Auf alten Fakten basierend
20.03.2026 Mutschellen, LeserbriefeZu «Viele wollen diese Verzögerung nicht» in der Ausgabe vom 17. März.
Swissgrid verteidigt sein Projekt, welches ich im letzten Jahr als «Starkstromleitung des Grauens» bezeichnen musste. Frau Bläuer, ...
Zu «Viele wollen diese Verzögerung nicht» in der Ausgabe vom 17. März.
Swissgrid verteidigt sein Projekt, welches ich im letzten Jahr als «Starkstromleitung des Grauens» bezeichnen musste. Frau Bläuer, Swissgrid-Kommunikationsverantwortliche, versucht nun, die lästigen Verzögerungen den Einsprechern, also den Anstössern im Freiamt, in die Schuhe zu schieben. Ganz zu schweigen von den politisch Verantwortlichen des Kantons Aargau. Sogar der Regierungsrat hat sich dem Bundesrat gegenüber ablehnend zu dem nicht dem Stand der Technik entsprechenden Projekt geäussert. Weiter, es wird dem Bund die Verantwortung für das Leitungschaos abgeschoben. Richtig ist aber, dass Swissgrid das Projekt gegen alle sachlichen Argumente aus dem Aargau in der langjährigen Planungsphase nie angepasst hat. Das Projekt sei «faktenbasiert». Das stimmt, es stützt sich auf Fakten, welche im letzten Jahrhundert gültig waren. Dass solche alten Expertisen im Freiamt auf Widerstand stossen, ist nicht nur logisch, es ist zwingend nötig für eine Stromautobahn, welche leistungsstark, verlustarm, langlebig und damit zukunftsfähig sein wird. Allein bei der Swissgrid ist die Erdverkabelung nicht Stand der Technik: Die beklagte Blindleistung (beim Erdkabel auf 4,4 km) organisiert Swissgrid selber mit der «mageren» Kabelauslegung, Kabel mit geringem Querschnitt und zwei Kabelblöcken in kleinen, engen Kabeltrassen. Würde die Kabeltrasse nach dem Stand der Technik geplant, würden die Kabel mit ansprechendem Querschnitt und einer Tiefe von 5 m oder mehr auf den ganzen 17 km verlegt, inklusive seitlichem Abstand, wie bei Freileitungen sichtbar. Nur so wird eine anständige Ökobilanz erreicht. Swissgrid aber schwört auf seine Jahrzehnteerfahrung im Leitungsbau. Würde die Schweiz so funktionieren, gäbe es heute Mühleräder statt turbinengetriebene Laufkraftwerke und schon gar keine Pumpspeicherwerke.
Markus Dietschi, Alt-Grossrat, Widen
