Appell an Sachlichkeit – trotz Verunsicherung
07.07.2026 Region Unterfreiamt, UezwilGemeinderat Uezwil nahm Stellung zur Unterschriftensammlung im Zusammenhang mit Brandstiftung
In Uezwil kursieren derzeit Unterschriftenlisten, die wirken, als würde die Gemeinde dahinterstehen. Der Gemeinderat hat sich nun in einem Brief an die Bevölkerung ...
Gemeinderat Uezwil nahm Stellung zur Unterschriftensammlung im Zusammenhang mit Brandstiftung
In Uezwil kursieren derzeit Unterschriftenlisten, die wirken, als würde die Gemeinde dahinterstehen. Der Gemeinderat hat sich nun in einem Brief an die Bevölkerung davon distanziert.
Noch kein Jahr ist sie her, die Brandserie, die letzten Sommer von Uezwil aus nach Büttikon und Wohlen überschwappte. Auf eine erste Brandstiftung an einem Wohnhaus in Uezwil folgte in der Nacht vom 11. auf den 12. August eine Schneise der Zerstörung durch Uezwil, Büttikon und Wohlen. Bereits am nächsten Morgen konnte ein 30-jähriger Schweizer festgenommen werden.
Den Rekurs des geständigen Brandstifters gegen seinen Verbleib in Untersuchungshaft hat das Obergericht im April abgewiesen, mit der Begründung, dass von ihm weiterhin eine ernsthafte und unmittelbare Gefahr ausgehe, nämlich, dass er «im Fall einer Entlassung aus der Untersuchungshaft ein gleichartiges schweres Verbrechen verüben könnte».
Gemeinde ist weder Initiantin noch sonst wie involviert
Entsprechend gross war die Verunsicherung, als der junge Mann gegen Mitte Juni wieder im Dorf auftauchte. Kurzfristig wurde eine Unterschriftensammlung lanciert, mit dem Ziel, den Brandstifter aus dem Dorf zu bekommen. An der Gemeindeversammlung bezog Ammann Werner Trottmann Stellung zur Situation: Der Gemeinderat nehme die geäusserten Sorgen sehr ernst, sei allerdings nicht ins Verfahren involviert und erhalte so auch weder Akteneinsicht noch weitergehende Informationen zu den behördlichen Entscheiden. Zudem fehlt es dem Gemeinderat an rechtlicher Handhabe, um Bedingungen oder Auflagen anzuordnen oder andere Massnahmen zu verfügen.
Vorübergehend schien sich die Situation damit zu beruhigen. Doch zuletzt lief die Unterschriftensammlung offenbar wieder an. Da auf dem Unterschriftenbogen die Autorenangabe fehlt, dafür die Gemeinde erwähnt ist, entstand bei manchen im Dorf der Eindruck, dass es sich um ein Dokument der Gemeinde handle. Davon hat sich der Gemeinderat nun mit einem Brief an sämtliche Haushalte ganz klar distanziert. «Die Gemeinde Uezwil ist in keiner Weise an dieser Unterschriftensammlung beteiligt», betont Vizeammann Ralph Stampbach: «Sie ist weder Initiantin noch organisatorisch oder inhaltlich involviert.» Erstellung, Verbreitung und Verwendung der Unterschriftenlisten seien ausschliesslich durch private Personen erfolgt.
Respektvoll und vermittelnd
«Es ist davon auszugehen, dass die zuständigen Behörden ihre Abklärungen sorgfältig vorgenommen und ihre Entscheide im Rahmen der geltenden gesetzlichen Grundlagen getroffen haben», versucht der Gemeinderat die Wogen zu glätten. Gleichzeitig kann er die Angst der Opfer und ihrer Familien nachvollziehen. «Wir sind uns bewusst, dass die aktuelle Situation viele Menschen bewegt und verunsichert.» Der Gemeinderat steht der Bevölkerung deshalb weiterhin als neutrale Anlaufstelle zur Verfügung, bemüht, sachlich und vermittelnd zu wirken.
In seinem Schreiben appelliert der Gemeinderat einmal mehr an die Bevölkerung, besonnen zu handeln und Gerüchte oder Mutmassungen nicht weiterzuverbreiten. «Sachlichkeit und gegenseitiger Respekt sind in dieser Situation hilfreicher als Spekulationen.»
--tst
