Wahrlich ein Fest der Liebe
19.11.2019 WohlenGelungene Premiere von Monti’s Variété: Bis Ende Jahr sind 28 Vorstellungen geplant
Hand aufs Herz: Wer wollte nicht schon immer mal alle Türchen des Adventskalenders an einem Abend öffnen? Der Monti lässt den Wunsch Realität ...
Gelungene Premiere von Monti’s Variété: Bis Ende Jahr sind 28 Vorstellungen geplant
Hand aufs Herz: Wer wollte nicht schon immer mal alle Türchen des Adventskalenders an einem Abend öffnen? Der Monti lässt den Wunsch Realität werden.
Chregi Hansen
Natürlich rieselt am Schluss der Schnee von der Decke. Gewisse Elemente des Variétés haben sich in den vergangenen Jahren nie verändert. Dazu gehört das feine Essen, welche das aufmerksame Servicepersonal unter der souveränen Leitung von Benjamin Slota zwischen den Nummern serviert. In diesem Jahr werden die Gäste mit einem erfrischenden Kräutersalat mit Birne, einer pikanten Rüebli-Kokossuppe mit Ingwer, zarten Rindswürfeln an Balsamico-Jus mit Beilagen und einer Schokoladen-Sinfonie mit Sorbet verwöhnt.
Verwöhnt werden auch die Ohren. Pianist Lukas Stäger hat wieder wunderbare Kompositionen beigesteuert, teils selbst komponiert, teils adaptiert, immer passend zu den Vorführungen. Sängerin Maya Hitz, Gitarrist und Bassist André Gärtner und Schlagzeuger Stephan Felber begleiten die Akrobaten aufmerksam und ziehen einen Song schon mal gekonnt in die Länge, wenn die Nummer etwas länger dauert als geplant. Und ja, an der Premiere klappte noch nicht alles wie am Schnürchen. Schliesslich stand nur eine Woche Probezeit zur Verfügung. Aber: Nur die wenigsten Zuschauer haben die Fehler wohl überhaupt bemerkt.
Warten muss gelernt sein
Das Essen, die Musik und auch die Atmosphäre waren also wie gewohnt auf höchstem Niveau. Aber das Herz des Variétés bilden die Artisten. Acht Künstler aus Kanada, aus den USA, aus Deutschland und der Schweiz bilden die diesjährige Truppe. Sie zeigen einzelne Nummern, werden aber auch geschickt in die Gesamtchoreografie eingebunden. Und wie immer ist es ein besonderes Vergnügen, sie auf Augenhöhe zu erleben – ohne trennenden Manegenrand. Man hört den schweren Atem der Luftring-Akrobatin, sieht den Schweiss des Trapezkünstlers, wird direkt einbezogen vom Clown. Und selbst beim Servieren helfen die Akrobaten mit – was ihnen teilweise deutlich schwerer fällt als ein eleganter Handstand.
Bei so viel Lob dürfen die beiden künstlerischen Leiter nicht vergessen werden. Marjolaine Minot, 2010 mit dem Circus Monti unterwegs, und Günther Baldauf haben eine berührende Geschichte geschrieben, in deren Zentrum der Adventskalender steht, das Warten auf das Fest der Liebe und die damit verbundenen Wünsche. Es muss ja nicht gleich der Weltfrieden sein, einige wären schon glücklich, wenn sie einen Partner fürs Leben finden würden. Ob das gelingt, soll aber nicht verraten werden. Dafür heisst es: Warten bis zur nächsten Vorstellung.
Infos und Tickets: circus-monti.ch/variete.








