Kaum Diskussionen zur Entwicklung Zentrum Bahnhof
Wäre das Projekt Zentrum Bahnhof ein Buch, mittlerweile wäre es ein dicker Roman. Seit 2011 wird daran gearbeitet. Gemeinderat Beat Küng unterteilt die mittlerweile neunjährige Planungsphase in zwei Anläufe. ...
Kaum Diskussionen zur Entwicklung Zentrum Bahnhof
Wäre das Projekt Zentrum Bahnhof ein Buch, mittlerweile wäre es ein dicker Roman. Seit 2011 wird daran gearbeitet. Gemeinderat Beat Küng unterteilt die mittlerweile neunjährige Planungsphase in zwei Anläufe. Ein 2017 rechtskräftig gewordener Gestaltungsplan wurde in den letzten zwei Jahren mit einem neuen Investor überarbeitet. Anfang Jahr standen die Mitwirkung und die kantonale Vorprüfung an. «Den Gemeinderat beschlich dabei ein immer schlechteres Gefühl», führte Küng an der Gemeindeversammlung aus. «Viele Gespräche, Hirnschmalz und Mut brauchte es, bis wir zum Punkt kamen, wo wir jetzt sind.» Denn nur wegen eines schlechten Gefühls werde jahrelange Vorarbeit nicht über den Haufen geworfen.
Jetzt ist der Murianer Gemeinderat zurück auf Feld 1. «Wir wollen unseren Blickwinkel öffnen, den Perimeter erweitern, nicht in bestehenden Baufeldern denken.» Der Schlüssel dazu: Die Gemeinde nimmt das Heft selber in die Hand. Ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 620 000 Franken war darum traktandiert. Damit sollen nach der «Kreativphase», in der «wir ganz viele mögliche Lösungen besprechen werden», eine Testplanung durchgeführt, ein Entwicklungsrichtplan erstellt und ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden. Beat Küng betont dabei: «Wir wollen alle guten Ideen der verschiedenen Anspruchsgruppen abholen.» Um zu vermeiden, dass Fehler passieren, soll ein Prozesskontrollgremium, bestehend aus externen Fachleuten, eingesetzt werden.
Parteien sollen bei Kontrollgremium mitreden
Dass ein solches Gremium eingesetzt wird, freut Roman Roth, Präsident der SVP Ortspartei Muri. «So ist sichergestellt, dass die Gemeinde beim neuen Anlauf weiterkommt als bei den letzten», betonte er. Überhaupt, sei der Neustart der laut SVP Ortspartei einzige gangbare Weg. Roth forderte zusätzlich, dass die vier Ortsparteien für das Besetzen des Prozesskontrollgremiums eingesetzt werden. Nach kurzer Absprache mit dem ad interim in Muri tätigen Gemeindeschreiber Christian Wernli betonte Küng, dass dies Aufgabe des Gemeinderates sei. «Wir machen darum Vorschläge, die wir von euch Parteien absegnen lassen.»
Von Anfang an breit abgestützt sein in der Bevölkerung, da sieht Beat Küng einen möglichen Schlüssel zum Erfolg. Er spricht aber auch von einem abenteuerlichen Weg, auf dem es auch Rückschläge geben wird. «Aber wir sind überzeugt, dass wir ans Ziel kommen.» Es lohne sich, an eine für Muri bestmögliche Lösung zu glauben. Daran glaubt wohl auch die anwesende Bevölkerung. Ohne Gegenstimme wurde der Kreditantrag genehmigt. --ake