Kaum begonnen, schon fast fertig
21.07.2020 RudolfstettenDie Fassaden des Gemeindehauses und des Stöckli in Rudolfstetten wurden saniert. Begonnen wurden die Arbeiten am 11. Mai, noch diesen Monat werden sie abgeschlossen. Aufs Anbringen einer Wärmedämmung wurde verzichtet. Das heisst aber nicht, dass keine Energie gespart werden soll. ...
Die Fassaden des Gemeindehauses und des Stöckli in Rudolfstetten wurden saniert. Begonnen wurden die Arbeiten am 11. Mai, noch diesen Monat werden sie abgeschlossen. Aufs Anbringen einer Wärmedämmung wurde verzichtet. Das heisst aber nicht, dass keine Energie gespart werden soll. --eob
Schmuckstück strahlt wieder
Fassaden von Gemeindehaus und Stöckli wurden saniert
Die Aussenhülle des ehemaligen Untervogthauses, in dem die Gemeindeverwaltung untergebracht ist, wurde in den letzten zwei Monaten erneuert. Auf eine zusätzliche Wärmedämmung wurde verzichtet. Vorläufig.
Erika Obrist
Das Gemeindehaus in Rudolfstetten-Friedlisberg ist das zweitälteste Gebäude im Dorf. Die Jahreszahl 1795 steht über dem Eingang. Erbaut wurde es vom ehemaligen Untervogt Johannes Wiederkehr. 1973 hat die Gemeinde das Mehrfamilienhaus gekauft und umgestaltet. Seit 1977 ist die Verwaltung im markanten Gebäude untergebracht.
Vor 21 Jahren wurde die Aussenhülle letztmals umfassend saniert. Seither hat die Witterung der Fassade zugesetzt. Längs- und Querrisse haben sich gebildet, durch die Feuchtigkeit eindringt. Weiter haben sich Ablagerungen gebildet an den Aussenwänden, die mit blossem Auge gut zu sehen sind. An den farbigen Fensterläden hat sich Moos gebildet. Die Entfeuchtungstechnik im Sockel, vor zwanzig Jahren eingebaut, funktioniert nicht mehr einwandfrei. Am Stöckli auf der gegenüberliegenden Strassenseite haben Wind und Wetter ebenfalls genagt.
Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen; das Schmuckstück strahlt wieder. Am 11. Mai wurde mit der Sanierung begonnen. Vorgängig jedoch wurden energetische Abklärungen getroffen. Dies wurde an der Gemeindeversammlung letzten November von einem Teilnehmer beantragt und vom Souverän bewilligt. Mit dem Zusatz, dass bei einer allfälligen Wärmedämmung der Fassade der Kredit von 250 000 Franken bis zu 25 Prozent überschritten werden darf.
Zu geringe Einsparungen bei den Heizkosten
«Die Abklärungen haben ergeben, dass eine Wärmedämmung der Fassade zu nur geringen Einsparungen beim Ölverbrauch von rund 500 bis 1000 Litern pro Jahr führen würde», erklärt Gemeindeschreiber Urs Schuhmacher. Die Mehrkosten für eine Wärmedämmung wären jedoch erheblich. Mit dem Auftragen eines Dämmverputzes würden die leicht vorstehenden Fensterbänke verschwinden. Zudem sei eine Veränderung des Raumklimas hinter den dicken Bruchsteinmauern nicht ausgeschlossen. In Absprache mit dem Antragsteller an der «Gmeind» habe man auf die Dämmung verzichtet.
Vorläufg jedenfalls. Wie Schuhmacher weiter ausführt, liesse sich mit einer zusätzlichen Isolation des Dachs Energie einsparen. «Offerten dafür hat die Gemeinde bereits eingeholt.» Energie sparen lasse sich auch durch den Ersatz der Beleuchtung im Innern des historischen Gebäudes.
Arbeiten fast abgeschlossen
Seit gut einer Woche sind die Gerüste am Gemeindehaus und am Stöckli demontiert; die Arbeiten sind fast abgeschlossen. «Wir haben die Fassaden kontrolliert und bei Rissen und losen Stellen den Verputz abgekratzt», zeichnet Architekt Christian Füglistaller den Gang der Sanierung nach. Er hat auch die Bauleitung inne. An der Westfassade wurde der Verputz abgeschliffen und neu eingebettet sowie alle Rissstellen repariert. Morsches Holz wurde sorgfältig herausgeschnitten, neues eingepasst und gestrichen. Die Fensterläden wurden demontiert, abgelaugt und das Muster neu aufgetragen. Bei den Lukarnen wurde ein Teil der Schindeln ersetzt. «Dass diese zum Teil schon abgebrochen waren, hatten wir nicht erwartet», so Füglistaller. Beim Stöckli wurde eine breitere Dachrinne montiert sowie der Kamin mit Kupfer eingekleidet. Bei beiden Dächern wurden über hundert kaputte Ziegel ersetzt.
Knackpunkt war laut Füglistaller die Farbgebung der Fassade; diese soll wieder so aussehen wie vor der Sanierung. Zum Glück hat Nicole Stutz, Inhaberin von Maler Rolle, bei ihrem ehemaligen Lehrmeister Helmut Rolle noch alte Farbmuster gefunden von der letzten Sanierung vor zwanzig Jahren. «Diese waren sehr hilfreich», sagt Füglistaller.
Briefkastenanlage versetzen
In diesen Tagen werden noch schadhafte Stellen am Sockel ausgebessert, dann wird der Sockel neu gestrichen. Ausgebessert und neu gestrichen werden auch die Aussentüren. Auch die Beschilderung am Gemeindehaus wird erneuert.
Schliesslich folgen noch Umplatzierungen vor dem Eingang zum Gemeindehaus. Die Schliessfächer der Post, der Postbriefkasten sowie die Brief kastenanlage der Gemeinde werden entlang der Fassade montiert. Die beiden Informationsbildschirme werden dorthin platziert, wo sich bisher die Briefkastenanlage der Gemeinde befunden hat.
Noch diesen Monat sollten alle Arbeiten abgeschlossen sein.



