APROPOS
08.05.2026 Kolumne, Region UnterfreiamtAuf der Hägglinger Verwaltung sind derzeit etliche Stellen ausgeschrieben. Das sei kein Ausdruck von Krise, beruhigt Ammann Franz Schaad die Bürger am Politapéro. «Heute bleiben die Leute eben weniger lang an einem Arbeitsort. Zudem haben wir viele Teilzeitstellen, da gibt ...
Auf der Hägglinger Verwaltung sind derzeit etliche Stellen ausgeschrieben. Das sei kein Ausdruck von Krise, beruhigt Ammann Franz Schaad die Bürger am Politapéro. «Heute bleiben die Leute eben weniger lang an einem Arbeitsort. Zudem haben wir viele Teilzeitstellen, da gibt es auch mehr Fluktuationen», erklärt er. Und in Hägglingen kommt ein weiterer Faktor dazu. «Wir haben hier einfach fruchtbaren Boden, es gibt immer wieder Mutterschaftsurlaube», stellt er fest. Aktuell betrifft das die Gemeindeschreiberin-Stellvertreterin, Sarah Berger – sie wird bald «Mami» und nimmt sich Familienzeit. Und diese gönnen ihr in Hägglingen alle.
Abwesend war nicht nur Sarah Berger, sondern auch Gemeinderat Röbi Wirz. Er allerdings ungeplant. Wirz sei auf dem Weg von Chur nach Hägglingen, aber er müsse erst noch das Fahrzeug aufladen, das sei eben die Krux der E-Autos, berichtet Schaad und ernennt seinen Kollegen flugs zum Nachhaltigkeitsminister. Kurze Zeit später kam offenbar per Whatsapp die nächste Botschaft. An vielen Ladestationen in der Schweiz sei aktuell keine Kartenbezahlung möglich, auch Wirz sei davon betroffen. Er konnte darum noch nicht weiterfahren. Wirz blieb darum am offiziellen Teil des Politapéros abwesend, war aber zumindest Auslöser des einen oder anderen humorvollen Spruchs.
Für etliche Lacher sorgte auch Neo-Gemeinderat Nicola Bernabei. An seiner ersten Sitzung im neuen Gremium hat ihm der Gemeindeammann zu Beginn erklärt, dass sich während der Sitzung alle siezen, das gehöre sich so an offiziellen Anlässen, das mache man im Bundeshaus auch so. Bernabei hat sich zwar gewundert, aber dann eben brav alle mit Sie angesprochen. «Die haben das fast die ganze Zeit durchgehalten. Erst kurz vor Schluss ist jemandem ein Du rausgerutscht und kam heraus, dass es nur ein Witz war», erzählt er. Seither wird geduzt – so, wie es in Hägglingen eigentlich überall der Fall ist.
Am Schluss konnten die Anwesenden den Gemeinderat noch mit Fragen löchern. Wieso auf einer Wiese im Eggental der Werkhof immer wieder Löcher bohre, wollte jemand wissen. «Nach was graben wir da?», wollte Ammann Schaad von seinem Vize Ruedi Schmid wissen. «Nach Gold und Öl natürlich», gab dieser zurück. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. Man sei auf der Suche nach einer defekten Wasserleitung, klärte Schmid auf. «Ich dachte schon, dass es mit dem neuen Tümpel zusammenhängt», gab sich der Fragesteller zufrieden.
Eine weitere Frage betraf den Schulraum. Ob die neue Grossüberbauung im Eggental denn Einfluss habe auf die Schülerzahlen. Das ist wohl nicht der Fall, gebaut wurden vor allem kleine Wohnungen. «Es gibt kaum Familien bei uns», erklärt ein anwesender Bewohner der Überbauung. «Die meisten Kinder, die wir bei uns sehen, sind Enkel, die zu Besuch sind», fügte er an.
Nach den vielen Infos gab es endlich den offerierten Imbiss. Serviert wurde dieser durch den Frauenturnverein. Und zwar durch den Vorstand. «Was für eine Ehre», kommentiert dies der Gemeindeammann.
Chregi Hansen
