LESER SCHREIBEN
03.03.2026 Mutschellen, LeserbriefeBerikon braucht Weitsicht statt Stillstand
Am 8. März stimmen wir erneut über eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle zur Umsetzung des Verwaltungsleitungsmodells ab. Wer dies als unnötigen Ausbau oder als Wiederholung einer alten Diskussion ...
Berikon braucht Weitsicht statt Stillstand
Am 8. März stimmen wir erneut über eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle zur Umsetzung des Verwaltungsleitungsmodells ab. Wer dies als unnötigen Ausbau oder als Wiederholung einer alten Diskussion abtut, verkennt, was sich seit der letzten Abstimmung verändert hat. Vor zwei Jahren basierten die finanziellen Auswirkungen auf Annahmen. Heute liegen Zahlen vor – und diese bestätigen klar: Die damaligen Annahmen waren korrekt.
In der Zwischenzeit zeigt sich, dass eine professionelle Verwaltungsleitung sich faktisch selbst finanziert. Durch bessere Koordination, klare Zuständigkeiten und interne Kompetenz konnten externe Dienstleistungen reduziert oder ganz vermieden werden. Genau hier entsteht der Mehrwert: nicht durch mehr Verwaltung, sondern durch effizientere Organisation. Es ist deshalb legitim und richtig, dass der Gemeinderat nun auf Basis belastbarer Zahlen aufzeigt, dass mit der zusätzlichen 100-Prozent-Stelle keine Mehrkosten entstehen.
Hinzu kommt: Die Gemeindeversammlung hat nicht einmal, sondern zweimal Ja gesagt. Dieses klare Votum verdient Respekt. Demokratie bedeutet, Entscheide zu überprüfen, wenn neue Erkenntnisse vorliegen – nicht, an überholten und in der Zwischenzeit als falsch geltenden Argumenten festzuhalten.
Berikon wächst und steht im Wettbewerb um eine junge, gut ausgebildete und steuerkräftige Generation. Eine Ge- meinde, die sich nur auf minimale Strukturen für Pensionierte beschränkt, verspielt ihre Zukunft. Familien, Berufstätige und Unternehmen erwarten eine leistungsfähige Verwaltung, die Projekte professionell umsetzt, digital denkt und verlässlich funktioniert.
Diese Abstimmung ist keine ideologische Frage, sondern eine Frage der Verantwortung. Wollen wir unsere Gemeinde zukunftsfähig aufstellen – oder aus Prinzip blockieren? Für mich ist klar: Berikon gewinnt mit klarer Führung, belegbaren Zahlen und modernen Strukturen. Darum: Ja heisst Ja und verdient darum ein überzeugtes Ja am 8. März.
Stephan Haag, ehemaliger Gemeinderat Berikon
Es wird kein Geld gespart
Zum Leserbrief von Cornel Egger in der Freitagsausgabe vom 27. Februar.
Cornel Egger schreibt, die Gemeinde werde durch die Anstellung eines Verwaltungsleiters als Arbeitgeber attraktiver. Stimmt – aber nur für den betroffenen Verwaltungsleiter. Denn in Berikon soll dieser über 172 000 Franken verdienen.
Angestellte auf einer Gemeinde müssen gut geführt werden. Aber nicht von einem Verwaltungsleiter, sondern vom Gemeindeammann. Und nein, Herr Egger: Es wird durch diese teure Stelle kein Geld gespart – der Gemeinderat hat ja sogar schon eine massive Steuererhöhung geplant … Wir haben diese völlig unnötige Stelle schon.
Roland Messerli, Berikon
Die Retter der Bundesfeier 2026 in Berikon
An der Herbstgemeinde 2024 in Berikon stellte Beatrice Koller den Antrag, dass die Gemeinde im nächsten Budget eine Million Franken sparen muss. Wohlwissend, dass der Gemeinde in den meisten Bereichen die Hände gebunden sind, wurde der Antrag von der Mehrheit der Anwesenden angenommen.
Der Gemeinderat versuchte, das Unmögliche möglich zu machen. Unter anderem wurde das Budget für den Brunch am 1. August auf 5000 Franken reduziert. In der Vergangenheit lagen die Kosten aber bei zirka 11 000 Franken. Für den fehlenden Betrag möchte die Gemeinde einen Eintritt verlangen und das Angebot verringern.
Da kein Verein aus Berikon bereit ist, diesen beliebten Anlass mit über 400 Teilnehmern zu organisieren, stellt sich der Kapellenverein Friedlisberg zur Verfügung. Allerdings nur unter der Vor- aussetzung, dass kein Eintritt verlangt wird. Dies wäre mit viel mehr Aufwand und Wartezeiten verbunden.
Nun kommen die Initiantin und ihre Gefolgsleute der Sparmassnahmen zum Zug. Den Schaden haben sie angerichtet, wenn sie etwas Rückgrat haben, stehen sie gerade für den fehlenden Betrag. Die Bundesfeier in Berikon darf unter keinen Umständen ausfallen. Es ist ein beliebter Anlass für die ältere Generation, aber auch für junge Familien.
Ich bin mir sicher, die Angesprochenen zeigen Stärke und ermöglichen die Bundesfeier in Berikon, indem sie sich bei der Gemeindeverwaltung melden.
Übrigens: «Es döf au es bitzeli meh si.» Der Kapellenverein Friedlisberg steht vor einer teuren Fassadenrenovation.
Thomas Koller, Rudolfstetten-Friedlisberg
Dort ansetzen, wo man wirklich kann
Der Beriker Gemeinderat erwähnt immer wieder, dass der grösste Teil der Kosten von extern vorgeschrieben wird. Das mag sein. Aber die Lohnkosten und die Organisationsstruktur kann der Gemeinderat beeinflussen. Umso mehr ist es mir unverständlich, dass die Verwaltung weiter ausgedehnt werden soll. Der Gemeinderat spart bei den Verei- nen und den Senioren, will aber um jeden Preis einen Angestellten einstellen, welcher über 172 000 Franken im Jahr verdienen soll? Das geht doch nicht! Ich lehne die Erhöhung der Stellenprozente in Berikon deshalb aus voller Überzeugung ab.
Françoise Affolter, Berikon
Missachtung des Volkswillens
Wenn ein Gemeinderat eine Abstimmung verliert, hat er den Volkswillen unmissverständlich zu akzeptieren. In Berikon setzt sich der Gemeinderat über den Volkswillen hinweg und bringt die gleiche Vorlage einfach nochmals vor. Bei diesem unverständlichen Tun wird er gar von den Links-grünen Parteien unterstützt.
Unsere direkte Demokratie ist wertvoll und wird weltweit bewundert. Wer diese missachtet, darf nicht noch belohnt werden auf Kosten der Allgemeinheit. Aus diesem Grund lehne ich die Verwaltungsausdehnung ab und stimme Nein.
Mario Fräfel, Berikon
Der unfaire Umgang
Die Gemeinde Rudolfstetten macht es vor – mit einer schlanken Struktur und geregelten Stellvertretungen braucht es keinen zusätzlichen Verwaltungsleiter. Dass man unsere Nachbargemeinde ins falsche Licht rücken möchte, spricht ebenfalls für sich. Wie ist es da mit dem Anstand? Berikon kann sich eine Ausdehnung der Verwaltung schlicht nicht leisten! Der Personalaufwand sprengt jetzt schon unser Budget! Lehnen Sie die Verwaltungsausdehnung ab und stimmen Sie am 8. März Nein!
Emil Erzberger, Berikon
Was wird eingespart?
Es wird viel über die Stelle des Verwaltungsleiters geschrieben. Damit man in der Privatwirtschaft über 172 000 Franken an Lohn einstreichen kann, muss man aber deutlich mehr leisten. Die Befürworter reden von Stabilität und Einsparungen, aber keiner kann Ihnen eine Zahl versichern, die in den nächsten Jahren eingespart werden kann. Man kauft also eine Stelle, ohne deren Mehrwert in Sachen Budget zu kennen. Für mich höchst fragwürdig – aus diesem Grund lehne ich die Stellenerhöhung aus Überzeugung ab.
Paul Hüsser, Berikon
