Die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» mag auf den ersten Blick wie eine harmlose Gebührensenkung erscheinen. Doch bei näherem Hinsehen geht es um weit mehr als nur Franken und Rappen. Mit der geplanten Halbierung der SRG-Finanzierung und der Abschaffung der ...
Die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» mag auf den ersten Blick wie eine harmlose Gebührensenkung erscheinen. Doch bei näherem Hinsehen geht es um weit mehr als nur Franken und Rappen. Mit der geplanten Halbierung der SRG-Finanzierung und der Abschaffung der Unternehmensabgabe würde ein zentraler Pfeiler unserer freien, unabhängigen und gesamtschweizerischen Medienlandschaft gefährdet.
Unabhängige Medien sind kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden demokratischen Diskurs. In einer Zeit, in der Desinformation und Polarisierung zunehmen, ist die verlässliche Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Nachrichten, Recherchen und Hintergrundberichten wichtiger denn je – gerade für eine direkte Demokratie wie die unsere.
Die SRG erfüllt diesen Service-public-Auftrag in allen Landessprachen und Regionen. Sie informiert über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen, fördert den kulturellen Austausch und schafft gemeinsame Bezugspunkte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine drastische Reduktion der Mittel würde diese Angebote stark einschränken, Redaktionen schwächen und letztlich die Vielfalt des Informationsangebots mindern.
Medienfreiheit bedeutet auch, dass nicht nur die lautesten oder kommerziell erfolgreichsten Stimmen Gehör finden, sondern dass alle Teile der Gesellschaft – ob städtisch oder ländlich, gross oder klein – Zugang zu verlässlichen Informationen haben. Ein Ja zur SRG-Initiative würde diesem Anspruch nicht gerecht werden.
Deshalb appelliere ich an die Leserinnen und Leser, Nein zu sagen zur SRG-Initiative. Ein Nein für starke, freie Medien und eine demokratische Meinungsbildung.
Anthony Paine, Berikon