«Ihr Herz schlägt für die Kultur»
03.03.2026 Wohlen, Vereine, Kultur, PorträtVerein Kultur im Sternensaal: Heute Dienstag wird Präsidentin Eva Keller an der GV verabschiedet
Eine grosse Ära geht zu Ende. 28 Jahre lang präsidierte Eva Keller den Verein Kultur im Sternensaal. Mit ihrem Engagement etablierte sie das Kleintheater, gab ...
Verein Kultur im Sternensaal: Heute Dienstag wird Präsidentin Eva Keller an der GV verabschiedet
Eine grosse Ära geht zu Ende. 28 Jahre lang präsidierte Eva Keller den Verein Kultur im Sternensaal. Mit ihrem Engagement etablierte sie das Kleintheater, gab ihm ein Gesicht und machte den Sternensaal zu einer Idylle der kulturellen Vielfalt. Vier langjährige Weggefährtinnen sind voll des Lobes.
Daniel Marti
Eva Keller Steimen hat die bald vierzigjährige Geschichte des Sternensaals während 28 Jahren als Präsidentin geprägt, wie kaum sonst jemand. 24 Jahre davon eng begleitet von ihrem lieben Mann, Kurt Steimen. An der Generalversammlung von heute Dienstag wird sie verabschiedet.
Sie selbst betont immer wieder, dass der Sternensaal-Vorstand als Team arbeitet, dass sie wirklich nur ein Teil davon sei, mehr nicht. Und ohne das Team könne sie nichts bewirken. Eva Keller zeichnet sich eben auch durch Bescheidenheit aus, sie sucht nicht das Rampenlicht und stellt das Teamwork über so vieles, wohl über alles. Eva Keller ist auch bestens vernetzt, kommunikativ, immer informiert, neugierig, zuverlässig, unermüdlich. Sie kann auch hartnäckig und für nichts zu schade sein.
Geniesserin voller Freude und Leidenschaft
Für «ihren» Sternensaal ist sie eine geschickte Verhandlerin, die stets an alles denkt. Sie wurde als leidenschaftliche Theaterbesucherin bekannt in der ganzen Kleinkunstszene. Eine gesellige Geniesserin ist sie eben auch. Eva Keller ist immer offen und begeisterungsfähig. Und was vielleicht nicht alle wissen: Die abtretende Präsidentin ist ein Nachtmensch.
Während fast drei Jahrzehnten hat Eva Keller immer wieder alles unter einen Hut gebracht. Erstaunlich. Sie jongliert mit Daten, Künstlerinnen und Künstlern, Veranstaltungen, Behörden, Kommissionen und Handwerkern. Alles rund um den Sternensaal bewerkstelligte sie stets mit Freude und Leidenschaft.
Man kennt Eva Keller in der Kleinkunstszene bestens. Ihr designierter Nachfolger auf dem Posten des Präsidiums, André Konrad, hat in Eva Keller das bestmögliche Vorbild.
«Sternensaal zum äusserst beliebten Auftrittsort gemacht»
Vier langjährige Weggefährtinnen haben ihre Gedanken zu Eva Keller niedergeschrieben: Fränzi Zulauf, Erika Melliger, Doris Spengler, Bettina Weber-Hasler.
«Was mich immer wieder besonders beeindruckt, ist Evas ungebrochene jugendlich-positive Neugier auf alles, was sich in der Kleinkunstszene bewegt. Auch nach so vielen Jahren ist sie stets brennend interessiert am Schaffen der Künstlerinnen und Künstler der verschiedensten Sparten, weiss genau, wer demnächst mit einer neuen Produktion aufwarten und wann und wo sie sich diese ansehen wird», schreibt Fränzi Zulauf. Die Anzahl und Dichte von Eva Kellers jährlichen Theater- und Konzertbesuchen sei kaum zu überbieten. «Mit einer wohldosierten Mischung aus fachlich-kritischem Visionieren und wohlwollender Nachsicht beurteilt sie jeweils das Geschehen auf den Bühnen. Und was rundum passt, wird in der Regel früher oder später auch im Sternensaal zu sehen sein.» Ihr sind die persönlichen Kontakte zu den Künstlerinnen und Künstlern mindestens genauso wichtig wie deren Darbietungen auf der Bühne. «Was wohl einer der Gründe dafür ist, dass der Sternensaal ein weitherum äusserst beliebter Auftrittsort geworden ist.»
Für Fränzi Zulauf war Eva Keller immer die Garantin dafür, dass alles funktioniert und an alles gedacht wird im Sternensaal. «Sie selbst würde sofort abwinken und betonen, dass es das ganze Team ist, das den Sternensaal erfolgreich macht. Was natürlich ebenfalls stimmt. Ein gutes Team, das mitdenkt, mitentscheidet, mitarbeitet, Kompetenzen einbringt. Und dennoch laufen alle Fäden bei der Präsidentin zusammen; manche von ihnen spannt sie selbst, zusammen mit den anderen Fäden verknüpft und verwebt sie Eva zum feinen und gleichzeitig robusten Sternensaalteppich», so Fränzi Zulauf.
«Eva, unsere Präsidentin»
Erika Melliger durfte Eva Keller während ihrer ganzen Amtszeit im Vorstand als Kassierin des Sternensaals begleiten. «Von Anfang an war es Eva ein Anliegen, dass die Frauen genügend Platz im Programm erhalten. Und im Laufe der Zeit wurde sie immer mehr zur mütterlichen Freundin des Teams. Alle Teammitglieder lagen ihr am Herzen und wo sie helfen konnte, half sie», blickt Erika Melliger zurück.
Eva Keller sei nicht nur eine «gute Vernetzerin, sondern vielseitig interessiert. Kaum jemand anderes kann in einer Woche so viel verschiedenartige Kultur geniessen wie sie.» Immer gebe es irgendwo ein Konzert oder eine Theatervorstellung, die sie besuchen will, und dies macht sie auch. «Nach 28 Jahren heisst es nun die Sternensaalkinder ziehen lassen. Begleiten wird Eva aber alle trotzdem und das freut mich sehr», betont Erika Melliger.
«Sie scheint unerschöpfliche Energie zu besitzen»
Sehr ähnlich sieht das Doris Spengler: «Evas Herz schlägt für die Kultur, die Frauenrechte und die soziale Gerechtigkeit. Dafür ist ihr kein Weg zu weit und keine Zeit zu knapp.» Eva Keller sei einfach unermüdlich. «Sie scheint eine unerschöpfliche Energie zu besitzen und würde, wenn es geht, auch zwei Theaterstücke an einem Abend besuchen.» Für «ihren» Sternensaal sei die scheidende Präsidentin eben immer präsent. «Eva Keller lebt vor, was die Sternensaal-Kultur ausmacht. Sie hat Ideen und setzt sie um. Sie packt an, bei der Stückauswahl, der Betreuung der Künstlerinnen, an der Bar, am Lichtpult, beim Abwasch in der Küche, beim Programmverschicken, die Liste ist endlos …»
Und für Bettina Weber-Hasler ist Eva Keller einfach eine «passionierte Kulturfrau: offen, neugierig, engagiert – der Sternensaal ihre Herzensangelegenheit. Evas Lebenselixier ist die Kultur.»


