Ein Team voller Freunde
12.11.2019 FussballFussball, 1. Liga classic: Der FC Wohlen geht mit einem 3:0-Sieg gegen Langenthal in die Winterpause
Souverän und solidarisch: Der FC Wohlen gewinnt gegen Langenthal – wie schon im Hinspiel – mit 3:0. Der Zusammenhalt in dieser Truppe ist wohl der ...
Fussball, 1. Liga classic: Der FC Wohlen geht mit einem 3:0-Sieg gegen Langenthal in die Winterpause
Souverän und solidarisch: Der FC Wohlen gewinnt gegen Langenthal – wie schon im Hinspiel – mit 3:0. Der Zusammenhalt in dieser Truppe ist wohl der wichtigste Erfolgsfaktor.
Stefan Sprenger
Davide Giampà und Edison Golaj. Sie sind gute Kumpels. Wenn Champions-League-Fussball kommt, gehen sie manchmal gemeinsam in eine Bar und sitzen vor dem Fernseher. «Wir verstehen uns herrlich», sagt Giampà. Die beiden sind nur ein Beweis für den sackstarken Zusammenhalt im Team. Denn was neben dem Platz funktioniert, klappt auch auf dem Rasen bestens. So geschehen in der 31. Minute zwischen dem FC Wohlen und dem FC Langenthal. Edison Golaj, 21 Jahre jung, zeigt bei seinem Debüt in der Start-Elf enorm viel Übersicht. Kumpel Giampà steht bereit und trifft zum 1:0.
Die Tore fallen im zweiten Durchgang einfach
Der Jubel ist ebenso ein Beweis für die enge Verbindung im Team. Giampà geht zur Bank und feiert als Erstes mit Alessandro Vicedomini, dem Co-Trainer, der wegen der Sperre von Thomas Jent für einmal der «Chef» ist. Torschütze Giampà lobt den Assistgeber Golaj und die ganze Mannschaft: «Wir sind auch neben dem Platz Freunde. Alle verstehen sich prima. Der Mix im Team ist hervorragend. Es sind alles gute Typen hier.» Es wird oft gesagt, der FC Wohlen habe einen besonderen und tiefgründigen Zusammenhalt. Giampà, der mit seinen 26 Jahren schon in diversen Vereinen spielte – auch in höheren Ligen, meint dazu: «Diese Mannschaft, diese Vorrunde, dieser Zusammenhalt, es ist einfach einmalig und etwas Aussergewöhnliches.»
Aussergewöhnlich einfach fallen dann die Tore zwei und drei für den FC Wohlen. 55. Minute. Eckball Ronny Minkwitz. Der 19-jährige Innenverteidiger Nicolas Künzli krönt seine starke Leistung mit dem 2:0. Nur vier Minuten später gibt Minkwitz vollsten Einsatz im Zweikampf. Via Esat Balaj findet der Ball zu Vilson Doda. 3:0. Die Partie ist gelaufen. Wie im Hinspiel gewinnt Wohlen 3:0.
Der Auftritt des FC Wohlen war souverän und clever. Doch auch Langenthal hatte seine Chancen. Goalie Olivier Joss konnte zwei Mal glänzend parieren. Der FC Wohlen war allerdings die klar bessere Mannschaft und hatte offensiv wie defensiv alles im Griff.
Nach dem Spiel lief das Team gemeinsam und hochzufrieden über den Niedermatten-Rasen. Es wurde gefeiert. Dutzende Kinder standen bereit. Ausnahmsweise und als Geste luden die Spieler die kleinen Fussball-Fans in die Kabine ein. Es gab Autogramme, Fotos und nette Gespräche mit den jungen Kickern. Auch etwas, was die Mannschaft auszeichnet: Die Nähe zu den Fans. «Wir identifizieren uns mit dem Verein und den Menschen hier», sagt Giampà. Und das spürt man immer mehr.
Über 100 Tage Pause
Das Team ging dann zum Abschluss der Vorrunde gemeinsam in ein Restaurant in Villmergen – und hat gemeinsam zu Abend gegessen. Die Spieler tauschten Anekdoten aus über die 14 Spiele der bisherigen Saison. Zwischen dem 3:0-Auftaktsieg und dem 3:0-Abschlusserfolg (beide Male gegen Langenthal) gab es Spiele mit viel Auf und Ab. «Wir sind auf gutem Weg», sagt Giampà. Neun Siege, vier Niederlagen, ein Unentschieden. Der 2. Tabellenrang ist der Lohn für eine starke Vorrunde.
Nun wird zwei Wochen lang weitertrainiert, bevor es endgültig in eine fussballfreie Zeit geht. Ab Mitte Januar startet der FCW in die Vorbereitung zur Rückrunde. Am 29. Februar, nach über 100 Tagen ohne Ernstkampf, geht es zu Hause gegen Solothurn wieder los. Im Februar geht es zudem ins Trainingslager nach Portugal. «Wir wollen in der Rückrunde dort weitermachen, wo wir aufgehört haben», sagt Davide Giampà, der mit zwölf Toren erfolgreichste Wohler Skorer ist. Dann will Wohlen in die Aufstiegsspiele? «Mal schauen», meint Giampà. «Wichtig ist, dass der Zusammenhalt so gut bleibt. Dadurch werden wir auch erfolgreich bleiben.»



