300 Stunden live vom Klosterhof
24.02.2026 MuriKloster via Radio erleben
1000 Jahre Kloster Muri mit Radio-Projekt
1000 Jahre Kloster Muri. 2027 steht Muri ganz im Zeichen dieses grossen Jubiläums. Gefeiert wird es auf ganz unterschiedliche Arten. Unter anderem auch mit einem ...
Kloster via Radio erleben
1000 Jahre Kloster Muri mit Radio-Projekt
1000 Jahre Kloster Muri. 2027 steht Muri ganz im Zeichen dieses grossen Jubiläums. Gefeiert wird es auf ganz unterschiedliche Arten. Unter anderem auch mit einem «Chlosterradio», das während acht Monaten vom Klosterhof ins gesamte Freiamt sendet. Hinter dem Projekt steht mit Reto Holzgang ein Mann mit viel Radio- und TV-Erfahrung. --ake
Ein Radio wird das 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters begleiten – das Konzept ist vielversprechend
Wunschkonzert, ein Info-Magazin, Live-Übertragungen, ein Sonntagstalk – Ideen für Sendungen im «Chlosterradio» gibt es viele. Ein Team um Reto Holzgang macht sich an die Umsetzung und sucht begeisterte Freiämterinnen und Freiämter, die bei der Technik oder der Moderation mitwirken.
Annemarie Keusch
Es sprudelt nur so aus Reto Holzgang. 15 Jahre Radio, 28 Jahre Fernsehen – und nun das «Chlosterradio». Die Begeisterung ist dem mittlerweile pensionierten Murianer deutlich anzusehen. Das Herzblut, mit dem er am Werk ist. Die vielen Ideen für mögliche Sendungen sind ein Indiz dafür. Das Engagement, mit dem er mit dem Bundesamt für Kommunikation über eine passende Konzession diskutiert, ein anderes. Der Tatendrang ist spürbar. «Es ist meine Aufgabe, das Radio zu rocken», sagt er und lacht. Die tausendjährige Geschichte des Klosters Muri mit dem modernen Medium zu verbinden, das faszinierte Holzgang. Darum meldete er sich beim Vorstand des Vereins 1000 Jahre Kloster Muri. «Ein Glücksfall», ist Tobias Holzer, Projektleiter des Jubiläumsjahres, überzeugt.
Die Idee, das grosse Jubiläum mit einem Radio zu begleiten, steht seit vielen Jahren im Raum. «Von Anfang an», weiss Holzgang. Auch wegen des Fasnachtsradios, das in Muri schon zweimal für Aufsehen sorgte. Als die Fasnachtsgesellschaft Muri-Neuenburg live von der fünften Jahreszeit sendete. «Die Idee kam aber gar nicht von uns», sagt René Neiger, der beim ersten Ideen-Sammeln für das Klosterjubiläum auch dabei war. «Natürlich fühlen wir uns gebauchpinselt», meint er und lacht. Weil Neiger, der damals die Arbeit am Mikrofon übernahm, und Andreas Stierli, der für die passende Technik sorgte, erzählen, dass das, was sie damals machten, mit dem bevorstehenden Projekt kaum zu vergleichen ist. «Es war ein Gebastel», erzählt Andreas Stierli. Laptop, USB-Mikrofon, Hotspot für den Internet-Zugang – mehr nicht. Zu hören war das Fasnachtsradio nur online.
SRF 1 als Sendeteppich
Nun aber gibt es ein richtiges Radio. Via Kabelanschluss, UKW und wohl auch via Stream. «Schliesslich wollen wir gehört werden», sagt Reto Holzgang. Gehört von möglichst vielen Leuten im Freiamt. Neiger und Stierli sind auch beim «richtigen Radio» dabei. «Wir freuen uns, bei einem professionellen Projekt dabei zu sein», sagt René Neiger.
Und professionell, das wird es bestimmt. Das zeigt das Konzept, das Reto Holzgang an diesem Morgen präsentiert. Acht Monate lang wird von Mitte März bis Anfang November 2027 von einem Pavillon im Klosterhof gesendet. «Natürlich nicht rund um die Uhr.» Was nicht heisst, dass von Montag bis Mittwoch nichts zu hören ist auf der Frequenz des Klosterradios. Das Programm von Radio SRF 1 dient als Sendeteppich. «Durch unsere Sendungen wird dieser unterbrochen.» 200 bis 300 Stunden wird das Programm in diesen acht Monaten umfassen. Eine Antenne, wohl auf dem Dach des Kloster-Ostflügels installiert, wird die Frequenz ins gesamte Freiamt tragen.
Viele Studiogäste, viele verschiedene Sendungen
Informieren, unterhalten und vermitteln – das will das Klosterradio. Was läuft rund um das Jubiläum des Klosters? Was findet an diesem Wochenende statt? Was gibt es zu entdecken? Wer informiert sein will, hört 2027 das Klosterradio. Aber auch, wer unterhalten werden will. «Langweilig wird es sicher nicht», verspricht Holzgang. Wunschkonzert, eine gängige Methode zur Hörerbindung, auch beim «Chlosterradio». Aber der Sender soll auch vermitteln. Holzgang lebt seit 40 Jahren in Muri und ist seit Kurzem Klosterführer. «Ich habe in kürzester Zeit viel Neues erfahren, das ganz sicher auch andere Leute interessiert. Unsere Aufgabe wird es sein, solches Wissen spannend aufzubereiten.» Auch mit vielen Studiogästen.
Was Holzgang mehrmals betont: «Das Radio soll für alle sein. Für Jung und Alt. Für Kloster-Freunde und Kloster-Muffel.» Auch darum zeigt ein Blick in die verschiedenen Sendungen schon jetzt eine riesige Vielfalt. Live-Übertragungen sind genauso geplant wie ein Info-Magazin zu Anlässen. Damit das Radio ein Freiämter Treffpunkt wird, ist auch ein Wunschkonzert vorgesehen. «Für Jung und Alt», betont Reto Holzgang. Oder ein Chloster-Quiz, das auf witzige Art Spannendes und Überraschendes aus der tausendjährigen Geschichte ans Tageslicht bringen soll. Das Radio blickt aber nicht nur zurück in die Geschichte, sondern spielt auch ganz stark in der Aktualität. Mit Gästen – etwa bekannten Menschen aus der Region. Ein Sonntagstalk, analog zum «Persönlich», ist geplant, aber auch eine Sendung mit dem Arbeitstitel «Mini Musik + Gschicht». Zudem soll im Radio die Geschichte des Klosters erzählt werden. «Aber anders», sagt Holzgang. Er ist überzeugt: «Das Potenzial ist riesig. Wenn die richtigen Leute die spannenden Geschichten erzählen, dann tun sich der Zuhörerschaft neue Welten auf.»
80 000 Franken Budget
Ideen gibt es weitere. Eine Live-Disco auf dem Klosterhof. Ein gregorianisches Abendgebet, in neuer Version. «Wir studieren weiter», meint Reto Holzgang. Klar ist indes, dass ganz vieles live gesendet wird. Und das jeweils von Donnerstag bis Sonntag, vier bis sechs Stunden täglich.
Noch bleiben 13 Monate, bis das «Chlosterradio» erstmals auf Sendung geht. «Der Weg stimmt», ist Reto Holzgang überzeugt. Gerade auch im technischen Bereich, wo die Planung weit fortgeschritten ist. Dafür wird rund ein Drittel der 80 000 Franken Budget investiert. Vier bis fünf Technikerinnen und Techniker wird es brauchen. Die Leitung in diesem Bereich übernimmt Rainer Lüthi, ein Murianer, der viele Jahre als Broadcast-Experte bei Sony Schweiz tätig war. «Wir brauchen weitere Leute», betont Reto Holzgang. Ideal wären technisch affine Menschen, «die ohne Stress Live-Radiosendungen fahren, technische Probleme beheben und kleine Aufgaben erledigen können». Und die vor allem Interesse und Lust daran haben, diese Aufgabe zu übernehmen.
Möglichst bunt gemischte Gruppe
Die gleiche Voraussetzung ist auch die wichtigste für das Moderationsteam. 10 bis 15 Personen sind dafür vorgesehen. Menschen, die Sendungen machen, moderieren. Oder wie es Holzgang sagt: «Menschen, die gerne small talken, etwas präsentieren, nicht rot werden, wenn sie in ein Mikrofon reden müssen, und vor allem sich für das Gegenüber interessieren und neugierig sind.» Eine bunt gemischte Gruppe soll es sein. Junge Menschen, ältere. Leute aus Muri, aber auch aus dem ganzen Freiamt. «Ganz viele Gesichter, die die Region vertreten.»
Gesichter wie Reto Holzgang und René Neiger live am Radio und wie Andreas Stierli mehr im Hintergrund. Ihre Vorfreude ist spürbar. Ihre Lust ebenfalls. «Das wird einmalig», sagt René Neiger. «Intensiv und spannend.» Ein Klosterjubiläum mit einem Radiosender zu feiern. «Ungewöhnlich», findet Reto Holzgang. Und genau darum erfolgsversprechend. Mit dem bisherigen Konzept und dem spürbaren Tatendrang sowieso.
Wer mitwirken, sich bewerben oder informieren will, meldet sich via kloster-radio@muri2027.ch oder unter www.muri2027.ch


