Wie eine Art Brückenbauer
23.04.2024 WohlenSchulzentrum Halde: In den Primarschulhäusern, Neubau und sanierter Altbau, herrscht ab sofort Schulbetrieb
Das neue Primarschulhaus ist ein Hingucker, nicht nur wegen der Fassade. Das alte Primarschulhaus ist sowieso ein Bijou – im sanierten Zustand erst ...
Schulzentrum Halde: In den Primarschulhäusern, Neubau und sanierter Altbau, herrscht ab sofort Schulbetrieb
Das neue Primarschulhaus ist ein Hingucker, nicht nur wegen der Fassade. Das alte Primarschulhaus ist sowieso ein Bijou – im sanierten Zustand erst recht. Nun herrscht dort Schulbetrieb. Rund 400 Schulkinder freuen sich. Samt Lehrerschaft.
Daniel Marti
Er wurde gerockt, der Platz vor den beiden Schulhäusern. Oder eben gerappt. Der Halden-Rap, angestimmt von Lehrer Patrick Grob, passt bestens zu den beiden Primarschulhäusern, die neu von den rund 400 Schülerinnen und Schülern bezogen werden konnten. «Zäme durchs Johr im Haldeschulhus; mached doch met, mer chömed drus.» So der rhythmische Sprechgesang. Populär ist der Song im Halde-Schulzentrum allemal. Im Halde kommen eben alle «drus»: Lehrpersonen, Schulleitung, Planer, Architekten, Bauarbeiter, Terminplaner. Pünktlich konnte das neue Primarschulhaus der Schule übergeben werden, ganz genau verlief die Sanierung des alten Primargebäudes. «Es ist der Wahnsinn, was da in den vergangenen zwei Wochen noch alles realisiert und geschafft wurde», sagte Schulleiterin Sandra Passerini staunend.
«Endlich zusammen feiern»
Ein echter Endspurt wurde nötig, um pünktlich nach den Frühlingsferien in den beiden Häusern unterrichten zu können. «Jetzt können wir endlich zusammen feiern, es ist alles bereit», so Passerini weiter. Dies sei der Verdienst von vielen fleissigen Helferinnen und Helfern und von Lehrpersonen, die auch während der unterrichtsfreien Zeit kräftig angepackt haben. Der Hausdienst hatte gemäss Schulleiterin stets ein offenes Ohr. Und eine bewährte Kraft war von Anfang an dabei – von der Schulraumnot bis zum jetzigen Bezug der beiden Schulhäuser. Dies ist Lehrerin Brigitte Thurnherr, «die viele Überlegungen aus der Sicht der Schüler eingebracht hat». Und am Einzugstag feierte Brigitte Thurnherr noch Geburtstag, Dafür gab es aus den Händen der Schulleiterin einen riesigen Blumenstrauss. Der Halde-Rap und der Song «Happy day» waren folglich auch für Brigitte Thurnherr.
Rundum strahlten Lehrpersonen und Schulkinder, als sie die hellen und grosszügigen Räume des neuen Primar-Schulhauses betraten. Vor allem der Lichthof mit dem Treppenhaus hat es allen im Nu angetan. Und hier lieferte Kurt Kolb, der verantwortliche Architekt des Büros Hegi Koch Kolb, ein gutes Stück Ideenreichtum ab. In der Planung war der Lichthof noch verglast, nun ist alles offen – und trotzdem sicher. Sowie mit Licht durchflutet.
Mit einem solchen Ausblick möchte man auch wohnen …
Auch die Anordnung des gesamten Schulhauses freut den Architekten. Ob man von Bremgarten kommt oder auf dem Schulhausplatz steht, so Kolb, «der Anblick ist stimmig». Dies gilt auch für die Fassade mit den verschiedenen Farbstreifen. «Das ist wie ein Brückenbauer zu verstehen», sagt er. Eine Art Brücke zu den Häusern im Dorfzentrum, wie die katholische Kirche oder das benachbarte Verkaufsgebäude der ibw oder das Restaurant Rössli. Und wenn man im obersten Stockwerk steht und auf Wohlen schaut, bietet sich dem Betrachter ein wunderbarer Ausblick Richtung Dorf, Kirchturm, Chappelehof und Rebberg. «Mit einer solchen Aussicht möchte man doch auch wohnen können», sagt Kurt Kolb. Sieht alles danach aus, dass also das «Betriebsklima» in der Schule stimmen sollte. «Wir sind sehr zufrieden, alles ist bisher sehr gelungen», betont Kolb stellvertretend fürs gesamte Architekturbüro Hegi Koch Kolb. Er wagt auch einen Blick voraus. In zwei Jahren und drei Monaten, im August 2026, sollte dann das gesamte Schulzentrum Halde erneuert und betriebsbereit sein. «Das gesamte Ensemble ist fliessend», erklärt er weiter, «von der Bezirksschule bis zur Primaschule.»
Sogar noch leichte finanzielle Reserven
Nun sind fürs Erste die beiden Primarschulhäuser fertiggestellt – bis auf das imposante Vordach, das noch montiert werden muss. Die Arbeiten an der Umgebung werden erst in den Sommerferien abgeschlossen. Auch die Instandsetzung der Fassade des alten Primarschulhauses ist noch im Gang.
Im Neubau sind 13 Klassenzimmer, sechs Gruppenräume, ein Mehrzweckraum sowie etliche Nebenräume untergebracht. Im alten Primarschulhaus, das 1854 eröffnet wurde, gibt es nun sechs Klassenräume mit Nebenräumen. Dieses Haus wird immer wieder als Bijou gerühmt. Das kann Kurt Kolb nur bestätigen: «Ein schönes, robustes und stabiles Haus.»
Für beide Schulhäuser sind zusammen Kosten von 17,1 Millionen Franken vorgesehen. Total beträgt der Kredit für das Bauwerk Halde 56 Millionen Franken. Zurzeit habe man sogar ein wenig Reserven, sagt Kolb. Man habe die Finanzen gut im Griff, lautet sein Buchhaltungszwischenstand.
Die Halde-Modernisierung geht nun nahtlos weiter. Ende April werden die Bauarbeiten für die Sanierung und Erweiterung der Bezirksschule starten. Als Erstes wird der Rückbau des Turnhallentrakts angegangen. Die Bauarbeiten am Wietlisbachschulhaus werden voraussichtlich im Juli beginnen.
Es steht also noch einiges an beim Schulzentrum Halde. Und noch müssen oder dürfen gegen 40 Millionen Franken verbaut werden – alles zum Wohl der Schulkinder und der Lehrpersonen.