Schlusspfiff für die laufende Saison?
21.04.2020 FussballSaisonabbruch ab 1. Liga abwärts ist sehr wahrscheinlich
Die Amateurliga und die 13 Regionalverbände – darunter der Aargauische Fussballverband – haben am Samstag den Abbruch und die Annullierung der laufenden Saison beantragt. Gestern Montag zog die ...
Saisonabbruch ab 1. Liga abwärts ist sehr wahrscheinlich
Die Amateurliga und die 13 Regionalverbände – darunter der Aargauische Fussballverband – haben am Samstag den Abbruch und die Annullierung der laufenden Saison beantragt. Gestern Montag zog die 1. Liga nach. Auch dort soll die Meisterschaft abgebrochen werden. Morgen Mittwoch wird darüber entschieden.
Josip Lasic
Corona ist das lateinische Wort für Krone. Diese scheint auch König Fussball zu schwer zu werden. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass auch die Fussballsaison abgebrochen wird. Zumindest ab der 1. Liga Promotion bis zur 5. Liga hinunter. Morgen Mittwoch entscheidet der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes SFV darüber.
Am Samstag haben die Amateurliga und die 13 Regionalverbände einen Antrag auf Abbruch und Annullierung der Saison gestellt. Luigi Ponte, Präsident des Aargauischen Fussballverbandes AFV, ging davon aus, dass der Antrag angenommen wird. «Da alle Verbände dahinterstehen, sehe ich die Wahrscheinlichkeit bei 99,99 Prozent, dass der SFV zustimmt», so Ponte. Gestern Montag hat auch die Erste Liga geäussert, dass sie die Saison nicht mehr fortsetzen möchten. Damit wären sämtliche Freiämter Vereine und Teams von einem Saisonabbruch betroffen.
Roman Clavadetscher, Präsident der Ersten Liga, sagt: «Der Bundesrat hat bestätigt, dass das Versammlungsverbot von mehr als fünf Personen weiterhin gilt. Die Vereine können nicht trainieren. Es ist nicht realistisch, dass wir die Saison beenden können.» Die Erste Liga hat keinen offiziellen Antrag auf Abbruch gestellt. «Wir werden aber an der Sitzung des SFV-Zentralvorstandes teilnehmen und uns für den Abbruch aussprechen.»
Cup hätte ursprünglich gespielt werden sollen
Ponte erklärt, dass die möglichen Szenarien, die besprochen wurden, eine Fortsetzung der Meisterschaft mit Normalbetrieb, eine Fortsetzung mit Geisterspielen oder der Abbruch gewesen sind. «Alle Vereine, die mich im Vorfeld kontaktiert haben, waren für den Meisterschaftsabbruch», berichtet er. Geisterspiele waren finanziell keine Option. Eine Fortführung der Meisterschaft hätte zudem zu zahlreichen englischen Wochen für die Vereine geführt. «Unsere Statuten verpflichten uns, die Saison bis zum 30. Juni zu beenden. Das können wir Amateursportlern, die neben dem Fussball arbeiten, nicht zumuten. Das Verletzungsrisiko ist zu gross.» Die Cup-Wettbewerbe sollten hingegen beendet werden. Im Aargau waren noch drei Runden zu spielen.
Nach der Bestätigung des Versammlungsverbots durch den Bund wurde auch der Cup-Plan verworfen. «Die Vereine möchten zwei bis drei Wochen trainieren, bevor sie Ernstkämpfe bestreiten. Solange das Versammlungsverbot herrscht, ist das nicht möglich», so Ponte.
Der ursprüngliche Plan der Amateurligen sah folgendermassen aus: Ab der 2. Liga interregional und abwärts würde es keine Auf- und Absteiger und keine Cupsieger geben. Die Meisterschaft würde annulliert. Die Teilnehmer am Schweizer Cup sollten per Los aus den in den regionalen Cup-Wettbewerben übrig gebliebenen Teams bestimmt werden.
Einheitliche Regelung finden
Clavadetscher: «Wir werden das weitere Vorgehen besprechen. Bezüglich Auf- oder Abstieg soll eine einheitliche Regelung gefunden werden, sodass die Verteilung der Teams in den jeweiligen Ligen in der kommenden Saison stimmt.» Die Tendenz geht aber dahin, dass der ursprüngliche Plan der Amateurliga angewandt wird und auf die 1. Liga Classic und die 1. Liga Promotion ausgeweitet wird. Die Aufsteiger aus der 1. Liga Classic in die 1. Liga Promotion wurden in den letzten Jahren immer in Aufstiegs-Play-offs ermittelt. Aktuell würde Wohlen einen solchen Play-off-Platz belegen. «Die Aufstiegsspiele können aber auch nicht durchgeführt werden. Es wird schwierig sein, eine Lösung zu finden, die für alle passt», sagt Clavadetscher. «Die Vereine, die vorne mitspielen, werden wohl eher im Nachteil sein. Teams, die gegen den Abstieg kämpfen, sind eher im Vorteil.»
Ponte versucht, das Positive in der Situation zu sehen: «So können die Clubs immerhin schon früh in die Vorbereitung für die neue Saison starten.» Clavadetscher ist vorsichtiger: «Wir hoffen, dass wir im August die neue Saison ohne grosse Probleme beginnen können.»






