Auf Untergeschoss verzichten
02.06.2026 Region Unterfreiamt, NiederwilInformationen der Gemeinde Niederwil: Grundwasserproblem beim projektierten Gemeindehaus-Neubau
Der geplante Neubau des Gemeindehauses beschäftigt weiter. Nach der gewonnenen Referendumsabstimmung wurden weitere Abklärungen getätigt. Jetzt zeigt sich, dass ...
Informationen der Gemeinde Niederwil: Grundwasserproblem beim projektierten Gemeindehaus-Neubau
Der geplante Neubau des Gemeindehauses beschäftigt weiter. Nach der gewonnenen Referendumsabstimmung wurden weitere Abklärungen getätigt. Jetzt zeigt sich, dass der Bauuntergrund nicht geeignet ist für eine Unterkellerung oder eine Tiefgarage.
Niederwil soll ein neues Gemeindehaus erhalten. Integriert darin sind Räume für die Bibliothek sowie ein Kultursaal. Für die Realisierung wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Das Projekt der Stoos Architekten AG, Brugg, hat die Jurierung gewonnen.
Im Juni letzten Jahres haben die Stimmbürger einen Projektierungskredit von 600 000 Franken sowie einen Zusatzkredit von 50 000 Franken für Abklärungen im Zusammenhang mit einer Tiefgarage bewilligt. Abgelehnt wurde an dieser «Gmeind» hingegen ein Zusatzkredit, welcher verlangte, dass eine neue Variante geprüft werden soll mit dem Kultursaal im Erdgeschoss statt im Dachgeschoss. Dieser Entscheid wurde anschliessend an einer Referendumsabstimmung an der Urne bestätigt. Seither wurde intensiv am ursprünglichen Projekt gearbeitet.
Mehrkosten und Verzögerungen befürchtet
Nun aber braucht es doch noch eine Projektänderung. Denn die Baugrunduntersuchungen und Abklärungen zur Grundwassersituation ergaben gewisse Probleme. Zum Vorschein kamen Erkenntnisse, die laut Gemeinderat bei der Bewilligung des Projektierungskredits noch nicht vorlagen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass ein Untergeschoss sowie eine mögliche Tiefgarage im Bereich des Grundwassers zu liegen kämen. Da sich das Projektareal im Gewässerschutzbereich Au befindet, wäre dafür eine kantonale Ausnahmebewilligung erforderlich. Zudem wären zusätzliche technische Nachweise und besondere bauliche Massnahmen notwendig, was mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist.
Die Kosten sind aber nicht das einzige Problem, die weiteren Abklärungen und die nötigen Bewilligungen erfordern Zeit und könnten zu Verzögerungen bis zu einem Jahr führen. Darum hat der Gemeinderat beschlossen, auf ein Untergeschoss und auch auf eine Tiefgarage zu verzichten.
«Nach sorgfältiger Abwägung überwiegen die damit verbundenen Risiken den zusätzlichen Nutzen», heisst es dazu in einer Mitteilung. Der Entscheid betreffe aber nur die Ausgestaltung des Projekts, nicht jedoch die Realisierung des Gemeindehauses als solche. Die Projektierung wird nun einfach ohne Untergeschoss und Tiefgarage weitergeführt. Dies hat zur Folge, dass die erforderlichen Technik-, Lager- und Archivflächen neu oberirdisch platziert werden müssen. «Dank der klaren und flexibel nutzbaren Gebäudestruktur können diese Anpassungen innerhalb des Projekts umgesetzt werden, ohne die wesentlichen Nutzungen und Qualitäten des Gemeindehauses zu beeinträchtigen», so der Gemeinderat weiter.
Weitere Infos an der «Gmeind»
In der Folge hat der Gemeinderat auch die Projektierung des Aussenbereichs entsprechend angepasst. Die bestehenden Parkplätze vor dem heutigen Gemeindehaus bleiben erhalten und stehen auch künftig zur Verfügung. Die Projektziele und die funktionalen Anforderungen bleiben unverändert bestehen. «Der Verzicht auf das Untergeschoss und die Tiefgarage schafft die Voraussetzungen, das Projekt zielgerichtet, mit höherer Planungssicherheit und deutlich geringeren Risiken weiterzuführen», ist der Gemeinderat überzeugt. Was die Auswirkungen dieser Anpassung auf die Gesamtkosten sind, ist noch nicht klar und sollen jetzt im Rahmen der weiteren Projektierung ermittelt und dann zusammen mit dem notwendigen Baukredit ausgewiesen werden. An der kommenden «Gmeind» vom 25. Juni will der Gemeinderat die Bevölkerung über den Entscheid informieren.
Das neue Gemeindehaus ist nicht das einzige Projekt, welches den Gemeinderat in den letzten Wochen intensiv forderte. Zeitgleich hat er die Planungsziele für die Jahre 2026 bis 2029 beschlossen. Sie bilden den strategischen Orientierungsrahmen für die kommenden Jahre und zeigen auf, wie Niederwil die Herausforderungen aktiv angehen und gleichzeitig seine Stärken als attraktive Wohngemeinde bewahren will.
Vorausschauende Finanzpolitik
Ziel ist es, die hohe Lebensqualität in Niederwil zu erhalten, die Gemeinde verantwortungsvoll weiterzuentwickeln und auch langfristig finanziell handlungsfähig zu bleiben. Das Dokument ist als Führungs- und Arbeitsinstrument ausgestaltet. Es entfaltet keine Rechtswirkung.
Schwerpunkte der Planungsziele sind die qualitative und massvolle Gemeindeentwicklung mit Stärkung des Dorfkerns und der sorgfältige Umgang mit Landschaft, Kulturland und Schutzobjekten. Eine vorausschauende Finanzpolitik mit klaren Kennzahlen, tragbaren Investitionsetappen und langfristiger Handlungsfähigkeit. Die Stärkung von Bildung, Schule und schulergänzenden Strukturen sowie Bearbeitung wichtiger Schul- und Freizeitinfrastrukturen. Die Weiterentwicklung einer bürgerfreundlichen, effizienten und digital unterstützten Gemeindeverwaltung. Die Förderung attraktiver Lebens- und Wohnbedingungen für alle Generationen, insbesondere auch für das Wohnen im Alter und für Begegnungsorte im Dorf. Eine konsequente Energie- und Umweltpolitik samt Pflege der natürlichen Ressourcen sowie Unterstützung naturnaher Aufwertungen. Eine zukunftsfähige Infrastruktur mit Schwerpunkten bei Werkleitungen, Wasser2035, Smart Meter, Verkehrs- und Schulwegsicherheit sowie Hochwasserschutz. Zudem sind Sicherheit, Bevölkerungsschutz und soziale Verantwortung weitere zentrale Handlungsfelder.
Die einzelnen Massnahmen werden im Rahmen der politischen und finanziellen Zuständigkeiten weiterbearbeitet und die Bevölkerung wird regelmässig über die Umsetzung und über wichtige Projekte informiert.
--red

