Mario schlägt Wario
08.10.2019 FussballFussball, 2. Liga interregional: FC Muri – FC Wettingen 2:1 (1:1)
Leader Wettingen war ungeschlagen. Dann traf die Mannschaft vor 350 Zuschauern auf den FC Muri. Muri zeigt sich cleverer, couragierter und scheint eine positive Entwicklung ...
Fussball, 2. Liga interregional: FC Muri – FC Wettingen 2:1 (1:1)
Leader Wettingen war ungeschlagen. Dann traf die Mannschaft vor 350 Zuschauern auf den FC Muri. Muri zeigt sich cleverer, couragierter und scheint eine positive Entwicklung durchzumachen.
Josip Lasic
Party pur beim FC Muri. Jedes Mal, wenn die Kabinentür der Murianer aufgeht, dröhnt laute Musik heraus. Spieler, Trainer, Staff, alle sind gut drauf. Auf die Frage, was Muri besser gemacht hat als der Gegner, ruft Rexhep Thaqi lachend: «Ein Tor mehr geschossen.» Die Klosterdörfler haben allen Grund zum Feiern. Sie haben Leader Wettingen die erste Saisonniederlage zugefügt und den vierten Sieg in Serie geholt.
Matchwinner beim FC Muri ist Captain Michael Hohl. In der 74. Minute erlöst er die Freiämter mit dem Tor zum 2:1. Bis zu diesem Zeitpunkt stürmt Muri auf das Wettinger Tor. Nur mit dem Abschluss klappt es nicht. Am Ende ist es Chefsache. Der Captain erzielt das entscheidende Tor. Er sieht sich selbst nicht als Matchwinner. «Gegen Pajde war ich nicht dabei und die Mannschaft hat dennoch eine Riesenleistung gezeigt. Alles, was wir holen, holen wir über die Teamleistung.»
Dedic wechselt clever
In der ersten Halbzeit ist nur die Choreografie der Wettingen-Fans spitzenkampfwürdig. Die Figuren Mario und Wario aus der «Super Mario»-Videospiel-Reihe sind auf ihrem Transparent abgebildet. Das M und das W stehen auch für Muri und Wettingen. Kreativ von den Wettingen-Fans. Das Spiel ist weniger kreativ und weniger «super».
Mehr Torchancen haben die Freiämter. Im Abschluss hapert es. Ein Fehler in der Defensive führt zum 0:1. Almedin Hodzic enteilt Muris Pashk Nikollaj und schiebt den Ball vorbei an Goalie Yanick Hofer in der 17. Minute ins Tor. 0:1. «Wario» geht in Führung. Kurz vor der Halbzeit: Eckball Bicvic. Chaos im Wettingen-Strafraum. Simone Parente reagiert am schnellsten. 1:1. «Mario» gleicht aus.
In der Pause hat Muri-Trainer Miodrag Dedic eine Idee. «Ich brauchte etwas mehr Routine auf dem Platz.» Raus gehen Loris Völker und Eduard Nikolla. Rein kommen Rexhep Thaqi und Reto Brügger. Die Neuen machen auf sich aufmerksam. Thaqi chippt den Ball zu Bicvic, der ausnahmsweise als Mittelstürmer spielt. Die Wettinger schreien «Abseits». Schiedsrichter und Linienrichter sehen es anders. Bicvic schiesst allerdings den Torwart ab. Die Szene bringt allerdings Leben in den Spitzenkampf. Die Wechsel haben den gewünschten Effekt.
Bicvic mit genialem Assist
In der 57. Minute ist der Spitzenkampf endgültig auf der Brühl angekommen. Wettingen-Captain Leiven Keller grätscht Pashk Nikollaj brutal um. Keller hat bereits Gelb. Er muss vom Platz. Die Brühl wird zum Hexenkessel. 350 Zuschauer sind vor Ort. So viele wie noch nie in dieser Saison. Der Sturmlauf der Murianer beginnt. Das Tor lässt aber auf sich warten. Bis zur 74. Minute. Erneut kriegt Marko Bicvic den Ball in aussichtsreicher Position. Diesmal sucht er den Abschluss nicht selbst, sondern legt sehenswert mit der Hacke auf Hohl auf. Muri führt mit 2:1. «Das Tor geht zu 50 Prozent auf Bicvic», sagt Captain Hohl lachend. Die Murianer bringen den Erfolg souverän über die Zeit.
Wieder ein Top-Team besiegt
Wie im Video-Spiel besiegt der Held Mario den Bösewicht Wario. Muri schlägt nach Pajde mit Wettingen das nächste Top-Team der Liga. «Wir haben jetzt vier Siege in Folge», sagt Trainer Dedic. «Es ist eine Entwicklung da. Dafür arbeiten wir täglich.»
NACHGEFRAGT
«Spannender, wenn es um etwas geht»
Michael Stadelmann ist beim FC Muri Spieler und Vereinspräsident in Personalunion. Gegen den FC Wettingen wird er in der 75. Minute für Kastriot Tafa eingewechselt und kann einen grossen Teil zum Erfolg der Murianer beitragen.
Michael Stadelmann, wie zufrieden sind Sie mit dem Auftritt der Mannschaft?
Michael Stadelmann: Sehr zufrieden. Wir sind gut ins Spiel gestartet. Die Rote Karte für den Gegner hat uns fast ein wenig aus dem Tritt gebracht. Dann kommen wir erfolgreich zurück. Am Ende sicher ein verdienter Sieg für uns.
Wie sind Sie mit der Zuschauerzahl von 350 Leuten zufrieden? So viele hatte Muri noch nie in dieser Saison.
Auch da bin ich natürlich froh. Die Spieler wollen lieber samstags spielen. Die Zuschauerzahlen sind sonntags aber meistens besser. Das war jetzt unser erstes Sonntagsheimspiel.
Dass das Team momentan erfolgreich ist, wird seinen Teil aber sicher auch beitragen?
Natürlich. Es war ja das Spitzenduell. Das war sicher ein Grund, dass mehr Leute erschienen sind. Und selbstverständlich ist es für den Zuschauer immer spannender, wenn es um etwas geht. Wir haben bei Sonntagsheimspielen aber allgemein immer sehr viele Zuschauer.
Mit Pajde und Wettingen hat Muri in den letzten zwei Spielen zwei Spitzengegner bezwungen. Was bedeutet das für die Motivation der Mannschaft?
Wir sind immer motiviert. Es gibt aber zusätzliches Selbstvertrauen. Im nächsten Spiel treffen wir auf die Eagles Aarau. Wir dürfen nicht den Fehler machen und diese nach diesen zwei Siegen unterschätzen. --jl




