,2 Kilometer über Freileitungen geführt werden.
An diesen Entschluss hat sich auch die bald öffentlich aufliegende Planung zu halten. Wobei sich die Swissgrid-Vertreter klar für möglichst lange Abschnitte über die Freileitung aussprechen. «Bei einer Erdverkabelung sind die Baukosten bis sechsmal höher als bei einer Freileitung. Die Kosten stellen einen wichtigen Punkt dar, aber nicht den einzigen», weiss Matthias Schmid, Mitglied des Projektteams. «Denn die Lebensdauer einer Erdverkabelung beträgt rund die Hälfte einer Freileitung. Zudem wäre eine Reparatur massiv aufwendiger und würde anstelle von wenigen Tagen wohl Wochen bis Monate dauern.» Aber auch die nicht nutzbare Energie, die Blindleistung, sei bei einer Erdverkabelung deutlich höher.
An der Presseinfo betonte er die Vorteile der vorgesehenen Freileitung. «Anstelle einer Schneise im Wald, die nicht bewachsen werden darf, gibt es 35 Masten mit einer Höhe zwischen 55 und 89 Metern. Wobei die, welche den Strom über den Wald leiten, am höchsten sind.» Nach Inbetriebnahme der neuen Höchstspannungsleitung würden die 49 alten Strommasten abgebaut. An diese sei das Siedlungsgebiet in den letzten Jahrzehnten herangewachsen. «Die neuen Masten stellen wir dagegen mit grossem Abstand an ständig bewohnte Häuser auf», so Matthias Schmid. «Einzig im Abschnitt Jonen–Obfelden folgen sie weitgehend den heute bestehenden Leitungen.» Martin Roth ergänzte: «Die aktuelle Variante hat schlicht die wenigsten Nachteile.»
Fertigstellung bis Ende 2031
Projektkommunikatorin Sandra Bläuer betonte, dass die Swissgrid mit der Bevölkerung einen Dialog führen möchte. Deshalb seien in diesen Tagen Informationen in die Haushalte sämtlicher betroffener Gemeinden geschickt worden. «Zudem öffnen wir an fünf Tagen unser Besucherzentrum in Niederwil. Damit kann sich die Bevölkerung bei uns auch ohne Voranmeldung informieren.» Wann genau die öffentliche Auflage stattfindet, konnten die Swissgrid-Vertreter an der Presseinformation noch nicht sagen. «Es wird wohl im Februar oder März sein.» Darin wird man die metergenaue Planung der Masten sehen. Für die Dienstbarkeiten der Mastenstandorte und der Überleitungen sei man daran, sämtliche Verträge auszuhandeln. Die Erdverkabelung werde mittels Rohblöcken rund einen Meter in den Boden verlegt. Die Unterquerung der Reuss erfolgt südlich von Werd.
Der Zeitplan dieses rund 97 Millionen Franken teuren Projektes sieht vor, dass nach dem Planungsgenehmigungsverfahren der Bau der neuen Leitung 2028 startet und die Inbetriebnahme Ende 2031 erfolgt. Danach würde die alte Leitung innert zwei Jahren bis Ende 2033 zurückgebaut. «Diese Prognose gilt aber nur, wenn es keine Gerichtsverfahren gibt», erklärte Martin Roth.
Besucherzentrum geöffnet
In Niederwil betreibt die Swissgrid an der Göslikerstrasse 6a ein Besucherzentrum. Dieses ist im Februar für Interessierte ohne Voranmeldung an folgenden Daten geöffnet: Donnerstag, 5. Februar, 15 bis 20 Uhr. – Mittwoch, 11. Februar, 8 bis 14 Uhr. – Montag, 16. Februar, 15 bis 20 Uhr. – Samstag, 21. Februar, 8 bis 14 Uhr. – Mittwoch, 25. Februar, 15 bis 20 Uhr.

