Abschied, Aufbruch, Neubeginn
07.07.2026 Bremgarten, SchuleBremgarten verabschiedet (nicht nur) seine Bez-Klassen
Im klassisch feierlichen Rahmen des Casinos entliess die Bezirksschule Bremgarten ihre fünf Abschlussklassen und damit 105 Schülerinnen und Schüler. Nicht nur für sie war das Abschiedsfest ein ...
Bremgarten verabschiedet (nicht nur) seine Bez-Klassen
Im klassisch feierlichen Rahmen des Casinos entliess die Bezirksschule Bremgarten ihre fünf Abschlussklassen und damit 105 Schülerinnen und Schüler. Nicht nur für sie war das Abschiedsfest ein Wendepunkt, auch für Schulleiter Guido Brändli endet mit diesem Schuljahr ein Lebensabschnitt. Sein Nachfolger war beim Abschied dabei.
Der Duft von Haarspray und Parfüm und eine hektische Nervosität lagen in der Luft, als die Jugendlichen ihre Plätze in den Stuhlreihen vor der Bühne einnahmen. Sie hatten sich herausgeputzt, die Mädchen in Glitzerkleidchen, die jungen Herren im Anzug, an den Füssen weisse Sneakers. «Den Smoking habe ich von meinem Onkel ausgeliehen», verriet Bezirksschulabsolvent Samuel Lazraj und wischte sich dabei nervös die Schweissperlen von der Stirn.
Ein Wermutstropfen
Dem Harfenspiel zweier Schülerinnen folgte eine kurze Ansprache Brändlis, der Erich Kästners Worte «Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es» zitierte. Wenig Gutes war am Abend zuvor geschehen. Beim «Einbruch» ins Schulgebäude, bei dem traditionsgemäss Möbel verrückt, unzählige Luftballons verteilt und gefüllte Wasserbecher platziert würden, hätten Querulanten grobe Verunglimpfungen gegenüber Lehrpersonen hinterlassen. Ihnen wurde als Konsequenz der Bühnenauftritt verwehrt. Schulleiter Guido Brändli konnte seine Enttäuschung nicht verbergen: «Das ist ein Wermutstropfen, das hätte nicht sein müssen.» Die Feierlaune wollte er sich und den Anwesenden dadurch aber keinesfalls verderben lassen.
Ein guter Jahrgang
Teils aufwendige Videos hatten die Klassen in den letzten Wochen produziert. Vor der jeweiligen Zeugnisübergabe erhielten die Gäste so einen Einblick in die vergangenen Jahre und einen Ausblick auf die Zukunft der Absolventen. Dabei fiel auf: Die meisten werden nach den Sommerferien eine weiterführende Schule besuchen. Nur wenige haben sich für eine Berufslehre entschieden. Die Schulleitung zeigte sich mit den Resultaten der Lernenden äusserst zufrieden, hatten doch 40 Schülerinnen und Schüler eine Abschlussnote über 5,0 erreicht. Die Bestnote: eine glatte 5,9.
Der Ammann an der Hochzeit
Auch für Guido Brändli, der die Bezirksschule seit August 2015 leitet, war die Abschlussfeier ein Wendepunkt. Per 1. August übergibt er sein Amt an Jörg Sennrich, welcher noch bis zum Ende des Schuljahres als Primarschulleiter in Möriken-Wildegg tätig ist. Wie Brändli verriet, sind vor wenigen Wochen die Klassenräume aufgerüstet und unter anderem alle klassischen Wandtafeln durch interaktive Smartboards ersetzt worden. Der neue Schulleiter übernimmt also eine topmoderne Infrastruktur.
Für den ursprünglich aus Merenschwand stammenden Familienvater Sennrich ist die neue Herausforderung auch ein Heimkommen. Dass bereits seit Längerem eine gewisse Sehnsucht in ihm geschlummert hat, will er nicht leugnen. «Ich war schon immer stark mit Bremgarten verbunden», erzählt er nachdenklich. Im Städtli hatte er geheiratet. Und Alt-Stadtammann Robert Bamert fungierte an seiner Hochzeit als Tafelmajor.
Neuer Lebensabschnitt beginnt
Zum offiziellen Ende des Festakts versammelten sich die Absolventen ein letztes Mal auf der Bühne. Fingerschnippend und voller Elan sangen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam den passenden Titel «Can’t Stop the Feeling». Sie wurden mit einem lang anhaltenden Applaus belohnt, ehe sie ungeduldig von der Bühne und hinaus in die kühle Abendluft stürmten.
«Ich weiss doch nicht, irgendwo im Städtli halt», entgegnete der junge Mann seiner Mutter, die wissen wollte, wo seine Klasse später weiterfeiern werde. Einen kurzen Augenblick und eine Umarmung später waren er und seine Kumpels verschwunden. Schulterzuckend und mit traurigem Blick machte sich die Mutter auf den Heimweg. Und auch für sie begann an diesem Abend wohl ein neuer Lebensabschnitt.
--sca


