Verzögerung beim Kino

Fr, 08. Okt. 2021
Eine Baustelle ohne Arbeiter: Der Abtransport des Krans gab diese Woche viel zu reden. Doch die Arbeiten beim Umbau des Kinos sind nur unterbrochen und nicht eingestellt. Bild: Stefan Sprenger

Die Kranen wurden abgebaut – was läuft beim ehemaligen Kino Rex in Wohlen?

Die Umbauarbeiten sind eingestellt, der Kran abgebaut, und die Gerüchteküche brodelt. Ist das neue Kino in Wohlen in Gefahr? Besitzer Sascha Heubacher klärt auf.

Stefan Sprenger

Am Mittwochmorgen herrscht reger Betrieb beim früheren Kino Rex. Der riesige Kran wird abgebaut. «Baustopp», heisst es. Menschen, die vorbeigehen, hätten gehört, dass der Besitzer die Rechnungen nicht bezahlt hat.

Nachgefragt beim Bauunternehmen Huwiler & Portmann AG in Niederwil, erklärt der zuständige Bauführer Adrian Grimm: «Von unserer Seite sind die Arbeiten erfüllt.» Weiter möchte er sich nicht äussern. Der Architekt Michel Hess aus Dottikon erklärt: «Der Rohbau ist fertig. Es geht im nächsten Jahr weiter.» Doch warum wird der grosse Kran abgebaut? Den brauche man nicht mehr, heisst es weiter. Man könne ab sofort mit einem mobilen Kran arbeiten. Wie sich zeigt, sind die Gerüchte um die Zahlungsverzüge aber nicht ganz aus der Luft gegriffen.

Gesundheitliche Probleme

Sascha Heubacher, der in Villmergen aufwuchs, hat die Liegenschaft 2018 gekauft und sich damit einen Traum erfüllt. Nun wollte er das Kino umbauen. Drei Kinosäle, ein Foyer, ein Bistro und obendrauf sollten neun 2,5-Zimmer-Wohnungen zu erschwinglichen Preisen entstehen. «Cine Freiamt» soll das neue Kino heissen. Im April dieses Jahres sagte der 39-jährige Heubacher: «Wenn James Bond anläuft, sollen der grosse Hauptsaal und das Foyer fertig sein.» Nun ist der neue James Bond draussen – doch in den vergangenen Monaten ging nichts mehr auf der Baustelle.

Heubacher erklärt, er habe im Sommer mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Er finanzierte den Umbau selber und versuchte auch die Bauarbeiten zu koordinieren. «Das alles war wohl ein wenig zu viel», so Heubacher. Auch die explodierenden Holz- und Rohstoffpreise machen ihm zu schaffen. Nicht zu vergessen die Coronasituation, die «ein Kinovergnügen enorm anstrengend» macht, wie Heubacher erklärt. Der Kran ist weg, weil die Aufrichtung des Holzbaus auf sich warten lässt. Ein mobiler Kran soll später aufgebaut werden. Nicht nur weil die Rohstoffpreise hoch sind, wartet man zu, sondern auch die Lieferzeiten verzögern sich.

Vorerst kein neuer Eröffnungstermin

Auf die Frage nach finanziellen Engpässen antwortet er: «Ich war nicht fit, brauchte eine Auszeit. Die Rechnungen werden aber alle bezahlt, keine Angst», versichert der Ex-Banker, der im Kanton Zürich mehrere Immobilien besitzt.

Er wolle jetzt «eins nach dem anderen» erledigen. Er wolle bei der Eröffnung keinen Schnellschuss abgeben, sondern sich Zeit lassen. Momentan sei es (wegen der Coronamassnahmen) sowieso schwierig, ein Kino zu eröffnen. «Das Projekt von Cine Freiamt wird durchgezogen», so Heubacher. Bezüglich Zeitpunkt der Eröffnung will er sich nicht mehr aus dem Fenster lehnen. «Irgendwann im nächsten Jahr», so Heubacher.

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